Positive Bilanz bei Versammlung der Bezirksfeuerwehr Oberpfalz
Feuerwehren Gold wert

Der neue Fire-Trainer im Einsatz: Das Regensburger Rettungszentrum besitzt nun ein Übungsgerät, mit dem Brandsituationen und Löschvorgänge trainiert und optimiert werden können. Bild: hfz
 
Enorm fleißig waren die Damen der Strickrunde im letzten Jahr wieder: 2209 wärmende Woll-Artikel fertigten sie für Bedürftige in Rumänien und Deutschland. Die hergestellte Kleidung reicht vom Pullover über Mützchen bis hin zu Babyschuhen und Westen für Erwachsene. Bild: prh

Die Oberpfälzer Feuerwehren sind gut aufgestellt. Laut einer Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung sind die Wehren mit 96,6 Prozent die vertrauensvollste Berufsgruppe. "Weiter so", wünscht sich der Vorsitzende. Doch einige Forderungen blieben offen.

Neustadt. Knapp 100 Kameraden kamen zur Versammlung des Bezirksfeuerwehrverbandes in der Stadthalle Neustadt, denn "Feuerwehr ist Ehrensache", sagte Johann Weber. "In meinen Augen ist die Feuerwehr die sinnvollste Freizeitbeschäftigung." Insgesamt gibt es in der Oberpfalz 1041 Feuerwehren. Davon sind 1021 freiwillige Wehren, die sich ehrenamtlich für Mitmenschen einsetzen.

In seinem Jahresrückblick erwähnte Weber die Führungskräftetagung, viele Wettbewerbe, Kameradschaftsabende und die Verkaufsaktion des Maskottchens "Grisu". "Die Disziplin unserer Jugend ist beispielhaft", hob Weber die Leistungen bei Jugendwettbewerben hervor. Dagegen könnte die Beteiligung bei den Gottesdiensten größer sein. 2015 wurde ein Fire-Trainer angeschafft, ein Trainingsgerät für Feuerwehrleute, mit dem verschiedene Brandsituationen simuliert und der Löschvorgang geübt werden. Das Gerät im Wert von 50 000 Euro finanzierte die BMW Group dem Rettungszentrum Regensburg. "Die Technik wird immer mehr Einzug in unser Ehrenamt halten", sagte Weber.

Für das kommende Jahr sind bereits viele Aktionen geplant, darunter ein Fahrsicherheitstraining, Atemschutzleistungswettbewerbe, der Oberpfalz-Cup sowie Delegiertenversammlungen. Weber stellte außerdem die neuen Vorstände des Feuerwehrverbandes auf Landes- und Bundesebene vor. Dabei appellierte er an die Bundesregierung: "Sie darf die regionalen Feuerwehren nicht vernachlässigen." Es müsse dringend in Neuanschaffungen investiert werden. Viele Fahrzeuge und Geräte seien veraltet.

9822 Jugendliche


Die Oberpfälzer mischen auch auf deutschlandweiter Ebene mit, so ist Heinrich Scharf aus Amberg kommissarischer Bundesjugendleiter. "Wir nehmen die Nachwuchsgewinnung ernst", sagte Scharf, was sich auch in den Zahlen der Neuzugänge widerspiegelt. 9822 Jugendliche beteiligen sich in den Jugendwehren. Zwei Drittel Jungen und ein Drittel Mädchen teilen sich in über 900 Gruppen auf. Der 51-jährige Bezirksjugendwart blickte auf die Schiri-Schulung, Klausurtagungen und zahlreiche Erfolge mit der Jugend bei Feuerwehrwettbewerben zurück. Von 13 Fachbereichen des Verbandes waren knapp die Hälfte anwesend und gaben ihren Bericht ab.

In der Ausbildungsabteilung sind Johann Schmidbauer die Vorgaben für die Abschlussprüfung eines Truppmannführers ein Dorn im Auge. "Die Theorie ist in der Praxis nicht umsetzbar", klagte er. Trotzdem sei der Antrag auf Gruppenprüfungen vom Innenministerium abgewiesen worden. Schmidbauer bat um eine erneute Sitzung auf Kreisebene, um einen weiteren Versuch zu starten. Karl Diepold, Leiter des Fachbereichs Gefahrenschutz, überarbeitet das Merkblatt für Brandschutz in Flüchtlingsunterkünften. Dem Fachbereich "Ärztlicher Dienst" fehlt es nicht an Diskussionsstoff: Erste-Hilfe-Schulungen für Truppmänner, Impfempfehlungen und Überwachung bei Atemschutzübungen.

Außerdem schlägt Dr. Wolfgang Fortelney vor, einen Defibrillator im Feuerwehrauto zu standardisieren: "Die Kameraden werden oft zu Erste-Hilfe-Fällen gerufen, das macht Sinn." Branderzieher Thomas Weinberg wurde in seinem Bericht deutlich: "Wir sind die Basis." Er sucht eine kostengünstigere Lösung, Brandschutzkoffer in Kindergärten und Schulen zu installieren.

Teurer Real-Trainer

Auch der Kassenbericht von Anton Ruhland fiel positiv aus. Er verwaltet knapp 40 000 Euro. Nächstes Jahr werde man auf diese Rücklage zurückgreifen müssen, die größte Anschaffung sei ein Real-Trainer im Wert von 15 000 Euro.

Gute Nachrichten überbrachte der stellvertretende Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes, Johannes Buchhauser: "Die Oberpfalz wird gehört." Die Mitglieder überzeugen mit ihren Taten und treiben die einzelnen Fachbereiche voran. Bayernweit soll das Budget für das Hochwasserprogramm und den Katastrophenschutz aufgestockt werden, wovon auch die Oberpfälzer Kameraden profitieren.
Die Disziplin unserer Jugend ist beispielhaft.Johann Weber, Vorsitzender des Bezirksfeuerwehrverbands
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