Musikkabarett in der Stadthalle
Nur das T-Shirt fällt

Mehr nackten Körpger zeigen die drei nicht, sie machen aber darauf aufmerksman, dass sie was haben, was sich viele Frauen im Saal wünschen: "Busen"

Die Stimmung ist ausgelassen - sowohl auf der Bühne als auch bei den 500 Besuchern im Saal. Die "3 Männer nur mit Gitarre" mischen die Stadthalle gehörig auf. Bis zum Schluss bleibt es spannend, ob das kommt, was auf dem Plakat zu sehen ist.

(fz) Die drei bayerischen Musikkaberettisten Michi Dietmayr, Roland Hefter und Steff Keller sind die "3 Männer nur mit Gitarre", die sich als unterschiedliche Charaktere verbinden und mit Spielfreude und Witz ihre verschiedenen Soloprogramme zum harmonischen Ganzen formen.

"Seids jetzt enttäuscht, dass mir net nackerd san", schraubte Dietmayr beim Betreten der Bühne die Erwartungen des überwiegend weiblichen Publikums etwas herunter. Was nicht ist, kann ja noch werden, dachten sich viele im Saal. Man wolle den Damen diesen Anblick ersparen, weil ihnen sonst ihre Männer zu Hause auch wieder gefallen würden.

Dazu gab es den musikalischen Hinweis, dass Frauen Zuneigung brauchen. "Von so Typen wie uns, die untertags Zeit haben." Da ermunterte Hefter die Zuschauer mit dem Lied "I tat's macha" auf, einmal Dinge auszuprobieren, die sie normalerweise nie machen würden. Ähnlich war auch der Song "As Leb'n is eh schon schwer und dann kummst du daher". Ein Motto, dass er auf Fußmatten gedruckt unters Volk bringt, bevor er das Publikum im Refrain singen lässt: "Irgendwie, irgendwo schmeiß ich alles in mei Klo".

Unerotischer Dialekt


Michi Dietmayr steht eher aufs Schlüpfrige und nimmt mühelos die Hürde über die Grenze des guten Geschmacks. Frisch von der Leber weg singt er von einem Quickie mit einer Sächsin, der am nicht gerade potenzfördernden Dialekt des "heißen Geschosses" gescheitert sei. Eventuelle Rufe "Michi ich will ein Kind von dir" wolle er nicht hören, weil er darauf schon zwei Mal reingefallen sei. "Kennst eine, dann kennst alle." Den Frauen in Neustadt macht er damit auch nicht gerade ein Kompliment.

Steff Keller sorgte dafür, dass das Programm nicht zu erotisch wurde. Seine musikalischen Ausflüge führten in die Welt der Landwirtschaft mit Hits wie "Bulldogfahra" und "Kaibl ziagn" sowie der komplett verrückten Story, mittels drei gekaufter Nordmann-Biber Hackschnitzel für die Heizung zu produzieren. Zu dumm, dass die Tiere Scheitholz aus den vorgesetzten Baumstämmen nagten. In die Wiesen-Hits "Mausi, heid sauf i di schee" und "Alice bring ma noch a Helles" binden sie das Publikum gesanglich ein, das dann auch den "Gefangenenchor" aus Nabucco bildet, als die drei mit dem Ausziehen beginnen. Die hochgestreckten Handys im Saal filmen im Akkord.

Ausziehen, ausziehen


"Wir haben was, von dem ganz viele Frauen träumen", stellt der Michi fest: "Busen". Die Frauen im Saal schütteln sich vor Lachen und die Männer brüllen. Es bleibt beim nackten Oberkörper, das können auch weibliche Rufe nach "Ausziehen" nicht ändern. Was das alles mit Musikkabarett zu tun hat, bleibt fraglich. Aber was soll's. Dem Publikum hat's gefallen. Zweieinhalb Stunden Gaudi, Mitsingen und Ausgelassenheit, sprechen für sich.
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