Selbstlos und unermüdlich
Staatsehrenzeichen für moderne Samariter

Landrat Andreas Meier (hinten, Vierter von rechts) überreichte 17 Jubilaren des Bayerischen Roten Kreuzes Staatsehrenzeichen in Silber und Gold. Bild: spi

In Silber und Gold glänzten die Staatsehrenzeichen neben dem kleinen roten Kreuz auf den Sakkos der BRK-Mitglieder. Landrat Andreas Meier ehrte 17 ehrenamtlich Engagierte für 25 und 40 Jahre Dienst.

Damit nicht in Vergessenheit gerät, was hinter einer gut geölten Maschine wie dem Bayerischen Roten Kreuz steckt, war es für Landrat Andreas Meier wichtig, an die Arbeit der Helfer zu erinnern. "Selbstlos und unermüdlich, manchmal auch unter dem Einsatz des eigenen Lebens" würden sie sich für die Gesellschaft einsetzen und ihre Freizeit opfern.

Meier bat die Mitglieder, die Staatsehrenzeichen mit Stolz zu tragen. "Es soll andere anspornen. Sie sind die beste Werbung für das Ehrenamt." Die erste, die für ihre 25-jährige Dienstzeit beim BRK das Ehrenzeichen angesteckt bekam, war Elisabeth Geuß aus Altenstadt. "Neben ihrer hauptamtlichen Tätigkeit beim BRK-Kreisverband ist es ihr ein persönliches Anliegen, sich auch ehrenamtlich für das Rote Kreuz zu engagieren", las Meier vor.

Im Rettungs- und Sanitätsdienst hilft Dr. Gudrun Graf seit 1989. Die Neustädterin hat neben Ausbildungen, Vorträgen und Einsätzen einen Eintrag in das Guinnessbuch der Rekorde geschafft: Sie stellte einen Rekord in der Stabilen Seitenlage auf. Für die Kreisverbände Weiden/Neustadt und Tirschenreuth habe sie mithilfe von Spenden das Reanimationsgerät Lukas II für alle acht Rettungswachen angeschafft, was laut Landrat bayernweit einmalig ist.

Markus Reindl ist Gründungsmitglied der Wasserwacht in Pressath und bekam ebenfalls ein Ehrenzeichen für seine Verdienste in den letzten 25 Jahren. Als Rettungsschwimmer und Taucher sei er einige Jahre in der Rettungswache Eschenbach im Einsatz gewesen. BRK-Kreisvorsitzender Simon Wittmann äußerte seine Bedenken, dass bei den Jugendlichen die Fähigkeit zum Schwimmen immer mehr abnehme. Deshalb sei die Wasserwacht eine tragende Säule.

Hans Schlicht , ebenfalls aus Pressath, ist seit 1987 Mitglied bei der Wasserwacht und hat diese mit aufgebaut. Auch er erhielt das Staatsehrenzeichen für 25 Jahre. Robert Schmid aus Windischeschenbach "eignete sich ein fundiertes Fachwissen im Sanitäts- und Rettungsdienst sowie im Bereich der Führung und Leitung an. So qualifizierte er sich bis zum Rettungsassistent", hob der Landrat hervor und überreichte Schmid die Nadel. Als Verpflegungsbeauftragter - "und das ist glaub' ich das Wichtigste", scherzte Meier - habe sich der Windischeschenbacher ebenfalls einen Namen gemacht. Für die Unterstützung seit 1985 zuerst beim Jugendrotkreuz Neustadt und später in der Bereitschaft ehrte Meier Helmut Spachtholz mit Silber.

Auch Rüdiger Ubrig aus Windischeschenbach steckte der Landrat eine Nadel für 25 Jahre Dienst an das Sakko. Er dankte ihm für die Einsätze beispielsweise beim Hochwasser in Bayern im Jahr 2013. Der letzte, der für seine 25-jährige Tätigkeit Anerkennung erfuhr, war Armin Witt aus Neustadt. Ob bei Gartenfesten, Faschingszug, Bürgerfest oder bei Sanitätsabsicherungen der Gedenktage im KZ in Flossenbürg, Witt sei immer im Einsatz und ein "kompetenter Ansprechpartner in allen Fragen des Sanitäts- und Rettungsdienstes".

Seit vier Jahrzehnten dabeiFür 40 Jahre Dienst beim BRK erhielt Karl Braun aus Weiherhammer das Staatsehrenzeichen am Bande. Zwei Jahre, nachdem er 1974 in die Wasserwacht eingetreten war, übernahm Braun auch schon den Vorsitz. "In seiner Zeit als Ortsgruppenleiter wuchs die Anzahl der Mitglieder von 27 auf über 250", las Meier vor und stutzte. "250 Mitglieder? Wahnsinn." Ebenfalls 40 Jahre ist Josef Dierl aus Waidhaus dabei. Er bekam das Ehrenzeichen in Gold. Als Helfer vor Ort engagierte er sich in Waidhaus als Ausbilder in Erster Hilfe sowie als Einsatzleiter.

Aus Neustadt kam der nächste Jubilar. Reimund Franke trat mit 16 Jahren der Wasserwacht bei, wurde Rettungsschwimmer und machte einen Motorbootführerschein. Ebenfalls bei der Wasserwacht, aber in Weiherhammer, ist Werner Härtl . "Besonders den Dienst im Hallenbad nahm er lange Zeit unermüdlich wahr und verbrachte somit viele Stunden seiner Freizeit im Dienst der Bevölkerung", sagte Meier.

Zweimal half Ludwig Heibl beim Hochwasser an der Donau und war auch zu Hause in Weiherhammer dem BRK eine Stütze. Dafür überreichte der Landrat ihm die Nadel für 40 Jahre. Ebenfalls aus Weiherhammer war Georg Schätzler angereist. Er ist seit 1974 Gründungsmitglied der Wasserwacht. "Vor allem durch seine beruflichen Kontakte war er beim Anbau der Einsatzstation eine große Hilfe." Als Mitglied des Fachdienstes Suchdienst ist Edeltraud Sperber aus Windischeschenbach engagiert. Als Leiterin des Kreisauskunftsbüros verstehe sie es, ihr Team für Übungen und bei den Einsätzen zu motivieren.

1957 bewahrte Siegfried Stark aus Weiherhammer einen Menschen vor dem Ertrinken, indem er ihn aus drei Meter Tiefe an die Wasseroberfläche holte. "Auch am wöchentlichen Training im Hallenbad nahm er bis vor kurzem noch eifrig teil", lobte Meier den 80-Jährigen. "Last but not least, und Sie können es erraten: von der Wasserwacht Weiherhammer, Karl-Heinz Zwiebler ", kündigte Meier die letzte Ehrung an. Als Rettungsschwimmer ausgebildet, trat Zwiebler 1974 der Ortsgruppe bei. Beim Wachdienst und beim Bau der Einsatzstation sei er eine große Hilfe gewesen. (spi)
Selbstlos und unermüdlich, manchmal auch unter dem Einsatz des eigenen Lebens.Landrat Andreas Meier
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