Regloser Körper in der Waldnaab
Retter mit vier Pfoten

"Jule" hat das in der Naab treibende Opfer schnell entdeckt und bellt. Zur Belohnung bekam der Hund vom Taucher am Ende ein Leckerli. Bild: prh

In der Waldnaab bei der Freizeitanlage treibt ein lebloser Körper. Hundeführerin Bettina Goldbach aus Pressath gibt ein kurzes Kommando. "Jule", eine fünf Jahre alte Schäferhund-Elo-Mischung, schießt durch die dichten Pflanzen am Ufer springt ins Wasser und bellt neben dem reglosen Menschen.

Plötzlich bewegt sich der Körper im Neoprenanzug und gibt Jule ein Leckerli. "Alles richtig gemacht", lobt Melanie Dirscherl. Die Leiterin der BRK-Rettungshundestaffel Weiden im Kreisverband Weiden und Neustadt. Die Szene ist Teil eines Orientierungslaufs bei einem Trainingslager für Rettungshunde in der Freizeitanlage.

50 Rettungshunde und ihre Führer vom BRK trainieren drei Tage bei schweißtreibenden Temperaturen den Ernstfall. Auf einem 16 Kilometer langen Orientierungslauf werden 14 verschiedene Szenarien durchgespielt. Die Teilnehmer kommen aus den BRK-Staffeln Amberg, Neumarkt, Dingolfing, Regensburg, Rottal-Inn und Weiden.

Die Staffelleiterin betont, wie wichtig es für die ausgebildeten oder sich noch in Ausbildung befindlichen Hunde sei, solche Szenarien und Opferbilder immer wieder zu üben. "Bereits beim Zeltaufbau bekamen wir eine Alarmierung nach Nittenau. Dort wurde ein 16-Jähriger vermisst. Gefunden haben in schließlich "Tyra", ein Labrador mit Susanne Wachter aus Weiden". 76 Mal rückte die Staffel im vergangenen Jahr aus. Einmal jährlich gibt es das von den Weidenern organisierte Camp. Andere Fachdienste wie Wasserwacht und Bergwacht, die Helfer vor Ort Floß und Windischeschenbach, Verpflegung durch die Feldküche Weiden, Techniker und Sicherheitskräfte werden mit einbezogen. "Schließlich gehen wir ja auch gemeinsam in den Einsatz."

Während der Freitag mit Anreise, Abendessen und Nachttraining noch relativ entspannt verläuft, gilt es am Samstag auf einem 16 Kilometer langen Orientierungslauf an 14 Stationen, Übungen zu absolvieren. Die reichen vom Übersetzen durch die Neustädter Wasserwacht, über das Mantrailing, bei dem der Hund den Geruch eines bestimmten Menschen sucht, bis zum spektakulären Abseilen - das war nicht ohne.

Die Weidener Bergwacht erwartete die mit GPS-Geräten ausgestatteten Hundeführer auf dem Felsen des "Gigl" in Störnstein. 15 Meter geht es von dort in die Tiefe. "Das Schwierigste ist der Einstieg über die Felskante", bekennt Christoph Siebert aus Neumarkt. Hund "Stella" hechelt wegen der Hitze, verhält sich bei der Abseilaktion aber absolut ruhig.

Robert Lindbüchler ist mit seiner zweijährigen "Hilde" dabei. "Die Arbeit ist immer interessant. Jeder Hund ist anders und man lernt dazu." Der Dingolfinger arbeitet seit 1998 mit verschiedenen Vierbeinern.

Zwei Bezirke vereintIn der BRK-Rettungshundestaffel Weiden gibt es derzeit 15 geprüfte Hunde. Die müssen eine zwei- bis dreijährige Ausbildung absolvieren. "Eine bestimmte Rasse des Rettungshunds schlechthin gibt es nicht. Der Hund muss bereit sein, etwas zu tun, muss motiviert sein", erklärt Staffelleiterin Melanie Dirscherl. Die Hundeführer sind Kräfte des BRK.

Die Hundestaffeln in Niederbayern und der Oberpfalz sind in der SEG (Schnelle Einsatzgruppe) Niederbayern/Oberpfalz für ihre gemeinsamen Einsätze zusammengeschlossen. Der Einsatz der Hundestaffel ist kostenlos. (prh)
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