Wie ein Menschenfischer
Pfarrei St. Georg nimmt Abschied von Pater Marek

Nach dem Abschiedsgottesdienst erwartete die Stadtkapelle unter Leitung von Karl Wildenauer Pater Marek. Der scheidende Ordensmann dirigierte gekonnt den Marsch "In Harmonie vereint". Klatschend unterstützt ihn Stadtpfarrer Josef Häring (rechts). Bild: Schönberger

Als Pater Marek zum Schluss seiner humorvollen Predigt "Servus, Pfüat Gott und Auf Wiedersehen" singt, brandet in der Pfarrkirche St. Georg laut Beifall auf. Nach acht Jahren übernimmt der beliebte Ordensmann eine neue Aufgabe.

Das hat es in der Stadtpfarrkirche St. Georg schon lange nicht mehr gegeben - Applaus zum Ende einer Predigt. Das ist auch ein Zeichen der Wertschätzung, der sich Pater Marek erfreut.

Auf acht Jahre Kaplantätigkeit in der großen Pfarreiengemeinschaft Neustadt mit Störnstein, Wöllershof und Wilchenreuth blickte der Franziskaner-Minorit am Samstagabend zurück. "Wer singt, der betet zweimal", zitierte er den heiligen Augustinus und stimmte "So ein Tag, so wunderschön wie heute" an. Vieles sei gelungen, einiges nicht, resümierte der Geistliche. "Ich war gerne bei euch." Er dankte für das Glaubenszeugnis, das er in Neustadt gefunden hat. Er habe einiges gelernt. Als Beispiel führte er die Versammlungen von Kolping und KAB an. Wenn um 21 Uhr die Glocken zum Angelusgebet läuteten, seien die Gespräche eingestellt und laut gebetet worden. Beeindruckt hätten ihn die Ministranten, die fromm die Hände falteten. Das habe er übernommen. "Es lohnt sich, im Glauben zu leben", machte der Pater Mut.

Der beste Chef


Der scheidende Kaplan dankte Stadtpfarrer Josef Häring. "Er war mein dritter Chef und mein bester. Er hat nie geschimpft." Häring revanchierte sich: "Wir haben uns verstanden. Es hat wunderbar geklappt." Nur ein Vorgänger sei länger als Pater Marek Kaplan gewesen: Vor genau 50 Jahren war Joseph Greil 9 Jahre in Neustadt.

Geistlicher Rat Häring erinnerte daran, dass seinem Kaplan, "einem coolen Hochzeitspfarrer", die Herzen zugeflogen seien. Er machte ihn aber schon einmal darauf aufmerksam, dass es als Guardian nicht mehr so schön weitergehen werde wie als Kaplan. Als Chef müsse er Verantwortung übernehmen und auch unangenehme Entscheidungen treffen. Häring wünschte dem 43-Jährigen, dass er von seinen Mitbrüdern im Konvent auf dem Bogenberg Geduld, Ausdauer und Loyalität erfahre. Der Stadtpfarrer kündigte an, der nächste Pfarrausflug im Juni 2017 werde auf den Bogenberg führen.

Für die Kirchenverwaltung dankten Rainer Hetz, Tanja Kippes und Oliver Völkl dem Scheidenden für sein engagiertes Wirken. Er habe es auf seine Art geschafft, etwas zu bewegen, würdigte Hetz. Er sei offen auf die Menschen zugegangen - wie ein Menschenfischer. Der Pole habe verkörpert, wie lebendig und lebensfroh Glauben sein könne.

Bürgermeister Rupert Troppmann bestätigte dem Ordensmann, dass er ein ausgezeichneter Mittler zwischen Kirche und politischer Gemeinde gewesen sei. Für die DJK St. Martin unterstrich Vorsitzender Wolfgang Schwarz das gute Miteinander mit dem geistlichen Beirat.

"Freut euch, dass ich hier war und betet für mich", erwiderte Pater Marek zum Abschluss der Grußworte. Beim feierlichen Auszug aus dem Gotteshaus erklang auf der Jann-Orgel "So ein Tag, so wunderschön wie heute".

Freibier und Brotzeit


Während des Gottesdienstes hatte der Kirchenchor unter Leitung von Harald Bäumler mit einem polnischen Marienlied geglänzt. Erfrischend waren die Beiträge des Kinder- und Jugendchores "Regenbogen" unter Regie von Martina Näger.

Vor dem Gotteshaus spielte die Stadtkapelle unter Karl Wildenauer ein Ständchen. Routiniert dirigierte der Priester den Marsch "In Harmonie vereint". "CantArt" überraschte ebenfalls mit einigen Liedern und sang: "Du wirst Chef am Bogenberg". Bei Freibier und einer Brotzeit im Festzelt sagten viele Gläubige Pater Marek auf Wiedersehen.
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