Nachweihnachtskonzert der Stadtkapelle
Kartonpferde und Watteschnee

Die Stadtkapelle begeisterte mit abwechslungsreichen Stücken. Bilder: gag (2)

Fidele Tenöre, rauschende Birken, Weihnachtslieder und böhmische Klänge: Das Nachweihnachtskonzert der Stadtkapelle Neustadt unter der Leitung von Karl Wildenauer enthielt ein sehr abwechslungsreiches Potpourri an Melodien.

"Ich bin der Koarl, und da bine daham", begrüßte Wildenauer die Konzertbesucher ganz nach dem Motto des Abends: "Heimat ist, wo die Kirchenglocken läuten und die Blasmusik spielt". Nahtlos schloss sich der berühmte Triumphmarsch samt Hymne aus der Oper Aida von Guiseppe Verdi an. Es folgte die schwungvolle tschechische Polka "Ratiskovska".

Entsprechend abwechslungsreich gestaltete sich das ganze Programm. "Die fidelen Tenöre", ein Solo für die Tenorhornisten Michael Erfurt, Gabi Srp, Franz Völkl, Maria Wildenauer, Christian Stahl und Wolfgang Lang, oder das Medley "Im sonnigen Süden" zeigten die Vielseitigkeit der Kapelle.

Weich schmeichelnde Bert-Kaempfert-Melodien ("Spanisch Eyes"), das Loblied auf den "Chianti-Wein" von Gerhard Winkler oder ein spanischer Zigeunertanz, das Publikum hatte Spaß an der Darbietung. Das frühlingshafte Lied "Rauschende Birken" sang es sogar mit, ebenso die Polka "Egerland-Heimatland" von Ernst Mosch, im Duett gesungen von Angela Schramek und Wilhelm Kirchberger. Zur Abwechslung schmetterte Wildenauer mit seiner Kapelle den amerikanischen Marsch "Stars and Stripes forever" von Philipp Sosua.

Zwei Pferde aus Karton mit menschlichem Inhalt und ein Rodelschlitten galoppierten durch die Stadthalle, als Wildenauer das Medley vom Winter Wunderland dirigierte. "Winter in Canada", "Top oft the World" und "Sleigh Ride" brachten Winterstimmung samt Schlittenglöckchen und Schnee aus Watte in die Halle.

Zwischen den Stücken moderierte Julia Schwarzmeier die Veranstaltung. Beim böhmischen Medley von Karel Vacek ("Brauchst du einen Mann, Luise?", "Zwei Tränen" oder "Die fidelen Sechziger") klatschte das Publikum begeistert im Takt, während zum Boogie-Woogie "Rimballzello" die Finger schnippten und Füße stampften.

Der Walzer "Im schönen Prag" von Josef Steblisky, gesungen von Angela Schramek und Wilhelm Kirchberger, schaffte einen Spannungsbogen zwischen den Erinnerungen an tschechische Tradition und Einflüsse der neuen Zeit. Sehr gut kam auch die Musikanten-Polka von Jara Benes an.

Zum Ausklang trug die Stadtkapelle abwechselnd mit Richard Keßler den Liederzyklus "Winterrose" und Texte zur Weihnachtszeit vor. Dabei stellte Keßler den Bezug zwischen der Weihnachtsbotschaft und dem aktuellen Geschehen her, etwa bei dem Moment, als Josef seine Verlobte Maria verlassen wollte, weil sie plötzlich schwanger war. "Redet miteinander, bevor ihr etwas überstürzt."

Auch die Tatsache, dass gerade die ärmste Gruppe am Rande der Gesellschaft, nämlich die Hirten, zuerst von Christi Geburt erfuhren, nannte Keßler als Beweis, dass nicht Konsum und Kommerz, sondern Freude und Glaube ausschlaggebend seien. Zum Ende stimmte ein Glockenspiel "Stille Nacht" an, das alle gemeinsam sangen.
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