OTH-Studentinnen bauen mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen Sitzmöbel aus Paletten
Alles paletti

Anja Sauer (Dritte von links), Magdalena Zäun (Vierte von links), Elisabeth Weinzierl (rechts) und Veronika Lechner (Zweite von rechts) basteln mit den Jungs aus der Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge Sitzmöbel für den Garten. Bild: Götz

Akkuschrauber, Schleifpapier, Farbe und Pinsel liegen bereit. Die Werkzeuge sind Hilfsmittel bei einem besonderen Projekt von Studentinnen und jungen Flüchtlingen: Völkerverständigung der etwas anderen Art.

Es ist gerade Mittagspause in der Unterkunft für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in der Bildstraße in Neustadt. Die Jugendlichen essen mit vier jungen Frauen in der Küche, machen kurz Pause von ihrer Arbeit. Seit 9 Uhr morgens schleift, streicht und näht die Gruppe im Garten der Unterkunft. Vier OTH-Studentinnen bauen mit jungen Flüchtlingen Sitzbänke und Tische für den Garten.

"Viele Jugendliche hier haben handwerkliche Fähigkeiten, man muss sie nur etwas ausprobieren lassen", erklärt Anja Sauer. Die 24-Jährige studiert, wie die anderen, Soziale Arbeit an der Ostbayerischen Technischen Hochschule. Hier haben sich die Studentinnen in einem Seminar kennengelernt. In dem Kurs müssen sie ein Projekt erarbeiten, alles in Eigenregie. "Wir hatten komplett freie Hand", sagt Veronika Lechner.

Gute Zusammenarbeit


Für die jungen Frauen ist es sofort klar, dass sie mit jugendlichen Flüchtlingen arbeiten wollen. Da passt es gut, dass Anja Sauer neben dem Studium in der Unterkunft für "umFs" jobbt und den Kontakt nach Neustadt herstellt. Sauer weiß, dass es den Jugendlichen draußen an einer Sitzgelegenheit fehlt, sie sitzen oft auf der Straße. Es muss eine kostengünstige Lösung her. Also beschließen die jungen Frauen, die Möbel aus Euro-Paletten zu bauen. "Wir haben uns kurz den Umgang mit Akkuschraubern von unseren Vätern oder Brüdern zeigen lassen", lacht Elisabeth Weinzierl. Die Zusammenarbeit mit den Flüchtlingen klappt, sie sind handwerklich interessiert.

Auch die Sprache ist keine Barriere, die jungen Männer können teilweise gut deutsch. "Man muss gar nicht so viel sprechen, die Arbeit geht mit Händen und Füßen", erklärt Magdalena Zäun. Die 21-Jährige hat schon Erfahrung im Umgang mit unbegleiteten jungen Männern, sie arbeitet in Neumarkt in einem Heim.

Unterkunft belegt


Die Jungs sind zwischen 16 und 18 Jahre alt, haben unterschiedliche Interessen. Beim Möbelbauen machen ungefähr 15 mit. Insgesamt 29 wohnen derzeit in der Unterkunft, die verfügbaren Plätze sind ständig belegt. "Nur einer ist erst seit kurzem da, die anderen Jungs schon länger", erklärt Sozialpädagogin Stefanie Bach, die Leiterin. Den Flüchtlingen gefällt die Arbeit mit den Studentinnen, erklären sie: "Gut!"

PalettenmöbelMöbel aus Paletten sind eine billige Alternative für Sitzmöbel aus dem Baumarkt. Veronika Lechner erklärt die Bauweise: "Wir haben große Paletten, die verwenden wir als Lehne. Halbierte Platten sind die Sitzfläche. Zuerst wird das Holz geschliffen, dann gestrichen. Dann einfach drei halbe Paletten aufeinanderschrauben, hinten die Lehne anschrauben, ein Sitzkissen drauf - fertig." (tsa)
Weitere Beiträge zu den Themen: Flüchtlinge (1353)OTH Amberg-Weiden (193)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.