Start ins Ausbildungsjahr:
"Absolut glückliche Fügung"

Korbinian Schwab macht eine Ausbildung zum Metallbauer. Bilder: szl (2)
 
Nadine Hilmer ist Bürokauffrau in Ausbildung.

Als Berufsanfänger einen Job finden, der zu einem passt - qualifizierte Azubis finden, die sich ins Team passen. Beides nicht einfach. Der Start ins neue Ausbildungsjahr beim Metallbaubetrieb "Naber und Steiner".

Dieses Ausbildungsjahr fängt in der "Naber und Steiner Metallbau- und gestaltungs GmbH" nicht mit dem typische Querschnitt an Lehrlingen an. "Es ist eine absolut glückliche Fügung", freut sich Thomas Naber, der vor 23 Jahren gemeinsam mit Josef und Peter Steiner die Firma gegründet hat, über zwei neue Azubis.

Lieber ein Handwerk


Korbinian Schwab macht eine Ausbildung zum Metallbauer. Er hat am Augustinus-Gymnasium Abitur gemacht. Der 20-Jährige entschied sich gegen das Studieren. Zunächst hat er ein Freiwilliges Soziales Jahr gemacht. "Das ist es nicht", wusste er danach. Studieren kam nicht in Frage: "Lieber lerne ich ein Handwerk, auf dieser Grundlage kann ich aufbauen", weiß Korbinian. Sein Onkel hat eine Schmiede, in der er gerne hilft. "Ich bin handwerklich begabt", weiß der junge Mann. Er machte mehrere Praktika und landete schließlich für eine Woche bei den Metallbauern in Neustadt. Schon im Praktikum durfte er mit auf Baustellen fahren und in der Werkstatt mit anpacken. "Man ist hier nicht der Depp für alles", merkt er schnell.

So ging es auch Nadine Hilmer. Die 19-Jährige beginnt ihre Ausbildung zur Bürokauffrau. Auch sie hat war vorher zwei Monate lang Praktikantin in der Verwaltung. "Ich wurde von Anfang an gut eingebunden, mir wurden alle Abläufe gezeigt und ich konnte schnell selbstständig arbeiten", gefällt es der ehemaligen Realschülerin. Zuerst wollte sie zur Bundeswehr. "Das ist nichts für mich", entschied sie, "ich will lieber im Büro arbeiten". Über die Gesellschaft für Schulungs- und Informationsdienstleistungen (GSI) fand sie die Stelle beim Sonnensegel-Experten.

Nachwuchsprobleme


In den letzten Jahren sei es immer schwieriger geworden, Auszubildende für die Metallbaufirma in Neustadt zu finden. Jedes Jahr stellt Naber zwei neue Lehrlinge in der Werkstatt an - alle drei Jahre jemanden im Büro. "Früher haben wir mehr Bewerbungen bekommen", weiß Thomas Naber. Er freut sich über den motivierten Nachwuchs. Beide Azubis haben einen guten Schulabschluss, auch qualifizierte Bewerber gebe es immer seltener. Von den guten Schülern blieben wenig übrig. Mitarbeiter, die selbstständig arbeiten, ins Team passen und umgänglich sind, finde man heute nicht so einfach.

Glücksgriff


Durch ihr Praktikum kennt Azubi Nadine schon die rund 25 Mitarbeiter des Betriebs. "Ich kann mit meiner Arbeit direkt anknüpfen", freut sie sich. In einer größeren Firma zu arbeiten wäre nichts für die 19-Jährige. "In den Praktika dort stand ich nur am Kopierer, es ist schwer, einen Job zu finden, der passt". Hier darf sie selbstständig arbeiten und Verantwortung übernehmen, freut sich Nadine umso mehr.

Korbinian fährt an seinem ersten Arbeitstag mit einem Team auf eine Baustelle. Was ihn genau erwartet, weiß er nicht. Er packt einfach mit an. Eine Lösung gegen das schrumpfende gute Personal, weiß Naber nicht. Er kann nur weniger Aufträge annehmen, weil er nicht genügend Kapazitäten hat. Der Metallbau-Betrieb hat sich auf Sonnensegel spezialisiert. Auch überregional werden exklusive Stücke angefertigt.

"Es ist keine Lösung, unmotiviertes Personal einzustellen, das nur halbherzig bei der Sache ist." Bisher haben nur zwei von 30 Auszubildenden abgebrochen. Aber es kommt vor. Naber ist in diesem Jahr sehr zufrieden mit seinen neuen Azubis. "Wer sich in den drei Jahren Ausbildung gut macht, wird später auch übernommen", bestätigt Thomas Naber.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.