Trassenmöglichkeiten sondiert
Tennet putzt Klinken

Während für den Ostbayernring das Raumordnungsverfahren läuft, sondiert Netzbetreiber Tennet bereits die Trassenmöglichkeiten für die Süd-Ost-Gleichstromleitung (HGÜ). Ein Mitarbeiter besucht zurzeit einige Bürgermeister - auch im Landkreis Neustadt.

Laut Tennet-Pressesprecher Markus Lieberknecht stellt sich Andreas Herath, Projektleiter für den bayerischen Abschnitt der Gleichstromleitung von Sachsen-Anhalt zum Endpunkt Isar, in den Gemeinden vor. Die Gespräche mit Bürgerinitiativen und Politikern unterlägen keiner geographischen Gesetzmäßigkeit, sondern orientierten sich am Informationsbedarf und hätten informellen Charakter. "Derzeit befinden wir uns in der Phase, in der die Bundesnetzagentur öffentlich die Untersuchungsmethodik für den Vorrang der Erdverkabelung konsolidiert", informiert Lieberknecht. Das heiße, aktuell würden erst die Rahmenbedingungen für die Vorplanungen ausgearbeitet, auch unter Beteiligung der Öffentlichkeit.

Frühestens im Herbst


"In der zweiten Phase werden wir beginnen, Grundlagen zu beschaffen, um die Rauminformationen zu erhalten", kündigt der Tennet-Mann an. Anschließend würden diese Erkenntnisse in ein Beteiligungskonzept eingebettet, das die Bevölkerung in den Start der Planung einbinde.

Wie konkret dieses gestaltet werde, hänge auch von der Untersuchungsmethode ab. Hier wolle Tennet wieder versuchen, den Spielraum für die Mitwirkung größtmöglich zu gestalten. In der dann folgenden Phase würden erste Vorschläge erarbeitet, die in der Öffentlichkeit vorgestellt und diskutiert werden könnten. Dies werde frühestens bis Herbst beziehungsweise bis Ende des Jahres der Fall sein.

Am Donnerstag hat sich Landrat Andreas Meier zu Wort gemeldet. Er begrüßt ausdrücklich die Pläne von Heimatminister Markus Söder und Staatssekretär Albert Füracker, im Landesentwicklungsprogramm (LEP) verbindliche Mindestabstände von Stromtrassen zur Wohnbevölkerung zu verankern. "Nicht nur beim Ostbayernring, höchstwahrscheinlich auch bei der geplanten HGÜ-Leitung ist es nicht auszuschließen, dass der Landkreis Neustadt betroffen sein könnte", meint der Landkreischef. Deshalb hält er es für umso wichtiger, dass bei den Planungen stets der Mensch im Vordergrund und Mittelpunkt stehe, notfalls auch unter Inkaufnahme von höheren Kosten.

Appell zu Geschlossenheit


Völlig unverständlich ist für den CSU-Politiker, dass aus dem Wirtschaftsministerium Gegenwind zu den Plänen kommt. "In der Frage des Stromleitungsbaus, der gerade für unsere Region entscheidenden Einfluss auf Versorgungssicherheit und nicht zuletzt auch auf die Lebensqualität der Menschen hat, erwarte ich mir geschlossenen Einsatz für unsere Interessen und kein kleinkariertes Kompetenzgerangel."
Es sei ein schwerer Schlag für die Region gewesen, dass man ohne tragfähige Begründung den Endpunkt der HGÜ-Leitung willkürlich nach Landshut verlegt habe, kritisiert Meier weiter. Damit habe man mit einem Handstreich völlig neue Betroffenheiten, speziell in der Oberpfalz, verursacht. "Wenn man nun auch noch zumindest ausreichende Abstände möglicher Trassen zur Wohnbevölkerung verwehren will, dann wird man letztlich nur eines erreichen: massiven Widerstand."

Wenn man nun auch noch zumindest ausreichende Abstände möglicher Trassen zur Wohnbevölkerung verwehren will, dann wird man letztlich nur eines erreichen: massiven Widerstand.Landrat Andreas Meier
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