Großer Abschied in Felixkirche
Glaube ein Geschenk

Auch viele junge Menschen verabschiedeten sich mit kleinen Geschenken von Pater Stanislaus. Eine Stunde lang durfte der scheidende Ordensmann viele Hände schütteln und gute Wünsche entgegennehmen.
 
Feierlicher Abschiedsgottesdienst in der Felixkirche: (von links) Provinzialminister Bernhardin Seither, Pater Richard Jarmoz und Pater Dariusz Gaczynski aus Krakau, der scheidende Pater Stanislaus, Stadtpfarrer Josef Häring, der neue Guardian Pater Stanislaus, Pater Richard und Pater Marek. Bilder: Schönberger (2)

Am 21. Oktober geht zwar erst der Flieger nach Uganda. Am Sonntag heißt es aber schon einmal Abschied nehmen von Pater Stanislaus, der nach über 16 segensreichen Jahren in St. Felix in der Mission eine neue Aufgabe übernimmt. Viele Gläubige nutzen die Möglichkeit, dem beliebten Franziskaner-Minoriten persönlich Deo Gratias und Auf Wiedersehen zu sagen.

Der scheidende Pole zelebrierte "in großer Dankbarkeit" mit sieben Priestern noch einmal Gottesdienst in der vollen Wallfahrtskirche. Carpe Dieme und der Felixchor gestalteten das Amt feierlich. "Pater Stanislaus verlässt St. Felix, aber ein Teil seiner Seele bleibt da", sagte sein Nachfolger, der neue Stanislaus. Und weiter: "Wir haben heute viel zu danken. Wir wollen ihm Danke sagen für alles, was er getan hat."

Festprediger Pater Bernhardin Seither, der Provinzialminister der deutschen Franziskaner-Minoriten aus Würzburg, knüpfte an das Tages-Evangelium von der Heilung der zehn Aussätzigen durch Jesus an. Nur einer sei zurückgekehrt, um zu danken. "Undank ist der Welten Lohn." Auf den ersten Blick passe dieses Sprichwort auf das Evangelium, aber auch auf viele Situationen unseres von Enttäuschungen geprägtes Leben. Lohne es sich überhaupt, sich einzusetzen?

Wir dürften aber nicht auf die neun undankbaren Geheilten schauen, sagte der Provinzialminister. Der Blick müsse vielmehr dem einen, dem Dankbaren, gelten. "Wir müssen uns dem schönen, dem Wertvollen hinwenden." Wer nur das Kaputte, das Negative suche und daraus lebe, der werde hartherzig. Wer meine, sein Handeln auf Berechnung abstellen zu müssen, der werde merken, dass diese Rechnungen im Leben nicht aufgingen. Vielmehr gehe es um Schenken und Beschenkt werden.

Vertrauen finden


"Lassen wir uns nicht prägen von Undank, sondern von Jesus Christus zu einem Blick führen, der das Positive zum Ziel hat. Lassen wir uns zu einem Weg im Glauben ermutigen", mahnte der Prediger. Der Glaube sei Geschenk und Herausforderung, er helfe, das Vertrauen in Gott und seine Gegenwart zu finden. "Ein glaubender Mensch hat Antworten auf manchen Schmerz und manche Enttäuschung." Er wünschte den scheidenden und neuen Brüdern in St. Felix eine Christusbeziehung im Glauben.

Nach der Messe verabschiedeten sich die Ministranten mit einem Geschenk von ihrem "Stan". Für die Krakauer Provinz wünschte ihm Pater Richard Jarmoz, dass er in der Mission die Botschaft Christi genauso vermittle wie in Neustadt. Vom Polizei-Motorradclub Blue Knights Germany 7 versicherte Präsident Stefan Helgert, Pater Stanislaus habe 16 Jahre lang nicht nur die Biker-Gottesdienste gefeiert, sondern sei auch ein Freund des Vereins geworden. Stellvertretender Landrat Albert Nickl anerkannte, dass der Ordensmann mit seinem Lächeln, seiner Art und Weise die Menschen erreicht habe. "Du hast es geschafft, dass Polen und Neustädter Freunde wurden", würdigte Bürgermeister Rupert Troppmann.

Für den Felixchor und den Förderverein der Felixkirche dankte Reinhard Paetzold. Pater Stanislaus habe es geschafft, dass das wunderschöne Gotteshaus erhalten und erneuert worden sei.

Große Spendenbereitschaft


Der Scheidende dankte allen für das fruchtbare Miteinander in seiner langen Zeit in Neustadt. Von hier aus konnte viel für die Mission in Uganda bewirkt werden. Pater Stanislaus erinnerte an 160 Patenschaften für Kinder und "unvorstellbar viele Spenden". Namentlich erwähnte er die Familie Winkler aus Parkstein.

Vor der Kirche unterhielt die Stadtkapelle Neustadt unter Leitung von Karl Wildenauer die Besucher. Pater Stanislaus dirigierte versiert den Marsch "In die weite Welt." Er musste viele Hände schütteln und durfte viele guten Wünsche für seine Tätigkeit in Afrika entgegennehmen.
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