"Kunsthalle Pertolzhofen" zeigt Stoffe von Maja Vogl
„Kunsthalle Pertolzhofen“ zeigt Stoffe von Maja Vogl

Farbe bannt Maja Vogl nicht nur auf Papier, sondern auch auf Stoff. Sie arbeitet dabei mit Ikat, einer Webtechnik, bei der das Garn vor der Verarbeitung abschnittsweise eingefärbt wird. Bild: hfz
Kultur
Niedermurach
22.04.2016
28
0

Das leuchtende Rot hat sich von der Leinwand gelöst und schwebt als Tuch durch den Raum: Kraftvoll und gleichzeitig zart wirkt das Gewebe, das Maja Vogl entwirft. Einen Ausschnitt aus dieser fließenden Welt zeigt sie bis 18. Juni in der "Kunsthalle Pertolzhofen".

"Gewebe aus Seide und Papier" titelt die Ausstellung im Kunst-Container am Bayerisch-böhmischen Freundschaftsweg. Der Vorsitzende des Pertolzhofener Kunstvereins, Heiko Herrmann, weiß, was für Einblicke sich den Besuchern dort rund um die Uhr bieten. "Gewebe aus Seide und Papier in Leinwand- und Atlasbindung. Das klingt erst mal eigenartig", stellt er fest. "Aus meinem Berufsfeld kennt man Leinwand, Öl, Papier - das klingt viel nüchterner."

Bei einer Ausstellung von Richard Vogl, dem Ehemann von Maja Vogl, in Regensburg ist Herrmann zum ersten Mal mit der Welt des Gewebes konfrontiert worden. "Viele Freunde und Bewunderer der Malerei streiften durch die Ausstellung und besahen sich seine Bilder", erzählt der Kunstvereinsvorsitzende, dem dort viele Frauen mit verschieden, sehr farbigen Schals von Maja Vogl auffielen. "In meinen Augen war das wie eine perfekte Inszenierung. Es war, als würden die Farben aus den Bildern mit den Frauen durch den Raum fliegen oder schweben."

Auf die Inszenierung angesprochen, lachte Maja Vogl und teilte dem Künstler aus Pertolzhofen mit: "Das war nicht beabsichtigt, doch sehr schön, wie die Farben durch den Raum zirkulierten von Bild zu Frau, zu Schal, zum Bild..." Tatsächlich sei es so, dass sich das Paar bei der Farbfindung gegenseitig beeinflusst. "Das nennt man fruchtbare Zusammenarbeit", folgert Heiko Herrmann, der festgestellt hat: "Maja Vogls Gewebe sind im wahrsten Sinne "Kunstwerke aus Fäden und Farben, ein Genuss für Auge, Körper und Geist."

Immerhin sei das Gewebe generell eine recht alte Kunst aus der Zeit, als sich der Mensch vom Fell verabschiedet hatte und seinen frierenden Körper zu schützen suchte. "Aus dieser Grundform der Gewebe ist eine Welt von Schönheit entstanden, dies wollen wir mit Maja Vogls Geweben feiern", so Künstlerkollege Herrmann.

___



Weitere Informationen:

www.majavogl.de oder www.kunstverein-pertolzhofen.de
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.