Kriminalstatistik 2015
Mehr Einbrüche und Schlägereien

So sah es im Büro der "Brautgalerie" in der Fröschaustraße aus, nachdem dort zwei Einbrecher Geld gesucht hatten. Die beiden sitzen inzwischen ein, Einbrüche sind aber dennoch ein Problem, das der Polizeiinspektion reichlich Arbeit beschert. Bild: hfz

Immer mehr Einbrecher und Schläger machen den Beamten der Polizeiinspektion Neustadt zu schaffen. Kein Grund zur Panik. Trotz einiger alarmierender Ziffern war die Lage rund um die Kreisstadt zuletzt so sicher wie lange nicht.

Sorgen bereiten tatsächlich die vielen Wohnungseinbrüche. Ihre Zahl stieg zwischen 2014 und 2015 im PI-Bereich von 12 auf 26. Ein beachtlicher Teil davon ging auf das Konto von zwei Kosovaren, die inzwischen verhaftet sind. Die beiden drangen in Häuser in Schlattein, Störnstein und Wildenau ein. Zum Teil, als die Besitzer gerade darin schliefen. Auch der Einbruch in die Brautgalerie in Neustadt im Oktober geht auf das Konto des Duos.

Wer daraus vermehrt Ausländerkriminalität ableiten will, irrt, erklärt Inspektionsleiter Werner Hanauer. Der Ausländeranteil an den Straftaten im Jahr 2015 lag bei 20,7 Prozent. Davon hatten nur 42 Menschen ihren Wohnsitz im Landkreis und 24 in Bayern. Ausländer sind allerdings gut dabei, wenn die Beamten auf dem Autobahnparkplatz Grünau kontrollieren. Dabei gehen ihnen bisweilen kapitale Fänge ins Netz. In Grünau nehmen die Polizisten dicke Fische auf der Durchreise an den Haken, die zum Teil Verbrechen wie Raub, Drogenhandel und Erpressung im Haftbefehl stehen hatten.

Vorsicht bei der Asylstatistik: 2014 lagen 67 Fälle gegen das Aufenthaltsgesetz vor, 2015 waren es schon 166. Das heißt nichts anderes, als dass registrierte Asylbewerber aus ihrer Unterkunft ausgebüchst sind, um sich meist in Richtung einer Großstadt aufzumachen.

Hohe Aufklärungsquote


Diese als Straftaten gewerteten Verstöße tragen dazu bei, dass die Zahl der Kriminaldelikte im Landkreis in zwölf Monaten von 3595 Taten auf 4332 in die Höhe schoss. Rechnet man die Aufenthaltsvergehen heraus, sank die Gesamtzahl von 3105 auf 2873. Das ist der niedrigste Wert seit 2009. Die Arbeit der Dienststelle Neustadt hat daran erheblichen Anteil. Dort rauschten die Vergehen innerhalb eines Jahres von 1237 auf 1114 nach unten. Parallel dazu zeigte die Aufklärungskurve nach oben. Die Quote stieg von 67,6 auf 74 Prozent.

Hanauer führt dies auch darauf zurück, dass die Bürger besser aufpassen. Vor allem mit Daten: 122 angezeigte Betrügereien, Diebstähle, Vermögens- und Fälschungsdelikte sind nicht wirklich viel. "Die Leute sind sensibler, was ihre Karten und Geheimzahlen betrifft", freut sich der Inspektionsleiter. Auch Ladendetektive machen Langfingern zunehmend das Leben schwer. Klassiker sind nach wie vor Versandbetrügereien. Das Prinzip "bestellt und nicht bezahlt" ist der Dienststelle wohlbekannt.

Auch die Drogenszene hatte es zuletzt ungemütlich im mittleren Landkreis. Die Zahl der Anzeigen sank von 66 auf 41.

Bei den Orten im PI-Bereich teilen sich Windischeschenbach (46 Delikte), Altenstadt (35) und Neustadt (44) die Spitze. Keineswegs verbergen sich dahinter No-go-areas oder notorische Verbrecher, versichert Hanauer: "Dort sind Dienststellen oder ein Kontaktbeamter unmittelbar in der Nähe, also wird auch mehr angezeigt. Die Bürger suchen die Polizei."

Nervöse FäusteAußer dem schockierenden Fund einer Babyleiche auf einem Supermarktparkplatz waren Mord und Totschlag 2015 Fehlanzeige. Dennoch machten etliche Gewalttäter von sich reden. Vieles davon betrifft Discoschlägereien und ähnliches. "Es wird sehr leicht gerauft. Meistens ist dabei viel Alkohol im Spiel", seufzt Werner Hanauer. Im gesamten Landkreis schossen solche Vergehen in die Höhe. Im PI-Bereich ist die Statistik durchwachsen. Rohheitsdelikte kletterten von 55 auf 74, die schweren Körperverletzungen gingen leicht von 17 auf 15 zurück, die leichten Körperverletzungen sanken von 270 auf 252. (phs)
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