Ananaskirsche ist das "Gemüse des Jahres"
Eine prickelnde Perle

Olympiasieger und Weltmeister Eric Frenzel (von links) taufte mit Roland Albert, Präsident des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes, Bürgermeister Rupert Troppmann, Gärtnermeister Reiner Steinhilber, Landrat Andreas Meier und Bernd Fischer, Bezirksvorsitzender des Bayerischen Gärtnereiverbandes Oberpfalz, "Picola", die prickelnden Perle, als Gemüse des Jahres 2015. Bild: bey

Der Bayerische Gärtnerei-Verband bietet erstmals ein "Gemüse des Jahres" an. Die Entscheidung fiel auf die "Ananaskirsche". Olympiasieger und Weltmeister Eric Frenzel taufte in der Gärtnerei Steinhilber "Picola", wie das süße Früchten auch genannt wird.

(bey) Die bayerischen Gärtner wollen mit der Idee, eine "Pflanze des Jahres" der Öffentlichkeit zu präsentieren, ihr Motto "aus der Region für die Region" näher bringen. Laut Bernd Fischer, Bezirksvorsitzender des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes Oberpfalz, wollen viele Verbraucher schmackhaftes Gemüse anbauen. Die Unterstützung dafür wollten die bayerischen Einzelhandelsgärtnereien geben.

Landrat Andreas Meier sprach von einer sinnvollen Werbung für einheimische Produkte. Es müsse nicht zu jeder Jahreszeit jedes Gemüse beim Verbraucher auf dem Tisch kommen. Es sei notwendig, unter wirtschaftlichen und ökologischen Aspekten Früchte und Gemüse zu importieren und zu transportieren.

Gurken aus Südspanien

Roland Albert, Präsident des Bayerischen Gärtnerei-Verbandes, setzte sich kritisch mit dem Verbraucherverhalten auseinander. Es stelle sich die Frage, ob im hohen Norden Salatgurken angeboten werden müssten, die aus dem wasserärmsten Gebiet Europas, Südspanien, kommen. 1,8 Milliarden Salutgurken würden in die Bundesrepublik aus diesem Landesteil Spaniens eingeführt, nur die Hälfte davon tatsächlich verzehrt, die andere Hälfte wandere laut belegbaren Statistiken in den Abfall. Für die Erzeugung der Gurken würden Milliarden Liter Wasser benötigt. Es sei schlichtweg "der Gipfel", wenn eine große deutsche Supermarktkette in ihrer Werbung von "Qualität, Frische und inneren Werten" dieser Ware spreche.

Mit aussagekräftigen Zahlen untermauerte Albert die Wirtschaftskraft der bayerischen Gärtnereien: 84 000 Menschen in 33 000 Betrieben erwirtschaften 12,5 Milliarden Euro und liegen so auf einer Ebene mit den Zulieferfirmen der Automobilindustrie.
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