Kreisumlage sinkt
Landkreis Neustadt/WN mit Rekordhaushalt

Frohe Kunde für die 38 Städte und Gemeinden: Die Kreisumlage wird heuer erneut sinken. Schon bevor der Kreisausschuss heute Nachmittag in die Haushaltsberatungen einsteigt, bietet Kämmerer Alfons Bauer an, den Umlagensatz für diese "Gemeindesteuer" um einen auf nur noch 44 Prozentpunkte zu reduzieren.

Besonders erfreulich: Die Umlagegrundlagen 2016 haben sich für den Landkreis erheblich verbessert. Bayernweit steigt der Satz durchschnittlich um 9,7 Prozent gegenüber 2015 und in der Oberpfalz um 10,5 Prozent. Spitzenreiter im Regierungsbezirk ist Neustadt mit 16,7 Prozent. Das wirkt sich in erster Linie natürlich bei den Einnahmen aus und beschert dem Landkreis einen größeren finanziellen Spielraum.

Gewerbesteuer brummt


Die wichtigste Geldquelle ist die Kreisumlage. Dank der besseren Umlagekraft ist der Punkt Kreisumlage heuer mehr wert. Der verringerte Satz von 44 Prozentpunkten spült 39,5 Millionen in die Kreiskasse. Das sind immer noch 4,9 Millionen oder 14,2 Prozent mehr als im Vorjahr bei 45 Prozent. Trotz der günstigeren Ausgangslage fallen die Schlüsselzuweisungen nur um 100 000 Euro niedriger aus als im Vorjahr (17,5 Millionen Euro). Das liegt aber vor allem an der neuen Berechnungsmethode.

Die Kehrseite der Medaille: Bei der Bezirksumlage muss der Landkreis heuer deutlich mehr nach Regensburg überweisen. Bei gleichbleibendem Hebesatz von 18,5 Prozent sind das 16,6 Millionen Euro, 2,4 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.

Aber ansonsten lassen die besseren Umlagezahlen bei den Steuereinnahmen die Kasse klingeln: die Grundsteuer A 843 994 statt 771 000 Euro, Grundsteuer B 7,1 Millionen statt 5,6 Millionen Euro, Gewerbesteuer 21,8 statt 16,7 Millionen Euro, Einkommensteuer 31,2 statt 29,2 Millionen Euro und die Beteiligung an der Umsatzsteuer mit 2,6 statt 2,5 Millionen Euro. Insgesamt sind das 8,6 Millionen Euro mehr als 2015.

Deutlich steigen die Personalkosten - um 832 193 (6 Prozent) auf 14,8 Millionen Euro. Das liegt in erster Line an den Asylbewerbern. 370 000 Euro mehr, nämlich 1,5 Millionen Euro, stehen für den Bauunterhalt der Landkreisgebäude zur Verfügung. Allein 300 000 Euro sind für die beiden Lobkowitzer Schlösser, 200 000 Euro für das Hallenbad Vohenstrauß, 150 000 Euro für das Gymnasium Eschenbach, 115 000 Euro das BSZ Neustadt und 125 000 Euro für das Landwirtschaftsamt in Weiden. Weil der "Kobel" abgebrochen wird, muss die Verwaltung ins Krankenhaus und in die ehemalige VG in de r Freyung umziehen. Dafür sind 62 000 Euro vorgesehen.

Tiefbau: Rotstift angesetzt


Stark gestutzt wurde der Tefbau mit nur noch 3,74 Millionen Euro (Vorjahr: 7,58 Millionen Euro). Kämmerer Alfons Bauer sieht darin angesichts großer Projekte im vergangenen Jahr eine Normalisierung.

Die Schwerpunkte sind: Radweg Oberbibrach-Speinshart (NEW 5) sowie der Ausbau Pressath-Wollau (NEW 24), Böhmischbruck-Etzgersrieth (NEW 35) und Hagendorf-Miesbrunn (NEW 33). Erstmals nehmen die Jugendhilfeausgaben nicht dramatisch zu. Die 10,45 Millionen Euro liegen knapp über dem Vorjahresniveau.

Rekordetat übersteigt 100-Millionen-Euro-MarkeDie Summe, die vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt zugeführt wird, gilt als Gradmesser für sparsames Wirtschaften. Das sind heuer 6,2 Millionen Euro und damit noch einmal rund 700 000 Euro mehr als 2015. Zudem werden aus der allgemeinen Rücklage 805 595 Euro entnommen. Damit ist das Zahlenpaket ausgeglichen. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf 105,2 Millionen Euro (Vorjahr: 96,82 Millionen): 93,17 Millionen Euro im Verwaltungs- und 12,06 Millionen Euro im Vermögensetat. Die Schulden betragen zum Jahresanfang 9,5 Millionen Euro. Eine Kreditaufnahme ist nicht vorgesehen. (ms)
Weitere Beiträge zu den Themen: Haushaltsberatungen (4)Kämmerer Alfons Bauer (2)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.