Osterkonzert der Neustädter Gymnasisaten
Leidenschaftliche Schüler

Die Gymnasiasten Johannes Pflaum und Mirijam Gläser imponierten mit ihrem Klarinettenduett. Bild: gag

"Passion", das Wort mit den unterschiedlichen Bedeutungen. Im Christentum bezeichnet es Leiden und Sterben Jesu Christi. Im allgemeinen Sprachgebrauch die Leidenschaft oder Liebhaberei. In der Pfarrkirche St. Georg verknüpften Gymnasiasten des musischen Zweigs diese Bedeutungen in Wort und Ton.

Ausgewählten Musikstücken folgten tiefgründige Texte. Im Wechsel erklangen die Darbietungen von der Empore oder vom Altarraum. Vom Kreuz auf Golgatha als "Zeichen" las Florian Schieder vor, wo aus Hohn und Grausamkeit des Volkes das Wunder der Erlösung wahr wurde. Vom Altarraum stimmten Johanna Kippes und Benedikt Hetz (beide 9a) mit Flöte und Klavier "Air" von Antonio Vivaldi an, während auf der Empore Mirijam Denz und Laura Schieder zum zweistimmigen "Stabat Mater" einstimmten. Großartig begleitete sie Lars Amann auf der Kirchenorgel.

Aufmunternde Worte


Bevor Florian Schieder auf dem Klavier hingebungsvoll die "Sarabande und Gavotte" von J.S. Bach anstimmte, trug Mirijam Gläser in "Passion" von Paul Kaiser die Worte Jesu an seine Jünger vor. Aufmunterung, dass er trotz allem, was passiert, seinen Frieden hinterlässt. Nicht nur um Christi Leiden und Sterben drehte sich die Thematik, auch um die Liebe. "Nehmen ohne Liebe macht habgierig, Macht ohne Liebe macht gewalttätig", las Mirijam Schieder vor. Ein Text, der zum Nachdenken anregte, denn "ein Leben ohne Liebe ist sinnlos". Als Klarinettenduett spielte sie mit Johannes Pflaum das "Allegro sotto voce" von Crusell. Nach dem Orgelchoralvorspiel "Wo soll ich fliehen hin" von Bach stimmte Mirijam Denz mit kräftig glockenheller Stimme das "Pie Jesu" von Gabriel Faure an.

Begabter Organist


Begonnen hatte die nachdenkliche Stunde, wie sie endete: mit einem gregorianischen Choral vom Chor des Gymnasiums unter der Leitung von Musiklehrer Roland Assion. Der lateinische Hymnus "Vexilla regis" klang ergreifend von der Empore herab durch das Kirchenschiff, abwechselnd mit aufwühlenden Orgelimprovisationen von Lars Amann. Der begabte Organist bewies sein Talent, indem er abwechselnd kräftig und leise, tragisch und sanft, wie ein Wechsel aus Donnerhall und Frühlingsluft, selten gehörte Töne aus allen Manualen und Pedalen herausholte. Die Zuhörer applaudierten lange.

Das eindrucksvolle Konzert, das es als Serie jeweils in der letzten Woche vor den Osterferien geben soll, hätte wesentlich mehr Besucher verdient gehabt. Der musikalische Leiter, Oberstudienrat Roland Assion, mutmaßte, dass der Termin zu wenig bekannt war und wünschte sich, dass bei der Vorführung im kommenden Jahr die Reihen voll sind.
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