Grundleitungen in Grundschulturnhalle durchgerostet
Böse Überraschung am Bau

In der Neustädter Grundschulturnhalle machten sich die Mitglieder des Bauausschusses ein Bild von den Bauarbeiten. Die linke Wand soll mit einem Prallschutz aus Kunststoff verkleidet werden, die restlichen drei Wände mit einem aus Holz. Bild: Götz

Eigentlich wollten die Räte des Bauausschusses beim Ortstermin in der Grundschulturnhalle über die neuen Prallwände reden. Eine Hiobsbotschaft lenkte davon aber erst einmal ab.

Auf der Baustelle in der Turnhalle gibt es plötzlich ein Problem. Bei den Arbeiten seien die Grundleitungen im Duschraum freigelegt worden, um dort Rohre anschließen zu können. Was zum Vorschein kam, erschreckte den Architekten. Die Leitungen, von denen die Arbeiter angenommen hatten, dass sie in Ordnung sind, sind durchgerostet und marode.

"Entweder ist schon alles durch oder ... Man weiß es nicht", überbrachte Architekt Georg Binner den Räten und Bürgermeister Rupert Troppmann die schlechte Nachricht. "Tief drin" seien die Rohre in der Erde, fast 90 Zentimeter. "Wir müssen da aber mit dem Abwasser hin", meinte Karl Schiffmann vom gleichnamigen Planungsbüro in Parkstein. Sein Vorschlag sei, die Leitungen mit der Kamera zu befahren und genau zu prüfen, wie groß der Schaden ist.

Umlaufender Prallschutz


Die Firma solle in den nächsten 14 Tagen einen günstigen Vorschlag erarbeiten, und der werde "in Auftrag gegeben", sagte Troppmann. "Wir sanieren hier für die nächsten 30 Jahre", betonte Binner. Eine Lösung müsse deshalb unbedingt gefunden werden. Das Gremium stimmte dem Vorschlag des Bürgermeisters zu, der Firma "einen Vertrauensvorschuss" zu gewähren.

Nach dieser Schreckensmeldung widmeten sich die Räte den geplanten Prallwänden in der Turnhalle. Die bislang kahlen Wände sollen gepolstert werden, um die tobenden Jugendlichen abzufedern, wenn sie dagegen springen. Die Halle dürfe "keinen Schlachthauscharakter" mehr haben, scherzte Troppmann. An den Stirnseiten sind derzeit noch jeweils zwei Kletterstangen und -leitern angebracht. "Wenn man die Stangen lässt, brauchen wir eine Prallwand mit Türen", meinte der Bürgermeister.

Die Geräte müssten, wenn sie gerade nicht gebraucht werden, hinter dem Prallschutz verschwinden - so die Vorschrift. Sollte sich das Gremium aus Kostengrünen dafür entscheiden, die Geräte abmontieren zu lassen, dann müsse laut Troppmann eins klar sein: "Wenn sie weg sind, sind sie weg." Die Geräte dürften dann nicht mehr neu eingebaut werden. Heribert Schubert und Tanja Kippes forderten, die Geräte zu erhalten und mit dem Schutz zu versehen. "Brauchen wir beide Stangen", fragte Troppmann Schulleiterin Heike Merther. Dazu kam von ihr ein klares Nein. Das Gremium war sich einig, jeweils eine Stange und eine Leiter zum Klettern zu belassen.

Drei Wände aus Holz


Diese müssten dann laut Binner hinter einer Klappe verborgen werden. Es gebe zwei Möglichkeiten, die in Frage kommen: eine Holz- oder eine Kunstlederprallwand. Die Räte einigten sich, die Wand beim Geräteraum mit Textil und die restlichen drei mit Holz zu verkleiden. Die Kosten dafür belaufen sich auf 50 000 Euro. Troppmann will bezüglich der Kostendeckung einen Erhöhungsantrag bei der Regierung stellen.

BauausschusssitzungDie Räte informierten sich "Am Hopfengärtl" über den Antrag von Stadtrat Peter Reiser, auf dem Wanderweg zur Freizeitanlage Lampen auf einer Strecke von 500 Metern aufzustellen. 25 000 Euro könne das die Stadt kosten.

Vor einer Entscheidung will sich Bürgermeister Rupert Troppmann allerdings beim Naturschutz erkundigen, ob dort überhaupt Lampen aufgestellt werden dürfen. Die Strecke sei Lebensraum für viele Vögel. "An der Naab entlang ist ein sensibler Bereich", erklärte er. Beim Spaziergang durch die Freizeitanlage zeigte Troppmann den Räten, dass der Sand auf dem Volleyballplatz gesiebt und um den Containerstellplatz eine Mauer errichtet wurde. Auf dem Basketballfeld müsse Asphalt aufgebracht werden.

Entlang des Bolzplatzes zum Parkplatz hin soll ein Geländer aufgestellt werden. Jugendliche würden ständig mit dem Auto auf den Rasen fahren. Das Gremium ärgerte sich auch darüber, dass oft Scherben auf der Wiese liegen. Den Tagesordnungspunkt "Parkzeitbeschränkung für Tiefgarage am Hofgarten" vertagten die Ausschussmitglieder in die Stadtratssitzung. (spi)
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