Informationsforum am 22. Juni über Karrieren in Ausbildungberufen
Meister steigen auf

Birgit Trummer und Ralf Kohl von der IHK Regensburg, Landrat Andreas Meier und Alexandra Feistl von der Wirtschaftsförderung für den Landkreis (von links) sehen große Potenziale für betriebliche Ausbildungen. Bild: blu

Verrußte Gesichter, stumpfe Fließbandarbeit, miese Bezahlung. Das ist das Bild, das immer noch viele von betrieblicher Ausbildung haben. "Viele Eltern denken immer noch, Studium ist das allein Seligmachende", bedauert Landrat Andreas Meier fest. Auch Ralf Kohl von der Industrie- und Handelskammer (IHK) stellt fest, dass die Potenziale von Ausbildungsberufen immer noch stark unterschätzt werden.

Die Zahlen sprechen dagegen: Fachwirte und Betriebswirte hätten in vielen Branchen dasselbe Qualifikationsniveau wie Bachelor- und Masterstudenten - und das gleiche Verdienstniveau. Das heißt, Facharbeiter verdienen oft genauso viel wie Akademiker. Erstere durchlaufen dazu noch eine kürzere Ausbildung, verdienen früher Geld. Besonders die duale Ausbildung, mit zwei Lernorten im Betrieb und an der Berufsschule, ist vielversprechend. Deshalb hat sich die Wirtschaftsförderung im Landkreis zusammen mit der IHK Regensburg dazu entschieden, "die duale Ausbildung ein wenig zu pushen", wie es Landrat Meier beschreibt.

In der Neustädter Stadthalle organisieren sie am Mittwoch, 22. Juni, von 16.30 bis 18.30 Uhr die kostenfreie Veranstaltung "Karrierestart Dual - Forum für Eltern und Lehrer der Gymnasien, Realschulen und Fachoberschulen". Besucher bekommen tiefe Einsicht in die Praxis. Personalreferenten und Auszubildende von Hueck Folien und Witt Weiden berichten über ihre Erfahrungen.

Besonders in der Oberpfalz sieht Kohl Potenziale für junge Leute, die sich für eine Ausbildung entscheiden. Zum einen ist die Oberpfalz in der Metall- und Elektrobranche vorne mit dabei. "Die Exportquote bei den Oberpfälzer Betrieben liegt bei knapp 50 Prozent", berichtet der IHK-Bereichsleiter für Berufsbildung. Zudem fehlten im Jahr 2030 bis zu 30 000 Fachkräfte in der Oberpfalz, aber nur 1000 Akademiker.

In der Region können sich Fachkräfte genauso in Führungspositionen hocharbeiten, stellt Kohl fest. "Man sieht ja, wenn die Konzernspitze in Frankreich sitzt, machen die schnell mal auch ein Werk dicht. In den Oberpfälzer Betrieben haben die Vorgesetzten eine ganz andere Bindung zu den Mitarbeitern", erzählt Meier.

Das bestätigt auch Birgit Trummer von der IHK. Vielen sei auch nicht bekannt, das man seit 2009 mit einem Meister- und Fachwirtabschluss an einer Universität studieren könne. Die Organisatoren bitten um Anmeldung bis 20. Juni an Karin Kroneder, Telefon 0941/5694284, E-Mail: kroneder@regensburg.ihk.de.
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