Tonne oder Eigenkompost: Fristverlängerung
Gärender Prozess um Bioabfall

Entgegen kursierender Gerüchte bleiben Grüngutcontainer wie hier in Luhe auch nach Einführung der Biotonne im Landkreis Neustadt erhalten. Bild: Götz

Mehr Bedenkzeit für die Grundstückseigentümer im Landkreis: Wie das Landratsamt in einer Pressemitteilung erklärt, wird die Frist zur Entscheidung zwischen der Biotonne oder Eigenkompostierung bis zum 30. September verlängert. "Bis dahin müssen, soweit gewünscht, die Antwortkarten ans Landratsamt, Kommunale Abfallwirtschaft, geschickt werden. Die im Schreiben genannte Frist für die Rücksendung bis zum 4. September ist damit hinfällig", heißt es in der Mitteilung weiter.

Voraussichtlich zum 1. April 2017 plant der Landkreis die Einführung einer Bioabfalltonne. Grundstückseigentümer müssen sich entscheiden, ob sie Bioabfälle künftig selbst kompostieren oder in die neue Tonne geben, die im 14-tägigen Rhythmus abgeholt werden soll. "Für die Tonne sind hauptsächlich Obst- und Gemüsereste, Schalen von Früchten, Kaffee- oder Teesätze, Schnittblumen oder Speise- und Lebensmittelreste pflanzlicher Herkunft gedacht", erklärt Claudia Prößl, Pressesprecherin der Landratsamts auf NT-Nachfrage. Entgegen kursierender Gerüchte blieben zudem die Grüngutcontainer auch nach Einführung der Biotonne "bis auf weiteres" erhalten.

"Grasschnitt, Grünabfälle oder Äste könnten theoretisch zwar auch in der Tonne entsorgt werden, aber die ist dann schnell voll. Deswegen bleiben die Container vom Frühjahr bis zum Herbst stehen", sagt Prößl. Die Grundstückseigentümer haben nun drei Möglichkeiten, von der sie eine dem Landratsamt bis zum genannten Stichtag melden müssen. Entweder sie bestellen ein 120- oder 140-Liter Biotonne, besorgen sich selbst eine den DIN-Vorgaben entsprechende Tonne oder kompostieren Bioabfälle selbst. Für letzteren Fall kündigt der Landkreis an, "verstärkt die Einhaltung der Eigenkompostiererklärung" zu kontrollieren.

Keine zusätzlichen Kosten für Biotonne


Zudem gibt Prößl Entwarnung bei den Kosten: "Für die Biotonne wird keine zusätzliche Gebühr erhoben. Die Kosten sind bereits in der Restmüllgebühr enthalten. Auch die Gebührenermäßigung für Eigenkompostierung bleibt bestehen." Hier weist das Landratsamt auf eine Kompromisslösung hin: Wer selbst kompostiert, kann unter Verzicht auf die Gebührenermäßigung trotzdem eine Biotonne ordern. "So können kranke, schadhafte oder schwer verrottbare Pflanzen gesondert entsorgt werden."

Noch nicht spruchreif ist dagegen eine ursprünglich angedachte interkommunale Entsorgung der Container- und Tonnenabfälle. "Dafür wird erst eine Studie erstellt. Frühestens übernächstes Jahr liegen erste Erkenntnisse vor." Während die Firma Kraus aus Windischeschenbach die Grüngutcontainer leert und die Abfälle kompostiert, müsse die Verwertung der Biotonnen-Inhalte erst noch ausgeschrieben werden. Eine Möglichkeit wäre, laut Prößl, die Zusammenarbeit mit einer Vergärungsanlage, wie sie etwa in Rehau bei Hof zu finden ist.

Verspätete ZustellungKuriosum am Rande: Die Fristverlängerung für die Grundstücksbesitzer bis 30. September war notwendig geworden, weil die Schreiben des Landratsamtes, auf 9. August datiert, erst in den vergangenen Tagen zugestellt wurden. Als Grund führt die Behörde eine "verlängerte Postversandlaufzeit" an.

Zudem erschwere es die Urlaubszeit, die im Anschreiben angeführte Antwortsfrist bis 4. September einzuhalten. (fle)
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