Landrat Andreas Meier spendet Blut
Ein Pieks, der Leben rettet

Landrat Andreas Meier war zum ersten Mal Blutspenden. Nach gut zehn Minuten war alles vorbei. Bild: ehi

"Schenke Leben, spende Blut", wirbt der Blutspendedienst in Neustadt. 121 Menschen kommen dem Aufruf nach. 60,5 Liter Blut vermeldet Gebietsreferent Rainer Endres am Ende. Mit dabei ist zum ersten Mal Landrat Andreas Meier

2000 Blutkonserven werden in Bayern täglich zur Versorgung von Patienten benötigt. "Das meiste davon wird mittlerweile für die Therapie von Krebspatienten gebraucht - nicht wie früher für Unfallopfer oder Operationen", erklärt Endres. Es sei wichtig, dass genügend Menschen regelmäßig spenden. Die Bevölkerung im Landkreis Neustadt und in Weiden liegt mit 7,7 Prozent im bayernweiten Durchschnitt. Eine Konserve hält 42 Tage, danach muss sie entsorgt werden. Das komme aber nicht vor, betont Endres.

Kein großer Aufwand


Dass eine Blutspende kein großer Aufwand ist, zeigt Landrat Andreas Meier. Zuerst muss er zur Registrierung. In einem Fragebogen gibt der Windischeschenbacher Auskunft über mögliche Erkrankungen. "Wer einen Magen-Darm-Virus hatte, darf vier Wochen nicht spenden. Wer ein frisches Tattoo hat fünf Monate", berichtet Endres. Der Fragebogen wird anschließend von einem Arzt überprüft, der zudem Blutdruck, Puls und Temperatur misst.

Im nächsten Raum überprüft ein Helfer des Blutspendediensts - die alle ehrenamtlich tätig sind - Meiers Eisenwert. Als Erstspender erfährt er zudem seine Blutgruppe. Dann geht es auf die Liege zum eigentlichen Aderlass. Arzthelferin Beate Bauer schließt Meier an die Maschine an.

"Warm", beschreibt der Kreischef das Gefühl. Es sei aber nicht unangenehm. Der ganze Vorgang dauert keine zehn Minuten. Ein halber Liter wird Meier abgenommen. 492 Milliliter als Spende, der Rest kommt in ein Teströhrchen, dass noch in der Nacht in einem Labor bei Würzburg untersucht und auf seine Brauchbarkeit geprüft wird. "Die Qualitätssicherung ist für uns ein entscheidender Faktor. Das Blut bekommen Menschen, die krank sind", erläutert Endres. Gleichzeitig geben die Tests auch den Spendern Sicherheit. Stellt das Labor Hinweise auf mögliche Krankheiten fest, wird der Spender informiert. "Wir machen zum Beispiel Aids- und Hepatitis-Tests." Bis zum nächsten Morgen sind die Konserven bayernweit in Krankenhäusern verteilt.

Spenden darf jeder der über 18 und unter 73 Jahren ist, über 50 Kilo wiegt, gesund ist und in den vergangenen vier Monaten weder gepierct noch tätowiert, noch operiert wurde. Männer dürfen sechsmal im Jahr kommen, Frauen viermal. "Wir wollen die Gesundheit der Spender nicht überstrapazieren", betont Medizinaldirektor Dr. Thomas Holtmeier.

Nach der Spende bittet Arzthelferin Bauer den Landrat noch fünf Minuten liegenzubleiben, anschließend fünf Minuten zusitzen und dann erst aufzustehen. "Nicht ohne Brotzeit heimgehen", ermahnt sie ihn zum Schluss.

Wiener und Gebäck


Jeder Spender bekommt anschließend eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken. Diesmal sind es Wiener und Gebäck. "Das ist auch eine Vorsichtsmaßnahme. So haben wir die Leute noch unter Aufsicht, falls doch was passiert", erklärt Endres. Bevor Landrat Meier aber in den Speiseraum geht, muss er noch sein Formular zum vertraulichen Selbstausschluss abgeben. Darauf bestätigen Spender, dass ihr Blut verwendet werden kann, oder geben an, dass es vernichtet werden soll. "Wenn sie zum Beispiel eine ansteckende Krankheit haben, aus Gruppenzwang aber zur Blutspende gegangen sind und sich nicht trauen, ihren Freunden etwas zu sagen", beschreibt Holtmeier den Sinn der Unterschrift. Blutspenden, für die diese Erklärung nicht vorliegt, werden vernichtet.

Und das Fazit von Landrat Meier? "Man spürt nur einen Pieks, es tut nicht weh und dauert nicht lang. Man muss sich eben nur die Zeit nehmen."

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Weitere Informationen:

www.blutspendedienst.com
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