Vogel-Versteher
Manfred Witt kümmert sich beim OWV um die Vögel

Seit 1980 ist Manfred Witt Vogelwart beim Oberpfälzer Waldverein. Einmal pro Woche füllt er die sieben Futtersilos nach. Die Vögel scheinen ihn schon regelrecht zu erwarten. Bild: bgm

Ein Buntspecht klopft in rhythmischen Intervallen auf den Stamm einer Weide, zwei Kohlmeisen zwitschern vergnügt und flattern aufgeregt durch das kleine Wäldchen zwischen Theisseiler und Magdeburger Straße. Sie scheinen Manfred Witt schon von Weitem erkannt zu haben.

Der Vogelwart des Oberpfälzer Waldvereins ist gerade auf dem Weg zu den beiden Futtersilos, die er jede Woche mit Sonnenblumenkernen und Mischfutter auffüllt. Manchmal bringt er auch Rindertalg, den er von Metzgereien bekommt. Neben diesen Futterstellen am Wanderweg Richtung Harlesberg betreut der Neustädter noch drei weitere: bei der Radschinmühle, beim Pendler-Parkplatz am Mühlberg und eine im eigenen Garten.

90 Nistkästen


Die Vogelwelt rund um die Kreisstadt ist seit 1980, als Witt dem OWV beitrat und gleich zum Vogelwart gewählt wurde, sein Hobby. Seit drei Jahren ist der Neustädter im Ruhestand und hat so noch mehr Zeit für die gefiederten Freunde. In seinen Aufgabenbereich fallen auch 90 Nistkästen, die er jeden Herbst reinigt und deren Bewohnerzahl er regelmäßig an den Vogelwart des OWV-Hauptvereins weitermeldet.

Neben verschiedenen Meisenarten, Waldbaumläufern, dem Kleiber sowie Bunt- und Grünspechten hat Witt heuer auch den Seidenschwanz in den Erlen am Ufer der Waldnaab beobachtet. Der ist normalerweise im Osteuropa beheimatet und kommt nur manchmal im Winter zu uns. Auch Eichelhäher bedienen sich immer wieder an den Futterstellen. Die picken sich gezielt die Nüsse aus der Futtermischung und schmeißen andere Saaten auf den Boden.

100 Kilo Futter


Das wiederum lockt weitere Vertreter der Tierwelt an. Witt zeigt auf Mauselöcher, die am Boden rund um den Baumstamm, an dem das Futtersilo angebracht ist, zu finden sind. In der Fachwelt gibt es unterschiedliche Ansichten zur Vogelfütterung. Die einen sagen, dass Futtergaben von Menschenhand nur bei starkem Frost angebracht seien. Ein anderer Ornithologe plädiert für die Ganzjahresfütterung. Diese Ansicht hält auch Witt für nachvollziehbar. "Es ist ja alles ausgeräumt. Man sieht keine Disteln mehr, nichts. Deswegen muss der Mensch nachgehen", meint der OWV-Vogelwart, der die Futterstellen von Ende Oktober bis Ende Februar befüllt.

Am Ende sei es auch eine Kostenfrage. Um die 150 Euro investiere der OWV pro Jahr für rund 100 Kilo Futter. Die Vögel jedenfalls scheint es zu freuen. Die neue Futterstelle am Mühlberg wurde im vorigen Winter noch kaum genutzt. "Heuer könnte ich wohl bald jeden Tag Futter nachfüllen", freut sich der Vogelfreund.
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