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Die frühen Förderer des Musik-Talents Karl Franz aus Neustadt

Zum Orgelspielen brachten Karl Franz seine musikalischen Förderer aus Neustadt. Heute ist er Hauptorganist in der Kirche St. Sebald in Schwabach. Bild: hfz
Neustadt. Die Liebe zur Musik fing bei Karl Franz früh in seiner Kindheit in Neustadt an. Jetzt ist der 60-Jährige Hauptorganist in der katholischen Stadtkirche in Schwabach, leitet zwei Männerchöre und unterrichtet an der Städtischen Musikschule in Nürnberg.

Obwohl seine Eltern als Bauernkinder nie ein Instrument spielten, war ihnen die musikalische Früherziehung der Kinder sehr wichtig. So sendeten Vater Quirin Franz , der damals noch als Polizist arbeitete, und seine Frau Maria ihre Kinder zum Musikunterricht in Neustadt. Dort traf der 1955 geborene Karl auf weitere Förderer seiner Talente. Bei Herbert Fellmann lernte er sein erstes Instrument, das Akkordeon. Klavierunterricht nahm er später bei Maria Singer in Altenstadt. Diese vermittelte ihn zum Regionalkantor von Weiden, Joseph Nass , der ihn im Orgelspiel unterrichtete. Auch der damalige katholische Pfarrer Albert Fuchs aus Neustadt animierte ihn zum Orgelspielen, und so legte er später in Regensburg die Kirchenmusikprüfung ab. Später studierte der ehemalige Schüler des Weidener Augustinus Gymnasiums am Konservatorium in Nürnberg Klavier, Kirchenorgel, elementare Musikerziehung, Cembalo und Blockflöte.

Seinen früheren Förderern ist Franz immer noch sehr dankbar. "Als Musiklehrer weiß ich, dass es sehr wichtig ist, wie man unterrichtet." Ein strenger Lehrer sei er nicht: "Eher das Gegenteil davon." Da die Belastung der Schüler immer mehr zunehme, bringe es nichts, sie weiter unter Druck zu setzen. Sein Geheimtipp für motivierte Schüler ist, dass er sie die neuesten Hits spielen lässt. Dazu komponiert er schwierige Passagen in den Liedern auch oft um. Komposition ist ohnehin ein weiteres Steckenpferd von Franz.

Sein berühmtestes Werk ist wohl die Vertonung der "Mondnacht" von Joseph von Eichendorff. "Ich hab das relativ schlicht in der Melodie gehalten, aber sehr gefühlvoll." Mit diesem Stück trat er mit dem Chor "Das Vokalprojekt" auch schon in der ehemaligen Augustinerkirche in Weiden auf. Die Orgel, auf der er den Chor begleitete, kannte er noch aus seiner Zeit als Musikschüler bei Nass. "Das war ein schönes Heimspiel." Seine Liebe zur Musik gab Franz an seine Söhne weiter: Sebastian (28) studiert Gesang in Hannover, Matthias (26) studiert zwar Kulturwirtschaft in Passau, ist aber in vielen Chören aktiv. Beide Söhne waren in ihrer Schulzeit Teil des renommierten Windsbacher Knabenchors.

Dass Sebastian Gesang studiert, hat der Vater immer unterstützt. Genauso wie es sein Vater Quirin vor ihm tat. "Musik zu studieren war ungewöhnlich für unseren Landstrich. Zuerst waren meine Eltern skeptisch. Als sie gemerkt haben, dass ich durchkomme, waren sie beruhigt", erzählt Karl Franz. Seinen Lebensmittelpunkt hat er in Schwabach. Nach dem Tod seiner Eltern kommt er etwa vierteljährlich, um seine Schwester Irmgard Bergler in Neustadt zu besuchen. "Ich liebe die Natur dort und mache Fahrradtouren in alle Richtungen", schwärmt der Musiker.

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Komposition "Mondnacht" von Karl Franz: https://soundcloud.com/das-vokalprojekt/die-mondna...
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