Gymnasium bringt Shakespeares Sommernachtstraum auf die Bühne
Spitzohren und Zauberstaub

Aufwendiges Bühnenbild, faszinierende Kostüme und Maske sowie liebevolle Ideen und engagierte schauspielerische Leistungen der Gymnasiasten entführten das Publikum in den Zauberwald, wo Puck (Samuel Merold, links) mit einem zweiten Zaubermittel die Verwirrungen wieder auflöst. Bild: gag

Puck wurde befördert. "Koboldanfänger unterer Stufe" - das ist schon mal ein Anfang. Gymnasiast Samuel Merold ganz in grün - die grünen Spitzöhrchen stehen ihm ausnehmend gut - müht sich als Waldkobold redlich ab.

Zauberbuch raus, Zaubersprüche. Irgend jemanden in einen Esel verzaubern - Freiwillige vor? Fehlanzeige. Weder die Waldfeen (Sophia Bräuer, Malina Fritsch, Katharina Wagner, Emily Eger) noch Sophie Eger als Eichhörnchen mit bezaubernder Mimik haben Lust darauf.

Dummer Weise klappt es dann doch - bei Hasenfuß, dem Hofnarren des Königs (Juliana Gollwitzer). Der war auf der Suche nach den beiden Töchtern des Herrschers. Die eine, Hermia (Anna Schellkopf), liebt den Stallknecht Lysander (Jonas Sonneck), soll aber Edelmann Demetrius (Sebastian Eck) heiraten. Darum flieht sie mit Lysander in den Wald.

Die andere, Helena (Theresa Steiner), liebt heimlich Demetrius. Der König (Luisa Nier) schickt Demetrius, die beiden zu suchen. Doch der ist feige und traut sich nicht. So macht sich Helena mit ihm auf die Suche. Als alle vier weg sind, schickt der König Hasenfuß hinterher, der ausgerechnet Puck über den Weg und mitten in den Zauberspruch läuft. Der Herrscher der Waldgeister (Cathrin Schnupfhagn) hat gerade Streit mit seiner Frau (Nina Weber). Sie bezeichnet ihn als Langweiler, faul und träge. Um seine Ehe zu retten, schickt er Puck in den dunkelsten Teil des Waldes "wo sich niemand hintraut", um eine Zauberblume zu finden. Dafür solle er befördert werden in die "mittlere Stufe".

Mit großem Enthusiasmus und Elan haben die Akteure das Schauspiel bearbeitet und einstudiert. Die drei Wochen vor der Aufführung hatten sie sogar an den Wochenenden geprobt teilweise zeitgleich zur Abiprüfung. Eine große Leistung, besonders von Anna Schellkopf, die nicht nur überzeugend spielte, sondern auch für Kostüme, Maske, Regieassistenz und Bühnenbild verantwortlich zeichnete. Frech und witzig präsentierte sich Merold als Puck.

"Frei nach Shakespeare" nutzte die Gruppe ihren Spielraum für Fantasie. Leiterin Katharina Ruhland-Zahner wurde dabei zur treibenden Kraft, und zur Freundin der Darsteller. Musikalisch umrahmten Schüler des musischen Zweiges unter Studienrat Wolfgang Gleixner das Schauspiel. Mit unkonventioneller Musikauswahl ("Kingston Town" von UB 40, "Alles nur geklaut" von den Prinzen und einem afrikanischen Lied zum Abschluss) setzten sie Akzente. Studiendirektorin Gisela Enders danke begeistert für diese "wunderbare Geschichte über die Liebe" und übergab Blumen an die Hauptakteure.

Zuvor hatte der Blütenstaub für viel Verwirrung unter den Verliebten und allen anderen gesorgt. Schließlich lässt er, über einen Schlafenden gestäubt, diesen beim Aufwachen in den Ersten verlieben, den er sieht.
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