Vater und Tochter Lang feiern närrische Jubiläen
Familie voller begeisterter Narren

Jürgen Trescher, Corinna Lang und Bernhard Lang (von links) stehen voll hinter der Fahne des Faschingsvereins. Das gute Stück stammt von 1934, das jüngste Band ist erst ein paar Tage alt. Bilder: ui (2)
 
Corinna Lang

"Mama, da Fasching kummt houm." Das war erste Satz, den Bernhard Langs Tochter Corinna sprechen konnte. Die Kleine sagte das immer, wenn der Vater zur Tür hereinkam. "Für mich war Papa der Fasching."

26 Jahre ist das Neustädter Mädel mittlerweile. Sie tanzt in der Garde, war 2000 Kinder- und 2011 Faschingsprinzessin. Seit zwei mal elf Jahren ist sie im Faschingsverein aktiv und führt die närrische Familientradition in der vierten Generation fort.

Uropa Josef Wirth, besser bekannt als "Weber-Seppl", sorgte als Stadtkapellmeister lange Zeit bei den Faschingszügen durch die Stadt für den guten Ton. Opa Lorenz Wirth zählte zu denen, die am 15. November 1950 den Verein Neustädter Faschingszug nach dem Krieg wieder gründeten. Dessen damaligen Frack mit dem schwarzen Kater hat die Familie noch im Schrank.

Die heute 86-jährige Oma Elisabeth Lang half früher mit, die Kostüme für den Elferrat zu schneidern und schmücken. Als Enkelin Corinna mit vier Jahren zur Kindergarde ging, verschönerte die Oma die Kleider der ganzen Gruppe mit Pailletten.

Corinnas Vater Bernhard bringt es auf 33 und damit noch elf Jahre mehr aktive Jahre beim Faschingsverein als die Tochter. Er ist gerade - natürlich im Fasching - 60 geworden und steht als dienstältester Aktiver mit dem Elferrat auf der Bühne. "Gottseidank hat mir der Herrgott die Fitness gegeben."

Unter den Neustädter Aktiven habe noch keiner die 33 Jahre geschafft. "Theoretisch wäre die 44 denkbar." Der ehemalige Telekom-Mitarbeiter war in den 80er Jahren mal im Vorstand aktiv, kümmerte sich aber vor allem um die Technik, insbesondere um die Elektrik. "Wasser, Strom und was sonst so im Hintergrund ansteht, sind immer noch mein Part."

Mit den Tücken von Cassettenrekordern schlagen sich Vater und Tochter mittlerweile nicht mehr herum. Beim Training der Garden früher im kalten Bärensaal lief die Musik langsamer als später beim Auftritt, wenn es warm war. Der Techniker konnte nichts machen, und die Garden mussten vor Publikum schneller tanzen.

Abschied von der Bühne


Wer Corinna als Tänzerin sehen will, muss sich beeilen. "Heuer ist mein letztes Jahr. Ich möchte schauen, welche Aufgaben der Verein dann für mich hat." Schon jetzt engagiert sich die Kinderpflegerin im Festausschuss und gestaltet den Schaukasten. Beim Fasching genießt die 26-Jährige auch heute noch jede Sekunde. "Man schaut nicht, wann er vorbei ist, auch nicht in einer kurzen Saison." Das sei eher fürs Publikum schlecht, ergänzt Bernhard. "So manche Veranstaltung fällt dann aus."

Wenig Schlaf gehöre dazu. "Das Faschingswochenende macht man durch", lacht die Tochter. Urlaub habe sie deshalb bisher noch nicht gebraucht. "Wenn man das mit einer gewissen Leidenschaft macht, ist man so aufgedreht." Zur Regeneration legt der Verein am Aschermittwoch einen gemeinsamen Badetag ein. "Anschließend geht es zum Fischessen" , freut sich der Vater, der mittlerweile im Ruhestand ist.

Feste im Sommer


"Sie hat einen Neustädter Faschingsnarren als Partner", sagt Corinnas Freund Jürgen Trescher über sich selbst. So einen brauche sie auch, um das alles zu verstehen mit den Terminen und dem Stress. Faschingspause ist eigentlich nur im März. Im April geht das Training wieder los. Im Sommer organisiert der Verein Feste wie "Die Naab brennt". Der 33-jährige Trescher trägt die Fahne mit dem Schwarzen Kater, für die die Freundin und der Schwiegervater in spe anlässlich ihrer närrischen Jubiläen ein neues Fahnenband gestiftet haben.

Den Hochzeitstermin machen wir nicht von einem Datum wie dem 22.2.22 abhängig.Corinna Lang

Zeit reift


Außerdem hielt er 2002, neun Jahre vor Corinnas Regentschaft, als Faschingsprinz der Kreisstadt das Glaszepter in der Hand. "Den Hochzeitstermin machen wir nicht von einem Datum wie dem 22.2.22 abhängig", verrät Corinna. "Das machen wir, wenn die Zeit reif ist."
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