Wyman Blues Band bei Neustadt-Serenaden
Rock-Opas kein bisschen leiser

Bei hochsommerlichen Temperaturen wäre das gar nicht nötig gewesen: Die Wyman Blues Band heizte den Besuchern in der Freizeitanlage trotzdem kräftig ein. Bild: gag

Sie sind inzwischen älter, aber immer noch verdammt gut: Die Wyman Blues Band rockt zu bestem Sommerwetter die Neustadt-Serenaden in der Freizeitanlage.

So sieht ein perfekter Sommertag aus. Endlich Sonne und Hitze, Freibad, Eisdiele. Und abends eine tolle Serenade in der Freizeitanlage. Auf Bierbänken oder mit Decken im Gras umringten die zahlreichen Zuschauer die Bühne im Pavillon und lauschten dem mitreißenden Programm der Wyman Blues Band. Oder, wie dritter Bürgermeister Heribert Schubert launig in seiner Ansprache meinte, "hinter mir steht Qualität vom Feinsten, die Gesichter vom Leben gezeichnet, aber die Musik ewig jung".

Super Laune


Davon gabs gleich die richtige Mischung auf die Ohren. "Suzie Q" mit "Wyman" Hans Zitzmanns bekanntem Blues-Harp-Triller, "Keep on rocking" von Alvin Lee, gesungen von Max Blay (E-Gitarre) oder "Foxy Lady" von Jimi Hendrix zeigten dem Publikum, wo es lang geht. Super Laune breitete sich aus. Mit Hochzeitsmarsch-Intro spielte das Quintett "Walking the Dog", das angeblich die Rolling Stones bei Rufus Thomas geklaut hatten.

Die rau-rockige Stimme von Gitarrist Ernst Deissinger setzte nicht nur hier, sondern auch bei "Call me the Breeze" (J. J. Cale) oder "The thrill is gone" (B. B. King) Akzente. Wobei er letzteres auch auf Oberpfälzisch sang: "Es reißt mi nimma, wenn i di siag."

"Blues- und Rock-Dinos" nennt man die Band, und damit kokettierten sie auch ein wenig. "Wir kennen uns schon 60 Jahre, sind alle schon 65, bis auf Bernie", grinste Ernst "Ernesto" Deissinger. Dagegen sprachen der Elan und die Spielfreude dieser fünf "Jung-Opas". Denn je später der Abend, desto heißer wurden die Rhythmen. Neben Jimi Hendrix und Steppenwolf ("Born to be wild") spielten sie ausdauernd AC/DC-Hits. "You shook me all night long" und "Whole lotta Rosie" lockten auch Tänzer auf die Tanzwiese, wobei Paar-Boogie zu diesem Rockkracher eher ungewöhnlich schien. "Wyman" war sichtbar in seinem Element, wenn er zu "Fanny Mae" die Blues-Harp jaulen ließ. Das Publikum rundum war begeistert von dem Sound, der von der Bühne kam. Nur der Steppke im Sandkasten nuckelte uninteressiert weiter an seiner Flasche, als Wyman vom "Schoolgirl" sang.

Kuschelig


Die Band sorgte für Kontraste. Dem wilden "Purple Haze" über "a so a Pflanzerl" von Hendrix folgte das kuschelige "Under the Boardwalk", auf AC/DC-Rock der Herzschmerz-Blues "Raining in my Heart". Auch nach der Pause legten sich Max, (E-Gitarre), Bernie (Bass), Ernst (E-Gitarre Fender Tele), Raimund (Drums) und Wyman (Rauschebart, Hut, Blues Harp) nochmals richtig ins Zeug. "Cocaine" und "Dancing Shoes", ein Rock'n'Roll, fegten durch den Biergarten, wo es auch nach 21 Uhr noch 25 Grad warm war.

Mitreißende Soli von Schlagzeug, E-Bass und E-Gitarre heizten die Stimmung zusätzlich an. Die Begeisterung der Blues-Band-Fans erhielt als Zugabe "Off the Hook" von den Stones, bevor die "Oldies" in der Dämmerung ihre Instrumente zusammenklappten.
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