Preiserhöhung in Weidener Thermenwelt lockt Schwimmer ins Neustädter Hallenbad
Zahlen mit Oberwasser

Günter Staratschek (links) nimmt sich gern Zeit für einen Plausch mit seinen Gästen. Auch wenn sich immer mehr Menschen in seinem Hallenbad tummeln, leidet die familiäre Atmosphäre nicht darunter. Bild: Schönberger

Die jüngste Preiserhöhung der Weidener Thermenwelt treibt dem Hallenbad auf dem Neustädter Felixberg mehr Gäste zu. Doch die Schwimmhalle lockt nicht nur wegen günstiger Tarife.

Bademeister Günter Staratschek mag es, wenn es familiär zugeht. "Wir haben überwiegend Stammgäste." Dazu gehören seit den letzten beiden Jahren auch sportlich ambitionierte Schwimmer, die zuvor in der Weidener WTW ihre Bahnen gezogen haben. Doch die muss einen Teufelskreis durchbrechen. Das hohe Defizit zwingt die Weidener Stadtwerke zum Sparen, höhere Eintritte vergraulen aber offensichtlich das treue Publikum.

Über 10 000 Besucher

Das weiß Staratschek aus vielen Gesprächen. Zuletzt zog Weiden im Juni 2014 die Preisschraube an. Die Statistik unterstützt die These des Schwimmmeisters. 2012 zählte das landkreiseigene Bad auf dem Felix noch 7899 Gäste (ohne Saunabesucher und Schüler), 2013 waren es bereits 8516 und vergangenes Jahr 10 340. "Wir verlangen 2,50 Euro, die Thermenwelt 5 Euro für anderthalb Stunden", liegt die Erklärung nahe. "Außerdem muss bei uns niemand nachzahlen, wenn er die Badezeit ein bis zwei Minuten überschreitet."

Mehr Platz bietet Neustadts 25-Meter-Becken jedoch nicht. Womit wieder der familiäre Aspekt ins Spiel kommt. Jeden Abend tummeln sich 50 bis 80 Frauen und Männer im Wasser. Dazu kommen zwischen 3 und 12 Personen in der Sauna. Man kennt sich - und nimmt aufeinander Rücksicht, betont Staratschek: "Wir haben zwei Bahnen für Aquajogger gesperrt. Da gehen bis zu 20 Frauen und Männer im Uhrzeigersinn. Die haben keine Probleme miteinander, und die Schwimmer stört's auch nicht." Da schwingt ein bisschen Stolz mit. "Wir waren ja die ersten im Landkreis, die Aquajogging richtig eingeführt und etabliert haben."

Neues Kassensystem

Am Dienstag müssen die Wasserratten aber auf ihr Hobby verzichten. Das Bad ist gesperrt. Der Landkreis installiert neue Kassenautomaten. Die alten stammen noch aus dem D-Mark-Jahr 1999. Dann kam der Euro. Doch der Automat kann inzwischen die neuen Fünf- und Zehn-Euro-Scheine nicht mehr lesen. Wenn die Zentralbank neue Zwanziger und Fünfziger ausgibt, wird es ganz schwer.

Da der Hersteller einen Umbau ablehnt, kommt ein neues System zum Zug. Mit Software kostet das rund 20 000 Euro. Das Gleiche bekommt das Hallenbad in Eschenbach, das ohnehin gerade generalsaniert wird. In Vohenstrauß gibt es bereits eine ähnliche Kasse.

Keine Preiserhöhung

Trotz dieser Investitionen steht keine Preiserhöhung an, heißt es aus dem Landratsamt. Denn die Fehlbeträge der Bäder gingen zwischen 2011 und 2013 kontinuierlich zurück. In Vohenstrauß von 210 000 auf 181 000 Euro und in Eschenbach von 245 000 auf 175 000 Euro. In Neustadt betrug das Defizit 2011 noch 213 000 Euro und 2013 309 000 Euro. Darin ist aber die Dachsanierung enthalten.

Zum Vergleich: Das Freizeitzentrum Weiden mit Thermenwelt und Eisstadion schrieb 2012 ein Minus von 2,65 Millionen. Auch das ist eine stattliche Verbesserung im Vergleich zu 2011. Die Zahlen für 2013 liegen noch nicht vor, versprechen aber Spannung. Denn darin schlagen sich auch die höheren Eintrittsgelder nieder.
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