Rakete setzt Dachstuhl in Brand
Nachbar rettet Bewohner

Symbolbild: dpa

Ein Nachbar rettete die Bewohner eines Mehrfamilienhauses am Mühlbergweg in Neustadt. Gegen 2.30 Uhr in der Neujahrsnacht hatte er von der anderen Straßenseite die Flammen im Dachstuhl entdeckt und die Bewohner wach geklingelt. Die 49- und 53-Jährigen konnten sich unverletzt in Sicherheit bringen.

Die Polizei geht davon aus, dass eine Silvesterrakete den Brand verursacht hat. Der Neustädter Kommandant Michael Spranger vermutet, dass sich der Feuerwerkskörper in einem Firstziegel verfangen hat und dort den Dachstuhl entzündete. Er lobte die gute Reaktion des Anwohners, der die Flammen bemerkte, die Feuerwehr anrief und die Hausbewohner informierte. Um die Beiden sowie die Mutter der Brandleiderin, die in einem Anbau des Hauses lebt, kümmerten sich das Rote Kreuz und die Feuerwehr.

Die Helfer hatten es nicht weit vom Gerätehaus zu dem Anwesen im hinteren Drittel des hier oberhalb parallel zur Waldnaab verlaufenden Bergmühlwegs. "Den Hauptbrand bekamen wir schnell von außen unter Kontrolle", berichtete Spranger. Angerückt waren 25 Feuerwehrleute aus der Kreisstadt und 20 aus Altenstadt. "Mit Altenstadt sind wir immer viel unterwegs miteinander. Da weiß schon fast die eine Hand, was die andere tut."

Durch das schnelle Eingreifen habe man den Dachstuhl nicht komplett öffnen müssen. In Mitleidenschaft wurden allerdings Isolierung und Dachfenster gezogen. "Das Dach ist weitgehend regen- und wintersicher", freut sich Spranger. Obwohl er den Wasserschaden als relativ gering bezeichnete, sei die Wohnung mit dem ausgebauten Spitzboden derzeit nicht bewohnbar.

Die zwei Betroffenen fuhren in der Nacht nach Weiherhammer, wo sie eine weitere Wohngelegenheit haben. Die Mutter konnte in die Einliegerwohnung zurückkehren. Die Feuerwehr beendete ihren Einsatz gegen 5 Uhr. Zuvor hatte sie das Anwesen mit der Wärmebildkamera auf Glutnester untersucht. Den Schaden bezifferte die Polizei auf 50 000 Euro. Vor Ort war auch ein Mitarbeiter der Eon, um den Strom abzustellen, was aber nicht nötig war.

Im November 2011 war die Feuerwehr schon einmal bei einem Wohnhausbrand in einem direkt benachbarten Anwesen im Mühlbergweg im Einsatz. Damals hatte Kerzenwachs auf dem Herd die Wohnung in Brand gesetzt. Einen Zusammenhang der beiden Vorfälle schloss Spranger definitiv aus.

Noch vor dem Jahreswechsel brannte in der Kreisstadt außerdem eine Papiertonne in der Schillerstraße. Ursache dürfte ebenfalls eine Rakete gewesen sein. Ein Mitglied der Feuerwehr, der dort wohnte, löschte mit zwei Eimern Wasser. Seine Kameraden, die in der Wache zusammensaßen, brauchten nicht mehr einzugreifen.

Außer einer Ruhestörungen in Floß und kleineren Streitigkeiten sei am Silvesterabend und Neujahrsmorgen nichts außergewöhnliches in ihrem Bereich vorgefallen, teilte die Polizei Neustadt mit. Auch die Polizei Vohenstrauß spricht von einer ruhigen Silvesternacht. Trotz der Glätte habe es lediglich einige kleinere Unfälle gegeben.
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