"Kunsthalle Pertolzhofen" zeigt Objkete von Tone Schmid
Skurrile Gäste im Container

Eine bizarr verformte Puppe ohne Kopf mit einer Karosserie auf dem Rücken, dazu ein seltsames Gefährt: Diese Arbeit von Tone Schmid mit dem Titel "Die Begierde" ist Gast in der Ausstellung "Geschlossene Gesellschaft" in Pertolzhofen. Bild: hfz
Kultur
Niedermurach
29.09.2016
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Normalerweise rappeln und zappeln Tone Schmids Objekte. Für die Ausstellung in der "Kunsthalle Pertolzhofen" können sie aber auch mal stillhalten. Staunen werden die Betrachter auch so über das, was sich aus Fundstücken zusammenfügt.

-Pertolzhofen. "Geschlossene Gesellschaft" lautet der Titel der Ausstellung von Tone Schmid, die am Samstag, 1. Oktober, Position bezieht in der "Kunsthalle". In diesem Kunst-Container am Bayerisch-böhmischen Freundschaftsweg treffen dann jede Menge skurriler Gegenstände aufeinander. Allerdings "unplugged", schränkt der Pertolzhofener Kunstvereinsvorsitzende Heiko Herrmann ein. Denn Schmid ist bekannt dafür, dass in seinen Werken häufig Klang, Bewegung und Lichteffekte eine Rolle spielen.

Hintergründig


"Eine feine Auswahl unbewegter Objekte, die allesamt Landmarken darstellen in der Entwicklung des Künstlers", verspricht Herrmann den neugierigen Kunstinteressierten, die einen Blick in den Container riskieren wollen. "Sie greifen hintergründig und humorvoll gesellschaftskritische Themen auf wie zunehmenden Leistungsdruck, sexuellen Missbrauch oder unreflektierten Materialismus."

Tone Schmid, Jahrgang 1957, beginnt mit seiner Gesellschaftskritik bereits bei der Auswahl der Materialien. Er baut seine Assemblagen (Collagen mit plastischen Objekten) aus Reststoffen und Fundstücken. Schließlich zählt zu seinen Anliegen auch der Kampf gegen die Vergeudung von Ressourcen. Die Puzzleteile für sein Werk findet er auf dem Schrottplatz oder im Sperrmüll. Im Zusammenspiel von Finden und Kombinieren entstehen exzentrische Gebilde, die bewegen und berühren sollen.

Autodidakt


So vielseitig wie die Kombinationsmöglichkeiten ist auch das Werk des in Falkenstein geborenen Künstlers der seit 1999 in Weiden lebt und arbeitet. Der Autodidakt hat Möbel und Gartenskulpturen kreiert, Installationen geschaffen und Aktionen gestartet. In einigen dieser Arbeiten ging es auch um das Thema Verformung, ob bei Schaumstoff oder Blech. Und nicht zuletzt spielt bei dem Künstler auch die Vergänglichkeit eine Rolle, wenn er beispielsweise mit Eis arbeitet. Der Prozess ist immerhin auf Video über Youtube nicht ganz für die Nachwelt verloren.

Wer wissen will, wie Schmids Welt ohne Bewegung Klang und Lichteffekte funktioniert, kann sich davon in der "Kunsthalle" überzeugen. Der Container ist über Fenster rund um die Uhr einsehbar, die Objekte sind dort noch bis 28. Februar ausgestellt. Eröffnet wird die Ausstellung "Geschlossene Gesellschaft" am Samstag, 1. Oktober, um 16 Uhr.
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