Zum Auftakt der Kampagne "Der Bus bewegt besser" lädt RBO zu Testfahrt ein
Landräte auf Linie

Dienstfahrt im Linienbus: Tim Dirmeier (ÖPNV-Beauftragter Schwandorf), OB Kurt Seggewiß, Landrat Andreas Meier, Landrat Wolfgang Lippert (Tirschenreuth), Karl-Heinz Schubert (stellvertretender Sachgebietsleiter ÖPNV Neustadt), Landrat Thomas Ebeling (Schwandorf), Karl Wittmann (Sachgebietsleiter ÖPNV Neustadt) und Alfred Meller, Leiter Marketing und Finanzen der RBO-Niederlassung Nord. Bild: Götz

Ob der Landrat ein Grußwort sprechen möchte? Ach nö. "Wir genießen die Busfahrt", beschließt Andreas Meier und lehnt sich in den blauen Samtsessel. Auf dem Schoß ein Säckchen mit Sonnenblumenkernen. Der "CO2-Sparsack", 660 Gramm schwer. So viel Kohlendioxid erspart Meier der Umwelt, indem er zehn Kilometer mit dem Bus fährt.

Es ist zugegeben eine eigentlich nicht zwingend nötige Fahrt. Am Freitag ist "Tag des Nahverkehrs", und daher lädt Alfred Meller von der Regionalbus Ostbayern GmbH (RBO) zu einer Testfahrt ein. Landrat Meier, Kollege Thomas Ebeling aus Schwandorf und OB Kurt Seggewiß gondeln im Linienbus in 50 Minuten von Neustadt nach Flossenbürg und zurück. Mit an Bord: ihre ÖPNV-Beauftragten.

17 nagelneue Busse


Was Alfred Meller auf der Fahrt erzählt - stehend im Gang des Busses und dazu noch rückwärts zur Fahrtrichtung - ist dann doch so interessant, dass die Kilometer verfliegen. Die Testfahrer sitzen in einem fast nagelneuen "Iveco Crossway", Baujahr 2015, mit "Low Entry" (barrierefrei durch Niedrigboden und Klapprampe). Das Unternehmen RBO, Tochter der Deutschen Bahn, hat in diesem Jahr 4 Millionen Euro in 17 dieser Linienbusse investiert und ältere Modell ersetzt. 7 werden am Standort Weiden eingesetzt, zu den 11, die letztes Jahr gekauft wurden. Die 179 Busse der RBO sind damit durchschnittlich 6,4 Jahre alt. 56 erfüllen die bei Neuzulassungen verpflichtende Euro-6-Norm. Die Busunternehmen verabschieden sich gerade flächendeckend vom Erdgas, das sich aufgrund hoher Instandhaltungskosten nicht gelohnt habe. Es brummen wieder Dieselmotoren - aber so rein wie nie. "Man kann sich hinter den Bus knien und einschnaufen. Das ist sauberer als die Luft", hat Landrat Meier mal gehört. Meller von der RBO kann das bestätigen. "Das gilt vielleicht nicht unbedingt in Neustadt", meint er mit Blick auf blühende Geranien um den plätschernden Brunnen. "Aber in China sicher." Vermutlich auch in München oder Stuttgart. Die E-6-Busse würden den CO2-Ausstoß ganz erheblich reduzieren - siehe Körnersack. Würden die Deutschen nur zehn Prozent mehr mit dem Bus fahren, könnten 185 Millionen Tonnen Treibhausgase eingespart werden. "Die Klimaziele der Bundesregierung wären ohne uns nicht erreichbar", ist Meller überzeugt.

Keine Gurte


Der Bus habe eine Zukunft, wenn er sich dem Bedarf und den Plattformen des modernen Lebens anpasst. Im Landkreis Tirschenreuth kann neuerdings per Anruf der Kleinbus "Baxi" gebucht werden. "Das kann im ländlichen Raum die Zukunft sein", sagt Meller. Eine App gibt's auch dazu. "Sensationell" werden im Landkreis Schwandorf die Fahrradbusse angenommen, berichtet Landrat Ebeling, selbst wenn sie "ein bissl ein Draufzahlgeschäft" sind. Zwischen Nabburg und Schönsee nimmt ein Bus Radler mit, ähnlich wie am Bocklradweg.

Nur Gurte gibt es selbst im modernsten Linienbus nicht. Meller sieht auch keinen Bedarf: Ein Bus sei ein Verkehrsmittel mit häufigen Aus- und Zustiegen, ein sehr sicheres obendrein. "Es gibt kaum Unfälle." Meier & Co kommen jedenfalls recht entspannt wieder in der Kreisstadt an. Ansonsten werden die Herren wohl eher selten mit dem Bus fahren können. Die nächsten Termine warten schon. Die Fahrer auch. Flugs geht's in die Dienstwagen.

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Die RBO sucht zehn freiwillige Bustester, die gratis ein Tagesticket erhalten: bis 10. Oktober, per Mail an nwn@rbo.de
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