In Würde zu Hause leben und sterben
Krankenkassen ebnen neuer ambulanter Palliativversorgung den Weg

Der Name klingt umständlich, die Personen dahinter sind kompetent, zugänglich und pragmatisch: Das Team der "Spezialisierten Ambulanten Palliativ-Versorgung (SAPV) Waldnaab" nimmt nächste Woche offiziell seine Arbeit auf. Bild: Kliniken Nordoberpfalz AG

Neustadt/Weiden. Darauf hat sich Pflegedirektor Thomas Baldauf von der Kliniken Nordoberpfalz AG schon lange gefreut: Die Krankenkassen geben grünes Licht, dass die Finanzierung der Spezialisierten Ambulanten Palliativversorgung (SAPV) gesichert ist. Sie nimmt offiziell ab 1. Oktober ihre Arbeit auf.

"Wir haben bei den Entgeltverhandlungen ein für alle akzeptables Kompromissangebot erzielt", freut sich Baldauf, der Vorsitzender der gemeinnützigen Genossenschaft "Ambulante Palliativ-Versorgung Nordoberpfalz" ist.

Die Genossenschaft wird getragen von den Wohlfahrtsverbänden Diakonie und Malteser sowie der Kliniken Nordoberpfalz AG und dessen Förderverein für Schwerkranke. Ziel der SAPV ist es, unheilbar Kranken ein menschenwürdiges Leben bis zum Tod in häuslicher Umgebung oder in einer stationären Pflegeeinrichtung zu ermöglichen. Baldauf betont, dass die SAPV "keine Konkurrenz zu anderen Pflegediensten", sondern ein zusätzliches Angebot für die palliativmedizinische Versorgung unheilbar Kranker sein soll. Die SAPV, ärztlich von Dr. Margarete Pickert und pflegerisch von Matthias Rössle geleitet, ist eine Versorgung für unheilbar kranke Menschen, deren Krankheit weiter fortschreitet und die trotzdem zu Hause leben möchten. "Die SAPV ersetzt jedoch nicht den Hausarzt oder den Pflegedienst", erklärt Baldauf. Erstanfragen an die SAPV können Patienten, Angehörige, Hausarzt, Facharzt oder die Klinik stellen.

Nach Feststellung des Leistungsumfangs stellen Hausarzt, Facharzt oder Klinikarzt eine SAPV-Verordnung aus. Die Krankenkassen bewilligen die Übernahme der Kosten. Es entstehen keine Zusatzkosten. Das SAPV-Team besteht aus je fünf Palliativ-Ärzten und Palliativ-Pflegekräften. Der SAPV betreut die Landkreise Tirschenreuth und Neustadt sowie die Stadt Weiden sowie Orte in den Randbereichen dieser Kreise. Das SAPV-Konzept wird heute um 19 Uhr im Hotel "Zur Heimat" in Weiden den niedergelassenen Ärzten vorgestellt.
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