Karriere in der Heimat
Woche der Aus-und Weiterbildung

Noch berät Thomas Wittmann die Kunden, denn das Vorstudium zum Sparkassen-Betriebswirt kann er berufsbegleitend absolvieren. Wenn er freigestellt ist, kann er sich voll auf die Fortbildung konzentrieren. Bild sbü:

In der Region bleiben und Karriere machen, dieser Wunsch bleibt vielen Studierenden versagt. Wer sich zuerst für eine Berufsausbildung entscheidet und sich dann weiterbildet, kann in gewohnter Umgebung bleiben und trotzdem beruflich aufsteigen. Dies gilt auch für Hauptschulabsolventen.

Sparkassen-Fachwirt Thomas Wittmann arbeitet als Vermögenskunden- und Individualkundenberater bei der Geschäftsstelle Erbendorf der Vereinigten Sparkassen Eschenbach-Neustadt-Vohenstrauß. Seit Anfang des Jahres hat für den 26-jährigen das Vorstudium für den Sparkassen-Betriebswirt an der Sparkassenakademie Bayern in Landshut begonnen.

Weil die berufliche Entwicklung des jungen Bankers von den Organisatoren der Woche der Aus-und Weiterbildung (19. bis 27. Februar) für beispielgebend für eine berufliche Karriere nach einer Lehre betrachtet wird, soll Wittmann am Ausbildungserlebnistag am 19. Februar als " Role-Model" präsentiert werden. Im Gespräch mit dem "Neuen Tag" erzählt Wittmann über seine Berufsausbildung und seine Arbeitsfelder. "Das Lernen hat bei mir nie aufgehört", sagt er von sich. Aber im Gegensatz zu seinem Bruder, der ein Masterstudium in Physik absolviert, hat Wittmann stets Fortbildung und Erwerbstätigkeit parallel ausgeübt. "Mit einem Abschluss als Sparkassen-Betriebswirt kann ich Tätigkeiten bis unterhalb der Vorstandsebene erreichen", sagt er von sich.

Begonnen hat Wittmann seine Berufslaufbahn 2006 als Hauptschulabsolvent in Altenstadt mit mittlerer Reife mit einer Ausbildung als Fachkraft für Lagerlogistik bei der Deutschen Post. "Für die Sparkassenausbildung sind Sie noch zu jung", war ihm gesagt worden. Berufsziel war und blieb jedoch die Sparkasse. 2010 hatte dort die erneute Bewerbung Erfolg, und so begann Wittmann nach seinem Zivildienst eine zweite Ausbildung als Bankkaufmann.

Noten als Türöffner


"Jetzt wurden die Karten neu gemischt", berichtet er heute, denn in seiner Ausbildungsgruppe waren Kollegen mit unterschiedlichsten Bildungsabschlüssen, auch Abiturienten. Wittmann zählte zu den Besten in der Oberpfalz und wurde von der IHK ausgezeichnet. Rasch wurde er Privatkundenberater in der Geschäftsstelle Pressath und absolvierte teilweise berufsbegleitend, teilweise mit Freistellung die Ausbildung zum Sparkassenfachwirt in Landshut.

Mit dem Satz "Meine Noten waren mein Türöffner" erklärt der heutige Vermögens-und Individualkundenberater mit sichtbarem Stolz seinen raschen Aufstieg. Zwar sei er fast im gesamten Landkreis zum Einsatz gekommen, konnte dabei aber immer zu Hause in Steinreuth wohnen. Manchmal erlaubte es seine Zeit sogar, auf dem elterlichen landwirtschaftlichen Nebenerwerbsbetrieb zu helfen.

Freude am Beruf


Mit seiner Praxiserfahrung sieht sich Wittmann eindeutig im Vorteil gegenüber Abiturienten, die ein duales Studium absolvieren. In der Ebene, in der er arbeitet, werde kein Unterschied mehr gemacht, ob jemand Abitur besitzt oder nicht. "Das Unternehmen investiert viel Geld in die Fortbildung seiner Mitarbeiter." So würde er demnächst zweimal über zehn Wochen für die Fortbildung freigestellt. Ausschlaggebend seien deshalb die persönliche Leistung und die Begeisterung für den Beruf.
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