Nuestädter Bauernmarkt
Leistungsschau in schweren Zeiten

Rund 65 Aussteller aus der nördlichen Oberpfalz informierten beim Neustädter Bauernmarkt am Sonntag über ihre Produkte und Erzeugnisse. Die Veranstaltung mache "bewusst, welche Leistungsstärke in unserer Region steckt", sagte Josef Fütterer, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbands.

(bgm) Seit Jahren sei es ein Erfolgsbauernmarkt. "Das macht uns auch ein Stück stolz". Gleichwohl erinnerte der Kreisobmann an den massiven Preisverfall vieler landwirtschaftlicher Erzeugnisse. Manche Betriebe müssten mit einem Milchgeldrückgang von 4000 Euro im Monat zurechtkommen. "Es sind schwere Zeiten für die Bauern", betonte Fütterer. Kreisbäuerin Christa Kick hob das gesamtwirtschaftliche Beziehungsgeflecht und die Bedeutung des Berufsstands hervor, "der von uns Landfrauen ja entscheidend mitgeprägt und mitgestaltet" werde. "Wir sind gerne wieder Gastgeber", versicherte Bürgermeister Rupert Troppmann.

"Das Geschäft läuft"


Im Vergleich zu den Vorjahren seien schon am Vormittag viele Leute in die Freyung gepilgert, freute sich BBV-Geschäftsführer Hans Winter. Bereits eine Stunde nach der Eröffnung hatten die Marketenderinnen der Bürgerwehr die zweite Lage Brot aus dem Backofen in der Lindenstraße verkauft. "Das Geschäft läuft", freute sich Sonja Völkl. "Es sind schon viele gekommen", war auch Johannes Rupprecht von der Katholischen Landjugend, die Bastelarbeiten für Kinder anbot, zufrieden.

Zu ersten Mal dabei war Markus Sommer. Vor knapp einem Jahr hatte er sich mit einer Spinnerei für Alpaka-Wolle im Waidhauser Ortsteil Reinhardsrieth selbstständig gemacht. "Schon seit Jahren ist mir das im Kopf rumgegangen", erinnerte sich der gelernte Werkzeug- und Formenbauer. "Das gibt es nur zweimal in Deutschland", sagte er. Alpakas hielt er in seiner Nebenerwerbslandwirtschaft schon seit einigen Jahren. Die Spinnereien, zu denen er bislang das Vlies der geschorenen Tiere geschickt hatte, waren meist über ein Jahr im Voraus ausgebucht. In Österreich, der Schweiz oder Frankreich gibt es ebenfalls jeweils nur einen Verarbeitungsbetrieb. Im Dezember wagte er schließlich den Schritt in die Selbstständigkeit, kaufte Maschinen aus Kanada und spinnt seitdem für Alpaka-Züchter aus ganz Deutschland.

Martin Schreyer und Simon Bauer vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten demonstrierten, wie Zwischenfrüchte die Bodenerosion bei Regenfällen vermindern. Phacelia, Sonnenblumen oder Wicken durchwurzeln den Boden, locken viele Regenwürmer an und schützen den Ackerboden während des Winters.

Sechs Kilogramm schwer


Die Milcherzeugergemeinschaft suchte beim "Milchkannl-Stemmen" die Besucher mit den stärksten Armen. Über zwei Minuten hatte einer das rund sechs Kilogramm schwere Metallgefäß von sich gestreckt. Der Kreisobmann und die Schirmherren, Bürgermeister Troppmann sowie Landrat Andreas Meier, mussten schon etwas früher passen.
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