Hutzaabend des Zitherclubs
Zipfelhaam oder Videospiel

Regina Schmid und Rudi Förster als "Die zwoa Schmaderer" machten sich Gedanken um das Weihnachtsgeschenk für den "Buam".
 
Der Zitherclub umrahmte den Hutzaabend im "Weißen Rössl" mit schwungvollen und stimmungsvollen Liedern. Bilder: gag (2)

So manch einer wird dankbar und froh heimgegangen sein. Dankbar, dass er Waschmaschine und Heizung hat, und froh, dass er nicht in der "(k)oidn, alten Zeit" gelebt hat, von der Karin Rückerl beim Hutzaabend des Zitherclubs im "Weißen Rößl" vorlas.

Im ersten Teil des Abends, der zum 37. Mal stattfand, kündigte Regina Schmid, Leiterin des Zitherclubs und Organisatorin, eine feierliche Stimmung an, "zum Staadwern". Die "Traurigen Buam" sangen von der Adventszeit, vom Weg nach Bethlehem und der Herbergssuche. Diese Texte nahmen auch Renate Hartwig und Karin Rückerl auf. Sie lasen Gedichte und Geschichten rund um Jesu Geburt.

"Wenn der Engel zuerst zu Herodes, zu den Schriftgelehrten oder den Adeligen gekommen wäre, hätte er kein Glück gehabt. Doch er kam zum Kleinsten, zum Geringsten", zitierten sie nachdenkliche Verse. Musikalisch begleitete die Darbietungen der Zitherclub mit besinnlichen Weisen.

Eiskaltes Waschwasser


Im zweiten teil wurde es munterer und spaßiger, aber vor allem lehrreich, was das Leben früher, ohne Technik und Hilfsmittel, betraf. Eben die oft verklärt dargestellte "guade oide Zeit", dieses Mal aber mit einem "k" davor. Das Publikum fröstelte beim Zuhören, wenn Rückerl vortrug, wie hart damals die Winter waren. Schneemassen, kein Schneepflug, die Kinder schlecht gekleidet.

Die Knechte mussten um 4 Uhr aufstehen, alle wuschen sich am Trog mit kaltem Wasser. Gefährlich die Arbeiten mit dem Schlitten, es gab oft tödliche Unfälle. Mit dem "Eiszapfen-Boarischen" setzte der Zitherclub das Thema fort, bis die "Traurigen Boum" dann "Am Aumt nau da Orwat" Feierabend machten. Rückerl las vom Alltagsleben der Bauern im Winter vor. Nur eine Stube wurde beheizt, alle Ritzen abgedichtet, damit die teure Wärme drin blieb. Im Zimmer hielten sich alle auf: Bauersleute, Dienstboten, Kinder, Hühner. Abgestandene Luft, Gestank und Rauch führten zu Brust- und Atembeschwerden. Die Folge war eine gehäufte Sterblichkeit bei Neugeborenen und Kleinkindern.

Der Waschtag war eine Herausforderung. Gewaschen wurde am Brotbacktag, im engen, aber warmen Backhäuschen. So gefror die Wäsche nicht. Gespült wurde jedoch im Dorfweiher, der zugefroren war. Die Bäuerin musste ein Loch ins Eis hacken. Wie gut, dass es jetzt Waschmaschinen gibt. Damit es wieder lustiger wurde, erzählte Hartwig von der schwarzen Socke im Kochwaschgang.

Nach der Geschichte über die eiskalten Kirchen im Winter und kleine "Gebetsbuchöfen" zum Wärmen der Hände und dem Gedicht vom "grantigen Beichtvater" jammerten die "Traurigen Buam" mit Akkordeonbegleitung vom "Lamentierenden Schneider" und vom "Armen Haislmo". Ein schwungvoller Rheinländer und die Melodie "Lustiges Schneetreiben" leiteten über zum Sketch, in dem sich Regina Schmid und Rudi Förster als "Die zwoa Schmaderer" Gedanken um das richtige Weihnachtsgeschenk für den "Buam" machen.

Zipflhaam tut's auch


Der hatte zwar einen Wunschzettel geschrieben und hätte gern ein Videospiel und ein Maschinengewehr. Doch sein Vater fand, eine "Zipflhaam" reicht auch, weil er als Bub auch eine bekommen hat. "Blau mit weißem Zipfel, oder andersrum?". Eine solche bekam Förster am Ende auch aufgesetzt. Ein flotter Weihnachtsboarischer der Zithergruppe, verstärkt durch einen Kontrabass, und ein gemeinsames Weihnachtslied beendeten den Abend.
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