Drei Entwürfe bleiben übrig
Jury trifft Vorauswahl bei Architektenwettbewerb für Flachbau am Landratsamt

Auch dieser Entwurf hat noch Chancen. Er stammt vom deutsch-englischen Büro Harris und Kurrle in Stuttgart und schafft eine Glasverbindung zwischen Flachbau und Neuem Schloss. Repro: Architekten Harris & Kurrle

Er ist so etwas wie der hässliche Enkel der beiden Lobkowitz-Schlösser: Der Flachbau am Hohlweg in Neustadt konnte mit den imposanten Hauptgebäuden des Landratsamtes optisch nie mithalten. Nun steht er vor dem Abriss. Um den Auftrag für den Neubau ringen drei Architekturbüros aus Berlin, München und Stuttgart.

Fast ein halbes Jahr lief der Wettbewerb für den besten Entwurf. Bis 31. Dezember hatten bei der europaweiten Ausschreibung 19 Büros aus Deutschland und Österreich Arbeiten eingereicht. Um sie zu bewerten, nahm sich eine siebenköpfige Jury einen ganzen Tag Zeit.

Im Foyer des Alten Schlosses hingen die Pläne anonym an Stellwänden aus. Im ersten Rundgang fielen sechs Vorschläge durch, beim zweiten weitere sieben. Die sechs übrigen nahmen je ein Fach- und ein Sachpreisrichter näher unter die Lupe. Sie legten die Reihenfolge für das Preisgeld fest.

Der erste Preis ist mit 12 000 Euro dotiert. Er geht an die Gemeinschaft Bruno-Fioretti-Marquez aus Berlin. Das italienisch-argentinische Trio bringt eine schlichte Außenfassade ins Spiel, die sich gegenüber dem historischen Gebäudeensemble ringsum zurücknimmt. Das könnte auch den Denkmalschützern gefallen. Spektakulärer ist die komplett verglaste Innenfassade, die den lichtdurchfluteten Raum großzügig erscheinen lässt und fast hufeisenförmig umschließt. Dass die Jury keinen zweiten, sondern stattdessen zwei dritte Preise mit je 6000 Euro vergab, könnte darauf hindeuten, dass dieser Entwurf mit Abstand als Favorit gilt.

Landratsamt-Sprecherin Claudia Prößl hält dies indes noch nicht für eine Vorentscheidung. "Die Entwürfe der drei Erstplatzierten sind sehr unterschiedlich, erfüllen aber die Ansprüche an die Funktionalität. Die Entscheidung fällt der Bauausschuss des Kreises am 4. Februar."

Das bedeutet, dass auch die Arbeiten von Reinhard Bauer aus München und dem Büro Harris & Kurrle aus Stuttgart Chancen haben. Bauers Ansatz gleicht fast einer Raute. Diese Form spielt ein bisschen mit dem früheren Image von Neustadt als Bleikristallstadt.

Aus dem Rennen sind dagegen drei Baumeister, deren Vorstellungen zwar gut ankamen, aber eben doch nicht ganz so gut wie die der Sieger. Dennoch dürfen sich die Büros Diezinger aus Eichstätt, Scheidt-Kasprusch aus Berlin und Steinle aus Stuttgart über je 2000 Euro als Anerkennungspreis freuen. Architekten aus der Region waren nicht mit vorne dabei. Wer von den ersten dreien am Ende bauen darf, bekommt das Preisgeld auf das Honorar angerechnet. Vertreter der Preisträger erhalten ihre Belohnung in Form von Schecks am Freitag im Foyer des Alten Schlosses. Dort hängen bis 22. Januar auch sämtliche 19 eingereichten Entwürfe für die Öffentlichkeit aus.

Abbruch Ende März


Ende März, Anfang April soll der Abbruch des Flachbaus beginnen. Der "Kobel" genannte Quader stammt aus dem Jahr 1971. Der Neubau ist mit etwa 4,6 Millionen Euro veranschlagt. Er soll bis Anfang 2018 spätestens fertig sein. Ein Teil der Beschäftigten ist bis dahin bereits in die Räume der früheren Verwaltungsgemeinschaft Neustadt ausquartiert.

Anfang Februar werden die Abteilungen Bau, Wasserrecht, Umweltschutz, Bautechnik, Kreisbaumeister, Wohngeldstelle, Gutachterausschuss und Rechnungsprüfung vom Alten Schloss vorübergehend ins ehemalige Krankenhaus auf den Felix umziehen. Voraussichtlich ab März folgen ihnen Finanzverwaltung, Personalstelle und Asylangelegenheiten.

Die JurySieben Männer trafen die Vorauswahl, wer den neuen Verwaltungsbau planen darf. Vier sind Fachpreisrichter: Prof. Thomas Hammer aus München (Vorsitzender), Prof. Arthur Wolfram, Architekt Karl-Heinz Beer aus Weiden und Kreisbaumeister Werner Kraus. Daneben bestimmten Sachpreisrichter mit: Landrat Andreas Meier als Bauherr, Neustadts Bürgermeister Rupert Troppmann wegen des Stadtbildes und Landratsamts-Personalchef Edmund Frummet. (phs)
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