Jogger bekommt nach Sturz auf Bocklweg 1200 Euro Schmerzensgeld
Stadt stolpert vor Gericht

Auf einer solchen Holzplanke verdrehte sich ein Jogger vergangenes Jahr den Fuß. Dafür machte er die Stadt verantwortlich. Die lässt die Bretter über die Brücken am Bocklweg zwar regelmäßig überprüfen, musste dem Mann jüngst aber 1200 Euro zahlen. Bild: Schönberger

Die Stadt muss einem Jogger 1200 Euro zahlen. Der Mann war im Herbst vergangenen Jahres auf einer Brücke über den Bocklweg auf eine morsche Holzbohle getreten und hatte sich dabei verletzt.

Das Landgericht Weiden warf der Stadt Neustadt vor, ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht nachgekommen zu sein. Sie hatte den Fall ihrer Versicherung übergeben. Die hat zunächst beantragt, die Klage abzuweisen.

Der Kläger, ein Selbstständiger aus Altenstadt, verlangte über seinen Anwalt Hans-Peter Lang aus Pleystein 2000 Euro Schmerzensgeld. Die Gegenseite bot daraufhin 700 Euro. Richter Thomas Hys schlug vergangene Woche im Prozess einen Vergleich vor. Beide Seiten einigten sich auf 1200 Euro.

Was war passiert? Der Mann lief am 6. Oktober 2015 auf dem Bocklweg, trat auf einer der drei Brücken im Stadtgebiet auf das morsche Brett und fiel. Die Diagnose: eine Bänderzerrung am linken Fußknöchel und eine Sprunggelenksdistorsion, in deren Folge der Mann einige Zeit arbeitsunfähig war. Interessant: Im April 2015 hatte die Stadt selbst eine Brückenprüfung in Auftrag gegeben. Das tut sie in regelmäßigen Abständen. Diese Prüfung habe ergeben, dass die Stadt laut Anwalt Lang einige Bretter "unverzüglich" hätte austauschen müssen. Bürgermeister Rupert Troppmann spricht dagegen grundsätzlich von "Handlungsbedarf" statt von einer kurzfristigen Empfehlung. "Wir haben unserer Überprüfungspflicht genüge getan."

Der Rathauschef weist darauf hin, dass die Stadt ihre Brücken alle vier Wochen von der "Denkstatt" reinigen lässt. "Aber manches sieht man halt nicht." Ein Beschluss in der jüngsten Bauausschusssitzung habe mit dem Prozess nichts zu tun. Darin hieß es, die Stadt werde die obere Balkenlage der Querungen über den Floßbach am Bocklweg auswechseln lassen. In Eigenregie wird der Bauhof Lärchenholzbretter montieren.

Ein TÜV-Ingenieur empfahl Bretter mit Rillen. Die Aktion soll rund 35 000 Euro kosten. Dabei werden laut Troppmann aber die unteren Trägerbalken ausgewechselt, in denen die Schrauben nicht mehr so gut halten.
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