Musikantentreffen im "Weißen Rössl"
Schneidig und unterhaltsam

Aufmerksam und mit wachsender Begeisterung verfolgte das Publikum im vollbesetzten Sall des Gasthauses "Zum weißen Rössl" das Geschehen auf der Bühne. Bilder: zer (3)
 
Aus drei Ehepaaren besteht die Gruppe der "Puchwieser Sänger". Peter Windhofer entstammt der legendären Volksmusikdynastie aus dem Salzburger Pongau. Das Ehepaar Hetz wirkte maßgeblich an der Salzburger Lieder- und Jodlerschatztruhe mit. Das Ehepaar Golser unterstützt sie bei zahlreichen Auftritten im Rundfunk und Fernsehen. Sie sangen unter Neustadts Wappen mit dem heiligen Martin.

Beim Volksmusikabend sangen und spielten fünf Gruppen im Gasthof "Weißes Rössl" auf. Organisator Bertram Erhard hatte zur Ergänzung der regionalen Akteure Musiker von weit her in die Oberpfalz geholt.

Eingeladen hatte OTV zusammen mit der Volksbank Nordoberpfalz. Der Saal war voll besetzt. Aus dem Salzburger Land waren die drei Ehepaare gekommen, die unter dem Namen Puchwieser Sänger auftreten.

Mit Strahlern war die kleine Bühne hell ausgeleuchtet, zwei Kameras standen bereit und am Mischpult waren alle Vorbereitungen abgeschlossen. OTV-Chef Lothar Höher führte durch die Sendung. Um einen langen Applaus für die Beiträge in der Sendung mit zu schneiden, galt seine Aufforderung den vielen Zuhörern: "Bitte klatschen, bevor die Musikkünstler mit ihren Vorträgen beginnen". Ende September wird der Volksmusikabend zu sehen sein.

Kamera an, die Knöpfe für die Aufzeichnung sind gedrückt, "Die zwoa Schneidige'n" begannen mit dem "Land Tirol". Sie sangen vom "Schnupftabak, Rauchtabak, der Tobakbak is mei Freid". Der Waldthurner Christian Müller und der Eslarner Manfred Wild haben sich im Wirtshaus kennengelernt. Ihre bodenständige Volksmusik würzen sie mit deftigen Witzen.

Anschließend ließen die "Puchwieser Sänger" "Mia san vo da drinna" und "Lustig ist das Köhlerleben" erklingen. "Kreizderquer" merkten schnell, dass sich mit einer Zither und zwei Geigen mit den drei Singstimmen prima musizieren lässt. "Die ersten Auftritte fanden meist in kirchlichen Räumen statt, dann war klar, es sollte auch 'kreuz und quer', also auch außerhalb gut gehen", stellt Höher das Trio vor. "In der Reite" (Einödhof) und "Der Jäger ging..." waren ihre Einstiegslieder im ersten Durchgang.

Spatzen und Gemsen


Bei vielen Auftritten ist Karl Wildenauer mit der "Neustädter Klarinettenmusi" dabei. Bei einem Hüttenabend 1991 war die Geburtsstunde der Formation. Beim "Gamsgebirgsmarsch" trat die Gruppe mit Klarinette, Kontrabass, Tenorhorn und Tuba auf. Dann ließen sie die "Spatzenpolka" hören. Zum Abschluss der ersten Runde trat der "Irta Zwoagsang" auf. "Wegen Familienzuwachs wurde vor drei Jahren aus dem damaligen Dreigesang der Zweigesang. Eigentlich sollte es ja 'Viergesang' heißen, denn bei Zuwachs werden es ja mehr", schmunzelte Höher.

Zumal der Zwoagsang Thomas Schmidt mit der Steirischen als neuen Begleiter dabei hatte. Sie sangen "Glaub es mir, i wett mit dir" und "Znachst gibt ma mei Muada".

Ohne Pause schlossen sich im zweiten Durchgang die Akteure mit weiteren Vorträgen an. Die "Zwoa Schneidigen" brachten die Moritat "Die Sau ist tot" dar und bekundeten "Die Volksbank hat uns einbestellt, hoffentlich krieg'n wir unser Geld". "Wer ist der Mann auf dem Pferd?" fragte Höher mit Blick auf das Neustädter Stadtwappen mit St. Martin im Zentrum auf der Bühne. "Das ist der Troppmann Rupp, der mit den Weidenern seinen Mantel teilt", scherzte der OTV-Chef.

Ehe der dritte Durchgang startete, erinnerte der Moderator daran, dass der Eintritt kostenlos sei. "Jetzt werden Mädchen mit kleinen Sparschweinen rumgehen und Spenden erbitten". Unterstützt wird davon die Bürgerstiftung der Volksbank. Das Geld gelangt so an Institutionen im Raum Neustadt.

Großer Chor zur Nacht


Alle Gruppen ließen wiederum zwei Stücke hören darunter die "Fuchsgrabenpolka", ein "Wurzhorner Jodler", der "Fastnachter" oder die "Andres-Polka" und der "Weltverdruss". Zur Verabschiedung schlossen sich alle Mitwirkenden mit instrumentaler Begleitung zusammen und sangen gemeinsam "Kimmt sche hoamli die Nacht", die Besucher stimmten mit ein.
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