Kreisjugendring raus aus Stützelvilla, aber gut drin in der Jugendarbeit
Aus, aber lang nicht vorbei

Zuhören lohnte bei der Vollversammlung des Kreisjugendrings: Kreisjugendring-Chef Rupert Seitz (am Podium) spricht von vielen Bereicherungen wie von der Taschengeldbörse. Bild: plue

Die Schließung der Stützelvilla ist ein harter Einschnitt. Aber einer, der Chancen birgt, heißt es bei der Vollversammlung des Kreisjugendrings. Und das nicht nur für die Jugend.

Neustadt. Eines stellt Landrat Andreas Meier ganz deutlich fest bei der Vollversammlung des Kreisjugendrings (KJR): "Die Jugendarbeit im Landkreis hängt nicht an der Stützelvilla." Schließlich werde das durchschnittliche Defizit von 85 000 Euro weiter für die Jugend im Landkreis verwendet. "Nutzt diesen Neustart positiv. Vielleicht können wir so auch Radikalisierung vermeiden", meint Meier, der neben Silvia Tusch (Stadtjugendring Weiden), Thomas Vitzthum (Bezirksjugendring) und Jürgen Preisinger (Kreisjugendring Neustadt) Grußworte spricht.

Noch mehr Angebote


Zu Meiers Worten passt, dass der KJR sich für 2017 bis 2019 viele neue Ziele setzt, ja gar eine Neuorientierung plant. Das äußert sich etwa in Form verschiedener innovativer Projekte. "Diese Punkte sind nun von euch mit Leben zu füllen", fordert Vorsitzender Rupert Seitz. Und darum geht's:

Es soll mehr Ferien- und Freizeitangebote geben. Der KJR will sie künftig auch auf die kleinen Ferien wie die zur Herbst- und Faschingszeit ausweiten. "Dafür sollte eine landkreisweite Plattform geschaffen werden", sagt Seitz. Zudem erweitert sich das Angebot generell. So sind etwa in den Pfingstferien 2017 neben diversen Sprachreisen nach England auch eine dreitägige Radtour durch den Landkreis, eine Kanutour auf der Naab sowie eine Tagesfahrt zum Bayern-Park geplant.

Neu ist die Taschengeldbörse . Jugendlichen werden hier Jobs vermittelt, bei denen sie Senioren, Familien und Berufstätigen zur Hand gehen. Damit bessern sie sich ihr Taschengeld auf. Der Unterschied liegt darin, dass Privatpersonen und nicht Firmen oder Kommunen den Kindern einfache, ungefährliche und unregelmäßige Arbeiten anbieten. Darunter fallen etwa Einkäufe oder das Mähen von Rasenflächen. "Obendrein wird damit der Kontakt zwischen Alt und Jung bewusst gefördert. Der Kreisjugendring ist der Vermittler", erklärt Geschäftsführer Martin Neumann.

Vorgestellt wurde zudem das Programm "Demokratie leben ", das seit 2015 Anna Schätzler bei der Koordinierungsstelle betreut. "Es geht um den Kampf gegen gruppenbezogene Fremdenfeindlichkeit", betont Schätzler. Gefördert werden etwa Filmvorführungen an Schulen wie die Präsentation von "Blut muss fließen - Undercover unter Nazis".

Auch eine landkreisweite Materialbörse wird eingeführt. Im Zuge dessen werden alle von den Verbänden, Vereinen und Gruppen vor Ort angeschafften Gegenstände wie Zelte, Kanus oder Kicker erfasst und anderen Jugendgruppen kostengünstig zur Verfügung gestellt.

Referenten zu mieten


Ähnlich wie mit den Materialien soll es auch mit Menschen funktionieren. Der KJR will hier einen Referentenpool für überörtliche Jugendbildungsarbeit zur Verfügung stellen. Vorab muss daher eine Liste von Schulungsangeboten, Vorträgen und Workshops mit geeigneten Rednern erstellt werden, die für die Weiterbildung von ehrenamtlichen Mitarbeitern und Vorständen in Verbänden, Vereinen und Gruppen im Landkreis eingesetzt werden. Vorgesehen ist hier eine Zusammenarbeit mit der Volkshochschule, den Beratungs- und Bildungsstellen sowie mit Referenten anderer Jugendorgane.

Ganz abgeschlossen ist das Thema Stützelvilla übrigens dennoch nicht. Das wird bei der Besprechung des Haushaltsplans für 2017 klar. Der KJR wird das Gebäude voraussichtlich am 31. März an den neuen Eigentümer, den Freistaat, für das Digitalisierungs- und Vermessungsamt übergeben. So lange übernimmt die Jugendorganisation die Verwaltung, den Unterhalt und Hausmeister- sowie Winterdienste. Dafür werden 45 900 Euro veranschlagt.
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