Neustadt-Treffen an der Weinstraße
Mitmachen und herzeigen

 

Auf der Bühne zwischen Rathaus und Stiftskirche spielt eine holländische Blaskapelle in orangen T-Shirts böhmische Blasmusik. International und bunt präsentiert sich das Treffen von 1080 Neustädtern aus ganz Europa. Politisch wird es nur ganz kurz, dafür aber mit einem Appell und einer Einladung.

Die Gäste in blauen T-Shirts kommen von der Spree, weiße Schals haben die, die an der Aisch leben und in Rot präsentieren sich die aus Sachsen beim Festwochenende in Neustadt an der Weinstraße. Die Oberpfälzer fallen optisch erst am Samstag auf, als Bürgerwehr und Trachtenverein in Uniform und Tracht beim Festzug (wir berichteten) mitlaufen.

"Wo ist das?", lautet die am meisten gestellte Frage an den Ständen und Stehtischen bei der Präsentation der Städte gleich neben Rathaus und Wochenmarkt. Flaschenweise locken die Stadträte und ihre Ehefrauen die Interessenten an ihren Stand, schenken Stamperl um Stamperl "Julianer"-Korn aus. Sie geben Anekdoten und Witze zum Besten, erzählen vom Bocklradweg, werben mit Goldsteig und um Camper.

Streit ums Paradies


"Willkommen im Paradies", hatte Oberbürgermeister Hans Georg Löffler 840 Gäste im Saalbau, der Krönungsstätte der Deutschen Weinkönigin am Rande der Altstadt, bei der offiziellen Eröffnung des Treffens begrüßt. Die Oberpfälzer Truppe quittierte das Selbstlob mit einem schmunzelnden "Aufschneider"-Ruf. "Das ist doch bei uns." Beifall erhielt der Rathauschef des letztjährigen Festwochenendes Uwe Sternbeck aus Neustadt am Rübenberge, als er die englischen "New-Towns" aufforderte, sich dem Verbund anzuschließen, statt aus der EU auszutreten.

Am Sonntag ging die Zusammenkunft mit einem ökumenischen Freiluftgottesdienst zu Ende. "Lasst euer Licht leuchten", rief der evangelische Dekan Armin Jung den Gästen von der Bühne vor der Stiftskirche zu. Das gelte auch für Städte. Sie seien eine Gemeinschaft, deren Aufgabe es sei, Hilfe in allen Notlagen zu sein. Sie seien Plätze des Austausches, des miteinander Sprechens, Freuens und Feierns. Das könne nur funktionieren, wenn die Bürger sich einbrächten und etwas für diese Gemeinschaft täten. "Wir sollten mitmachen und es zeigen."

2017: Neustadt bei Coburg


Zum nächsten Festwochenende der Arbeitsgemeinschaft "Neustadt in Europa" haben die Oberpfälzer eine kürzere Anreise. Sie fahren vom 21. bis 23. Juli 2017 nach Neustadt bei Coburg in der Grenzregion von Franken und Thüringen. Die drei Tage sind dort verbunden mit dem Kinder- und Marktfest.

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Polen oder Oberpfalz?Im Haus der Weinbruderschaft neben dem Rathaus tagten am Samstagvormittag die Bürgermeister. Die für Rupert Troppmann und seine Delegation drängendste Frage bleibt unbeantwortet. Nowe Miasto nad Pilica hat weder Delegation noch Informationen geschickt, ob es 2018 das Städtetreffen wie angekündigt ausrichtet. Als Ersatz für die Polen stünde Neustadt/WN weiterhin bereit, sagte der Rathauschef seinen Kollegen.

Troppmann will nicht länger auf eine Antwort warten, sondern ergreift die Initiative. Er kündigte noch beim Bürgermeistertreffen an, mit Pater Marek eine Mail zu verfassen, beziehungsweise den polnischen Franiskaner-Minoriten gleich als Dolmetscher für ein Telefonat mit dem Rathaus von Nowe Miasto einzuspannen.

Das setzte er am Montag in die Tat um. Bereits am Vormittag telefonierte der Geistliche mit einer Mitarbeiterin im Rathaus von Nowe Miasto, die bei einem früheren Koordinierungstreffen der Arbeitsgemeinschaft teilgenommen hatte. "Nach ihrer Aussage findet das Neustadt-Treffen in Polen statt", informierte Troppmann. Allerdings stehe noch ein Anruf und möglichst eine schriftliche Zusage des Bürgermeisters aus, der am Vormittag nicht im Rathaus war. (ui)


Geschäfsführung wechselt37 Mitglieder hat die seit 38 Jahren bestehende Arbeitsgemeinschaft "Neustadt in Europa" derzeit offiziell. Der Entschluss zum Beitritt des Slowakischen Nové Mesto (Bratislava) als 38. Mitglied ziehe sich noch, sagte Petra Bieber in der Bürgermeisterrunde.

Zum 40-jährigen Bestehen in zwei Jahren wolle man einen neuen Neustadt-Pass herausbringen, kündigte die Vorsitzende an. Außerdem werde das Logo überarbeitet. Außerdem beschloss die Versammlung, die seit Jahren konstante Verwaltungskostenpauschale von 1000 auf 1500 Euro anzuheben.

Einen Wechsel wird es in der Geschäftsstelle geben. Volker Petri aus Breuberg-Neustadt im Odenwaldkreis in Hessen wollte sein Amt als Geschäftsführer im nächsten Jahr nach 25 Jahren abgeben, musste dies aber gesundheitsbedingt bereits jetzt tun. Die Nachfolge übernimmt Neustadt an der Weinstraße. Allerdings nicht sofort, weil in der Verwaltung ein Wechsel in der Geschäftsführung anstehe, so Oberbürgermeister Hans Georg Löffler. Übergangsweise erledigt Breuberg-Neustadt weiterhin die Arbeit.

Der Ehrenvorsitzende und Vater der Arbeitsgemeinschaft, Hans Schreyegg, war wegen eines Todesfalls in der Familie nicht mit zum Treffen gefahren. Die Versammlung bestätigte ihn aber als Mitglied des Koordinierungsausschusses. (ui)
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