Treffpunkte für die Retter
"Rettungskette Forst" soll im Notfall Leben retten

Die "Rettungskette Forst" soll die Sicherheit und den Schutz aller, die sich im Wald aufhalten, verbessern. Im Landkreis Neustadt und in Weiden richtet der Forst 230 Rettungs-Treffpunkte ein. Am Freitag präsentierten Forstamtmann Stefan Stangl und Forstdirektor Gerhard Hösl (von links) mit Revierleiter Andreas Arnold (Vierter von links) im Felixwald den Treffpunkt NEW-2069. Die nächsten Schilder stehen im Kahr und im Sauerbachtal. Bild: Götz

"NEW-2069" steht auf dem unscheinbaren, grün-weißen Schild im Stadtwald auf dem Felixberg. Es gehört zur "Rettungskette Forst", die jetzt bayernweit eingerichtet wird und im Notfall leben retten kann.

Am Freitag stellten Forstdirektor Gerhard Hösl, Forstamtmann Stefan Stangl und Forstoberinspektor Andreas Arnold im Felixwald das neue System vor. Hösl verwies auf über 5000 Unfälle, die sich im vergangenen Jahr in den bayerischen Wäldern ereignet haben.

Stangl ergänzte, dass fast immer schnellste notärztliche Versorgung notwendig sei. Das Dilemma sei, dass sich die Unfälle meist in wenig erschlossenen Gebieten ereigneten und diese Orte oft nur schwer zu beschreiben seien. Die Rettungskräfte fänden den Unfallort meist nicht selbstständig, kämen teilweise nur zu Fuß voran und müssten oft zum Verunglückten geführt werden.

Kostenlose App


Daher habe das Forstministerium den Aufbau einer landesweiten "Rettungskette Forst" gestartet. Im Staatswald seien die Rettungs-Treffpunkte bereits installiert worden. Jetzt sei der Privat- und Körperschaftswald an der Reihe. "Die Förster haben alle zwei bis drei Kilometer geeignete Treffpunkte festgelegt und eindeutig beschrieben", erklärte Stangl, der Beauftragte der Rettungskette im Landkreis und in Weiden.

Die Geodaten und eine genaue Anfahrtsbeschreibung der Punkte sind bei der Integrierten Leitstelle (ILS) in Weiden hinterlegt. Bei einem Notruf gibt die Leitstelle die Nummer des Rettungspunktes an die Einsatzkräfte durch, und das Navi leitet diese zum Unfallort.

Jeder Waldbesitzer oder auch Brennholz-Selbstwerber sollte daher seinen persönlichen Rettungs-Treffpunkt für den Notfall verfügbar haben, wenn er im Wald unterwegs ist. Neben den Schildern setzt die "Rettungskette Forst" auch auf moderne Technik. Mit einer kostenlosen App soll jeder über das Smartphone von seinem aktuellen Standort im Wald zum nächstgelegenen Rettungspunkt finden. Von der Organisation profitieren natürlich auch alle Erholungssuchenden im Wald.

"Geniale Idee"


Die Schilder - im Bereich des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Weiden entstehen 230 Treffpunkte - werden in den nächsten Monaten aufgestellt. Forstdirektor Hösl bittet die Kommunen und Waldbesitzer um Unterstützung. Die sicherten Bürgermeister Rupert Troppmann und Vorsitzender Sebastian Scharnagl von der Forstbetriebsgemeinschaft Neustadt Nord prompt zu. Troppmann: "Das ist eine geniale Idee." Der Kreisvorsitzende des Bayerischen Gemeindetages will das Projekt auch seinen Bürgermeisterkollegen ans Herz legen.
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