Jugendamt informiert Gymnasiasten über unbegleitete minderjährige Flüchtlinge
Bilder sprechen lassen

Wenn Flüchtlingskinder in Deutschland ankommen, haben sie meist schon eine lange Geschichte hinter sich, die nicht spurlos an ihnen vorübergeht. Johannes Stahl vom allgemeinen Sozialdienst (ASD) des Kreisjugendamtes informierte die Schüler des Gymnasiums über sogenannte unbegleitete minderjährige Ausländer (UmA). Der Vortrag war von Initiatorin Franziska Seitz als Einführungsveranstaltung für ein Projekt im Kunstunterricht gedacht.

107 Flüchtlingskinder


Bei dem Projekt soll aus Bildern eine "Kommunikationsmatrix" als internationale Verständigungsmöglichkeit entwickelt werden. Das soll ausschließlich über Piktogramme, Zeichen, Symbole und "Emojis" funktionieren. Dabei werden sowohl Schüler der neunten Klasse als auch Flüchtlinge eingebunden, die derzeit vom Jugendamt in der Jugendhilfeeinrichtung "Eiche Noah" der Firma Keto in der Nähe des Gymnasiums untergebracht sind. Diese wird vom BDK Bayern, dem Fachverband der Kunstpädagogen, gefördert.

Stahl informierte über rechtliche Grundlagen und schilderte das Vorgehen des Allgemeinen Sozialdienstes bei der sogenannten "Inobhutnahme". Die Unterbringung, Versorgung und die Integration der Jugendlichen in der Gesellschaft wurden angesprochen.

Momentan sind im Landkreis Neustadt/WN 107 unbegleitete minderjährige Asylbewerber entweder in Pflegefamilien, Jugendhilfeeinrichtungen oder Wohngruppen untergebracht. Für sie besteht je nach Alter entweder Regel- oder Berufsschulpflicht. Die meisten kommen aus Afghanistan, Eritrea und Syrien. Das Jugendamt ist weiterhin auf der Suche nach Pflegefamilien. Ein weiteres Thema waren die Hilfsangebote des Landkreises.

Einziger Überlebender


Besonders wichtig war es Stahl, den Gymnasiasten zu vermitteln, dass die Asylbewerber und vor allem die minderjährigen keine anonyme Masse sind, sondern jeder einzelne ein persönliches Schicksal trägt und eine Geschichte hat. Hierzu erzählte Stahl von seiner täglichen Arbeit. So habe der 13-jährige Khalil aus Syrien auf die Frage, warum er alleine aus seinem Heimatland geflogen sei, geantwortet: "Weil ich der einzige Überlebende meiner Familie bin." Wünsche der Jugendlichen seien, in Frieden zu leben, in die Schule gehen zu dürfen, Deutsch zu lernen sowie eine berufliche Perspektive zu haben.
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