Konrektor der Lobkowitz-Realschule Wolfgang Mühlbauer verabschiedet
Mit Rechenaufgabe in den Ruhestand

Der Konrektor der Lobkowitz-Realschule Wolfgang Mühlbauer (Dritter von links) verabschiedet sich nach insgesamt 42 Jahren Lehrerdasein in den Ruhestand. Nachfolgerin ist Martina Fels (Zweite von links). Von den Schülern bekam der 65-Jährige eine Aufgabe für den Ruhestand: Ein Bäumchen mit vielen Wünschen soll sich der Hobbygärtner mit nach Hause nehmen. Bild: Schönberger

Schüler, Kollegen und Familie strömen in die Aula der Lobkowitz-Realschule, um eine "Mathe-Koryphäe" zu verabschieden. Konrektor Wolfgang Mühlbauer geht nach 38 Jahren in den Ruhestand.

Einen Einkaufswagen voller Jahresberichte schoben die Schülersprecher David Schulze und Anna Stingl auf die Bühne. Berichte aus 38 Jahren. Was sie gemeinsam haben? In allen ist Mühlbauer zu sehen. Seit dem Schuljahr 1978/79 unterrichtete der 65-Jährige an der Lobkowitz-Realschule. Das Musikseminar gestaltete den Festakt gemeinsam mit den Chorklassen musikalisch.

Per Videobotschaft führte die SMV durch das Programm. Bei einem Rückblick auf Mühlbauers Lehrerdasein zogen viele Bilder von Schülern, Kollegen und Veränderungen am Schulhaus an ihm vorbei. In der Kategorie "Nachgefragt" wurden Schüler zu Herrn Mühlbauer interviewt: "Er vergab für vergessene Hausaufgaben auch gerne zwei Striche".

Wunschbaum


Bevor die Mathe-Legende von den Schülersprechern in den Ruhestand verabschiedet wurde, stellten sie ihr noch eine Rechenaufgabe. "Wenn`s nicht zu schwer ist", schmunzelte der 65-Jährige, löste souverän und verdiente sich den Ruhestand. Alle Klassensprecher lasen zum Abschied Wünsche vor. Diese hängten Schüler an ein Bäumlein, das Mühlbauer in seinen Garten pflanzen könne.

Die Jugendlichen hoffen, dass ihm im Ruhestand nicht langweilig werde. Falls doch, solle er vorbeikommen und Mathe unterrichten. Kurzerhand zerstreute er die Sorgen: "Die Kopfrechenaufgaben werde ich an die Kollegen weiterleiten." Die Fächerkombination Mathematik und Physik tat der Beliebtheit des Lehrers keinen Abbruch.

"Sie werden uns fehlen", beteuerte Elternbeiratsvorsitzende, Daniela Joachimsthaler. Von ihr wurde der Friedenfelser als ein Mann mit Herz, Engelsgeduld und Gerechtigkeitssinn beschrieben. Sie wünschte ihm einen angenehmen "Unruhestand".

Von den Kollegen lobte Personalrat Alexander Gröger das unkomplizierte Zwischenmenschliche und die Fachkompetenz des Neu-Ruheständlers. Während der Zeit an der Lobkowitz-Realschule habe er Projekte wie den Mathematik-Landeswettbewerb mitgestaltet. Spannung, Spiel und Spaß sollten ihm die Geschenke der Kollegen bringen. Besonders gerne werkelt der 65-Jährige im Garten oder radelt durch die Region. Deshalb bekam Mühlbauer vom Kollegium symbolisch einen alten Drahtesel geschenkt. Mit einem Gutschein für eine Radreise kann sich der Pädagoge schöne Tage im Ruhestand machen. Dazu verriet der scheidende Konrektor: "Es kommt Stress auf. Ich bin gefordert."

Besonders freute sich Johannes Koller, der ehemalige Realschuldirektor der Lobkowitzer, die Abschiedsrede halten zu dürfen. In insgesamt 42 Dienstjahren erfüllte Mühlbauer seine Amtspflichten mit 1000-prozentiger Gewissenhaftigkeit. Von ihm konnten sich Kollegen etwas abschauen. "Deine Ratschläge waren immer wohlüberlegt, keine Schnellschüsse", lobte der Ministerialbeauftragte für die Realschulen Oberfranken. Zu schwer sei dem Ingenieur nichts, auch nicht die Reparatur eines alten Overheadprojektors.

"Zwei Wochen war ich im Ruhestand zur Probe. Meine Frau meint, das passt schon." Für ihn sei es neu, die Tage nicht mehr zu zählen, bis der Unterricht wieder anfange, wie es ein gewissenhafter Lehrer mache. "Mit dem Limes gegen unendlich hatte ich schon immer Schwierigkeiten", definierte der Friedenfelser.

Spontan und ideenreich


Die Nachfolge tritt seine Kollegin Martina Fels an. "Sie kam, sah, und siegte," Rektorin Irene Sebald beschreibt sie als Powerfrau voller Spontanität und Ideenreichtum. Sie wurde direkt nach Mühlbauers Verabschiedung eingeführt. Seit 2003 unterrichtet sie an der Lobkowitz-Realschule. Die Rektorin blickt zuversichtlich in die Zukunft: "Mit ihrem Optimismus und ihrer Energie wird sie ihren neuen Job gut meistern."
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