Jahreshauptversammlung des Neustädter Hegerings
Verbissene Lage

In der Jahreshauptversammlung des Neustädter Hegerings ging es vor allem um die Verbisssituation. Hegeringleiter Reinhard Gevatter und Hildegard Burger von der Unteren Jagdbehörde wollen einen Konsens erreichen. Bild: arw

Die Jäger des Neustädter Hegerings (HG) ließen kein gutes Haar am Forstlichen Verbissgutachten aus dem Frühjahr 2015. Dazu hatte sich Hegegemeinschaftsleiter Reinhard Gevatter zur Jahreshauptversammlung. Unterstützung von der Unteren Jagdbehörde und des Kreisverbandes der Jäger ins Gasthaus Miedl geholt.

"In acht Revieren ist der Verbiss zu hoch", sagte Gevatter. "Mit zwei weiteren Hgeringen gehören wir zu denen, bei denen die Bewertung zu hoch ausfällt und der Abschuss erhöht werden muss." Er bezeichnete den Hegering als "Sorgenkind" des Forstamtes. Ausreißer in der Bewertung sei der Nachwuchs an Kiefer und Buche, wobei es bei den Kiefern keine geschützten Flächen gebe.

Mit 2012 identisch


Im gesamten Hegering seien die Waldbauern zufrieden, wusste der Vorsitzende. In den Wortmeldungen ging es allerdings immer wieder gegen die Forstbehörde. Das Waldverjüngungsgutachten, das Forstdirektor Gerhard Hösl unterzeichnete, stellt fest, dass der Laubholzanteil bis 20 Zentimeter Höhe in der Initialphase der Verjüngung genauso groß wie 2012 sei. Von der 10 805 Hektar großen HG-Fläche sind 4300 Hektar Waldfläche. Hösl wies auf die Edelbaumarten hin, bei denen die Verschlechterung auf 35 Prozent angestiegen war. Im Hegering gebe es unterschiedliche Situationen. Gut die Hälfte der Reviere werde als tragbar gewertet. Ebenso gebe es etliche Gebiete, die als zu hoch bewertet wurden. Gerade in diesen Jagdrevieren könnten Mischbaumarten nicht hoch genug wachsen.

Der Grundsatz laute zwar "Wald vor Wild", aber für Gevatter sollte es heißen "Wald und Wild". "Wir müssen auf die politischen Mandatsträger in unseren Raum zugehen, um dieses Problem zu lösen."

Hösl denkt an eine Erhöhung zwischen 20 und 30 Prozent für das gesamte HG-Gebiet. Dabei ging ein Raunen durch den Saal. Schriftliches ist allerdings noch nichts eingegangen.

Gevatter schlug für den gesamten Ring eine Erhöhung zwischen 10 bis 15 Prozent vor. Somit wären Revierpächter und Jagdvorsteher gesetzeskonform. Selbst der Fachsachbearbeiterin an der unteren Jagdbehörde, Hildegard Burger, gefällt die Bezeichnung "Rot" nicht. Sie schlug vor, so schnell wie möglich die Abschusslisten beim Landratsamt abzugeben. Dann kann die neue Abschussliste für de nächsten drei Jahre erstellt werden.

Erschrecktes Wild


Der Erfüllungs-Grad von 101 Prozent habe trotz der Erhöhung der letzten drei Jahre nicht gereicht, so Burger. Die Wildunfälle hätten um gut 26 Prozent zugenommen und seien mit Personenschäden auf 16 angestiegen.

"Das Ergebnis liegt am Verkehr, nicht am Wildbestand, der mehr geworden ist", meinte ein Jäger. Das Wild werde aufgescheucht, und die Unfälle ereignten sich in der Dämmerung. Es müsste ein Gefahrenschild Wildwechsel aufgestellt werden.

Gevatter verwies auf ein Schreiben, in dem es um Schalldämpfer geht. Dieser ist genehmigungsfähig und muss in die Waffenbesitzkarte eingetragen werden. "Empfohlen wird eine Wildfolgevereinbarung. BJV- Kreisvorsitzender Michael Schiffer sprach sich für ein Lebensraumgutachten aus, das bezuschusst wird.
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