Großes Gemeinschaftswerk
Kloster St. Felix feiert 90. Geburtstag

Schon die Grundsteinlegung für das neue Kloster am 3. Mai 1925 feierten die Neustädter ganz groß. Wer konnte, war auf den Beinen. Repros: Götz (2)
 
Fast zwei Jahrhunderte stand auf dem Felixberg mutterseelenallein die Wallfahrtskirche. Erst 1925 fiel der Startschuss für den Klosterbau.

"Hätten wir doch wieder ein Kloster", seufzten viele Neustädter. 1807 waren die Kapuziner abgezogen worden, und seitdem ging es mit der Wallfahrt in St. Felix rapide bergab. Doch sie mussten sich noch fast 100 Jahre gedulden, bis sich der Wunsch erfüllte.

1746, vor exakt 270 Jahren, bauten die Neustädter unter enormen Mühen die St.-Felix-Kirche in der heutigen Form. Sie thronte allein auf dem Berg, die Wallfahrer kamen in Scharen. So berichtet die Chronik zum Fest Peter und Paul im Jahr 1751 von 5000 Gläubigen aus Böhmen. Betreut wurden die Pilger von den Kapuzinern, die damals in einem Kloster am Schulbühl, neben dem Pfarrhof, wohnten.

Pilger blieben weg


Mit dem Verkauf der Herrschaft Lobkowitz an Bayern wurde 1807 auch das Kapuzinerkloster aufgelöst. Damit wurde es um die Wallfahrtskirche auf dem Felix immer ruhiger. Die Pilger blieben aus. Über 100 Jahre lang nahm sich niemand mehr um die Kirche an. Sie verfiel zusehends. 1925 ergriff schließlich die Familie Grader die Initiative für den Klosterbau. Kaufmann Josef Grader, dessen Ehefrau Grete eine Würzburgerin war, stellte im Provinzialat der Franziskaner-Minoriten die Weichen. Nachdem auch die Kreisstadt volle Unterstützung zugesichert hatte, schickte der Orden Pater Burkhard Waldmann in die Oberpfalz. Die Wahl fiel auf ihn, weil er aus Hirschau war.

Der spätere erste Guardian im Kloster St. Felix startete unzählige Bittgänge von Ort zu Ort, von Haus zu Haus, um von den zahlreichen Wohltätern Baumaterialien, Fuhrleistungen und Geldspenden zu erbetteln. So gestaltete sich der Klosterbau zu einem großen Gemeinschaftswerk. Dutzende Orte in der Umgebung - bis Falkenberg, Hirschau und Ehenfeld - erlaubten, dass regelmäßig ein Bruder zum Sammeln kommen durfte, um den Unterhalt des Klosters zu sichern. Sogar ein Wallfahrtsverein wurde gegründet.

So konnte schließlich am 3. Mai auf dem Felix der Grundstein gelegt werden. Im Oktober wurde der Dachstuhl aufgesetzt. Zum Felixfest am 14. Mai 1926 weihte Bischof Antonius von Henle aus Regensburg das Kloster. Ganz Neustadt und umliegende Dörfer waren auf den Beinen.

Emotionale Festschrift


"In diesen Tagen werden die Glocken von St. Felix anheben und es hinausjubeln ins weite Waldnaabtal, dass das stille Sehnen und Hoffen der Neustädter, in St. Felix ein Klösterlein zu besitzen, in Erfüllung gegangen und dem Werk durch die bischöfliche Weihe die Krone aufgesetzt ist", schrieb damals die Naab-Zeitung in der 20-seitigen Festschrift. Diese Worte spiegeln die große Freude der Menschen wider.

Segensreiches WirkenSeit 90 Jahren wirken auf dem Felixberg die Franziskaner-Minoriten außerordentlich segensreich. Der inzwischen verstorbene Bischof Manfred Müller würdigte dies 2006 zum 70-jährigen Bestehen des Klosters treffend. Er schrieb: "Auf vielfältige Weise haben die Franziskaner-Minoriten versucht, den Auftrag des heiligen Franziskus zu verwirklichen: durch den Dienst im Beichtstuhl, durch die Betreuung der Kranken im Krankenhaus, durch die Mithilfe in der Pfarrseelsorge, durch die Vorbereitung und Begleitung vieler Brautpaare, durch die franziskanische Gemeinschaft und Jugendarbeit, durch Besinnungstage sowie die Organisation von Wallfahrten zu den Orten und Landschaften, die vom franziskanischen Geist geprägt sind."

Im Jahr 2000 zogen sich die Würzburger Minoriten wegen Nachwuchsmangels aus Neustadt zurück. Die polnischen Brüder aus Krakau sprangen ein und verhinderten, dass St.Felix geschlossen wird. Seitdem ist Pater Stanislaus der Guardian. Zur aktuellen Klosterfamilie gehören zudem die Pater Sigmund, Adalbert und Marek sowie Bruder Czeslaw. In den nächsten Wochen kommt es zu einem größeren Wechsel. (ms)
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