Lobkowitz-Realschule gedenkt verstorbener 14-Jähriger
Trauer um Mitschülerin

Viele Schüler besuchten am Montag die Trauer-Ecke und schrieben in das "Buch für eure Gedanken und Gebete". Sie stellten Blumen und Kerzen auf und gedachten der 14-Jährigen. Beim Jahresabschlussgottesdienst am Donnerstag werden sie Fürbitten für die Verstorbene vortragen. Bild: Götz

Seit Sonntagnachmittag ist es traurige Gewissheit: Die 14-Jährige, die auf dem Kainzmühlstausee gekentert ist, lebt nicht mehr. Auch für ihre Schulfreunde ist das nicht leicht zu verkraften. Sie trauern um ihre Kameradin.

Montagmorgen, 8.15 Uhr. Schulleiterin Irene Sebald macht eine Durchsage: Alle sollen in die Aula kommen. Sie will ihre Schüler informieren, damit keine Spekulationen aufkommen, und eine Gedenkfeier abhalten. Die Lobkowitz-Realschule trauert. Ein Kondolenzbuch ist ausgelegt, Blumen und Kerzen stehen in einer Trauer-Ecke. Klassenkameraden und Freunde haben aufgeschrieben, was sie ihrer Schulfreundin noch sagen wollten und nicht mehr konnten.

Die Schülerin war am Freitag in einem Kanu auf dem Kainzmühlstausee unterwegs und kenterte zusammen mit vier Freunden. Die retteten sich ans Ufer, aber die 14-Jährige war verschwunden. Am Sonntagnachmittag finden Einsatzkräfte den Leichnam des Mädchens. Am gleichen Abend meldet sich das Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes bei Sebald und bietet Hilfe am ersten Schultag nach dem Unglück an.

Eine Theologin und ein Psychologe kommen am Morgen in die Schule und erklären der Schulleiterin und den Lehrern, wie sie sich in dieser Situation am besten verhalten: "Sie haben uns beruhigt und uns Ratschläge gegeben." Die Pädagogen beschließen, eine kleine Gedenkfeier für das Mädchen in der Aula abzuhalten. Sebald erklärt den Schülern, was passiert ist und spricht ein Gebet mit ihnen.

An die frische Luft


Die ersten drei Schulstunden gibt es keinen Unterricht. Die Lehrer beantworten die Fragen der Schüler, die sich in das Kondolenzbuch eintragen dürfen und jederzeit die Trauer-Ecke besuchen können. Dort haben Freunde des Mädchens eine Collage mit Bildern aufgehängt, die ein fröhliches und unbeschwertes Kind zeigen, das immer wieder lächelnd das Peace-Zeichen in die Kamera hält. Einige Mitschüler haben Briefe verfasst und aufgehängt. Die Klasse 8 a wird vom Kriseninterventionsdienst betreut. Die Seelsorger hören den Schülern zu, geben Tipps zur Trauerbewältigung. Aber vor allem raten sie ihnen, an diesem Morgen nicht in der Klasse zu sitzen. "Sie haben gesagt, die Kinder müssen raus. Sie sollen sich an der frischen Luft bewegen und darüber reden, wenn es ihnen gut tut", erklärt Sebald.

Die Klassenkameraden bauen auf dem Tisch der Mitschülerin Andenken an sie auf, persönliche Fotos und Erinnerungen, legen Briefe dazu. "Das Kondolenzbuch soll die Familie bekommen, haben die Schüler beschlossen." Das Mädchen lebte zusammen mit ihrer 17-jährigen Schwester beim Vater in Windischeschenbach. Die Oma starb erst vor ein paar Wochen.

Irene Sebald ist froh, dass das Kriseninterventionsteam zur Stelle ist. "Wir Lehrer sind in so einer Situation auch hilflos. Das Team ist ganz ruhig an uns herangetreten und hat uns beruhigt." Das Sommerkonzert der Realschule am Montagabend wurde abgesagt. Heute hat die Schule Wandertag. Auch die Klasse 8 a geht mit. Die Kinder brauchen die Auszeit.

Kripo führt ErmittlungenWie die Polizei mitteilt, fanden Taucher die 14-Jährige am Sonntagnachmittag gegen 17.10 Uhr in unmittelbarer Nähe der Stelle, an der das Kanu gekentert war.

Ungefähr 30 Meter vom Ufer entfernt und in fünf Metern Tiefe trieb der Leichnam. Die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang und zur Todesursache führt nun die Kriminalpolizei Weiden.

Präsidiumspressesprecher Albert Brück informierte, dass für heute eine Obduktion geplant ist. Zum genauen Ermittlungsstand gibt es noch keine Informationen, da Vernehmungen und Verhöre stattfinden. (tsa)
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