Wetter im Landkreis Neustadt/WN
Kein Reinfall mit Schneefall

Am Fahrenberg geben die Schneekanonen ihr Bestes, um den Ski- und Snowboardfahrern doch noch Spaß auf der Piste zu ermöglichen. Bild: tss

Erste Flocken rieseln vom Himmel, Ski und Schlitten sind bereit für die Piste. Endlich ist der langersehnte Winter da. Aber noch liegen nur ein paar Zentimeter Schnee. Die Prognose für die nächsten Tage: Es wird wärmer. Lohnt es sich für die Skilifte und Loipen der Region, zu öffnen?

"Es schneit leicht, die Temperatur: minus acht Grad, der Wind geht schwach. Die Beschneiungsanlage auf der Zwei-Kilometer-Strecke ist in Betrieb. Im Start- und Zielbereich ist morgen schon eine Möglichkeit zum Skilanglaufen, die übrigen Strecken sind noch in Bearbeitung", tönte es demjenigen entgegen, der am Montag die Nummer des Schneetelefons des Skilanglaufzentrums Silberhütte wählte.

Seit zwei Tagen sind die vier Schneekanonen auf der zwei Kilometer langen Loipe im Einsatz. Ziel ist laut Rudi Pannrucker, 600 bis 800 Meter zu präparieren. "Übermorgen ist es gut möglich, dass man gut laufen kann", berichtet der Vorsitzende des Förderkreises des Skilanglaufzentrums Silberhütte. Für mehr reicht es noch nicht, der Naturschnee fehlt, und im Speicherteich geht langsam das Wasser für die Schneekanonen aus. Aus 1600 Kubikmetern Wasser entstehen bei Minus-Graden zweieinhalb Kubikmeter Schnee. "Feinste Wassertröpfchen werden durch die Luft geschleudert und kristallisieren in der kalten Luft", erklärt er.

Weiter hoffnungsvoll


Obwohl bislang nur eine der sechs Loipen präpariert ist, gibt Pannrucker die Hoffnung auf einen schneereichen Winter nicht auf. "Die Leute sollen über die Feiertage ihre Skier und Schlitten einpacken und an die frische Luft gehen." Rodler seien in den letzten Tagen schon sehr viele an der Silberhütte gewesen, auch für die neue Biathlonanlage steige die Nachfrage. "Es ist ganz interessant, Biathlon selbst zu machen, nicht nur am TV anzuschauen."

Von 13 bis 16 Uhr können die Besucher am Samstag und Sonntag Runden laufen und auf Zielscheiben schießen, unter der Woche nur auf Anfrage. "Wir machen keine lange Strecke, 200 bis 300 Meter", informiert Pannrucker. Die Bahn sei ja nicht für Profis gedacht, sondern zum Ausprobieren. Wie die Lage in den nächsten Tagen sein wird, kann Pannrucker nicht sagen. "Wir sind an der Wettergrenze in der Oberpfalz. Westlich kommt warme Luft heran. Ich denke, dass wir mit Maschinenschnee aushalten müssen."

Fahrenberg öffnet Lift


Auch im Ski- und Snowboardzentrum am Fahrenberg laufen die Schneekanonen auf Hochtouren - seit 30. Dezember. Ab Dienstag um 10 Uhr ist der Lift und zumindest der untere Teil der Piste für Skifahrer und Snowboarder geöffnet. Klaus Nigg, Vorsitzender des Turnvereins Vohenstrauß, hofft aber, dass es weiterhin kalt bleibt und dann der komplette Hang am Fahrenberg befahrbar ist.

Sprichwörtlich in die Röhre schaut dagegen Max Mühlhofer. Er spurt normalerweise zu dieser Zeit die Bocklradweg-Loipe von Friedbühl in Richtung Pleystein. Heuer sieht es schlecht aus. "Es ist einfach zu wenig. Wir hoffen, dass es mehr wird", erzählt Mühlhofer ein wenig traurig. "Die Leute sind nur enttäuscht, wenn wir jetzt sagen, ab wann es gehen könnte und dann ist zu wenig Schnee." Ähnlich schlecht ist die Schneelage am Skilift Wurmstein in Flossenbürg. "Unzureichend", fasst Karlheinz Grundler die Situation zusammen. Fünf Zentimeter Schnee liegen. Um den Lift zu eröffnen, fehlen noch 20 Zentimeter. Auf der Homepage www.skilift-wurmstein.de wird laut Grundler aber bekanntgegeben, sobald der Lift öffnet.

Eine Prognose abzugeben, wann in Letzau Langlauf möglich ist, ist für Robert Spickenreuther fast schon übertrieben. "Eine klare Aussage können wir noch nicht treffen, aber wenn es so bleibt und es noch zwei bis drei Zentimeter schneit, könnten wir eröffnen." Spickenreuther will aber auf der Homepage www.theisseil.de unter Freizeit/Wintersport über den aktuellen Loipenstand informieren.

UnfälleFür den plötzlichen Wintereinbruch ging es auf den Straßen im Landkreis Neustadt/WN relativ ruhig zu. Dagegen berichtete die Weidener Polizeiinspektion am Montag von drei Unfällen aufgrund des Wetters. Gegen 7 Uhr war ein 28-Jähriger mit seinem Suzuki im Gewerbegebiet Brandweiher unterwegs. Eine 31-Jährige konnte nicht mehr bremsen, ihr Auto schlitterte auf die Vorfahrtstraße und krachte in die Seite des Suzukis. Der zweite Unfall ereignete sich gegen 7.50 Uhr bei Mitterhöll. "Ein 19-Jähriger Fahranfänger ist mit seinem Opel Corsa bei schneeglatter Fahrbahn ins Rutschen gekommen und gegen eine Leitplanke geprallt", informierte Gaach. Zehn Minuten später krachte es zum dritten Mal. Diesmal war der Winterdienst beteiligt. In der Benzstraße streifte das Räumfahrzeug einen VW-Golf. Den Schaden schätzt die Polizei auf 300 Euro. (Seite 23) . (spi)


StreusalzDie Straßen sind glatt, aber die Nachfrage bei den Supermärkten nach Streusalz ist gering. "Es hat erst angefangen zu schneien", erklärt Manuela Grüttner vom "Nahkauf"-Supermarkt in Weiherhammer. "Heute waren ein paar Anfragen. Es bleibt aber in Grenzen", bilanziert Ramona Wildenauer vom Raiffeisenmarkt Albersrieth. Nachbestellt werden musste noch nicht. "Was aus dem letzten Jahr noch übrig ist, verkaufen wir, und dann warten wir ab." Einen vermehrten Ansturm seit vergangener Woche stellt Kathrin Hecht vom Edeka-Center Hempel in Vohenstrauß fest. Genaue Zahlen kennt sie nicht. (spi)
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