Ängste längst verflogen

Lokales
Niedermurach
04.07.2015
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Vor 25 Jahren sind sie eingezogen. Seitdem sind die behinderten Bewohner dem Niedermuracher Haus der Dr. Loew Soziale Dienstleistungen GmbH treu geblieben. Gemeinsam mit einer Mitarbeiterin der ersten Stunde feierten sie nun Jubiläum.

Ein wenig aufgeregt waren die Bewohner schon, als nun zum 25-jährigen Bestehen der Niedermuracher Einrichtung ein großes Fest anstand. Für viele ist das Heim längst zur Heimat geworden. Hier fühlen sie sich wohl, geborgen und gut betreut.

Einrichtungsleiterin Irena Jung, blickte zurück auf die Entwicklung der Loew'schen Einrichtungen. Seit dem Start im Jahr 1968 seien sie zum Segen für viele Menschen in der Region und zum Zeichen von Menschlichkeit gegenüber behinderten Menschen geworden.

Unsicherheiten passé

In mittlerweile 110 Häusern und Wohngruppen in ganz Bayern, so Jung, würden behinderte Menschen gut versorgt. Vor 25 Jahren seien die ersten Bewohner aus Spandau ins schöne Bayern nach Niedermurach gekommen. Die anfänglichen Unsicherheiten und Ängste gegenüber einer solchen Einrichtung seien längst verflogen und die Niedermuracher hätten "ihre Heimbewohner" längst integriert. Aus einigen seien sogar Freunde geworden.

"Die Menschen in der Region akzeptieren es, dass die Heimbewohner vielleicht etwas anders, aber deswegen ganz sicher nicht weniger liebenswert sind", meinte Jung. In 25 Jahren habe sich auch beim pädagogischen Konzept sehr viel zum Positiven hin entwickelt. Für die Mitarbeiter sei es selbstverständlich, dass nun bei der Jubiläumsfeier auch die Bewohner im Mittelpunkt stehen. Die Mitarbeiter würden aber auch Tag für Tag dazu beitragen, dass die Bewohner ein abwechslungsreicher Tag in Arbeit, Freizeitgestaltung mit Ruhe und Geborgenheit erwartet. Den Bewohnern sei anzumerken, dass sie sich in ihrer Einrichtung wohl und daheim fühlen.

"Ich bin stolz und froh", so Irena Jung abschließend, "einem Heimbereich leiten zu dürfen, in dem Einsatzbereitschaft, Zusammenhalt, gegenseitige Achtung und Wertschätzung, wie auch fachliche Kompetenz nicht nur Worte sind, sondern auch gelebt werden". Zum Leben in der Dorfgemeinschaft zitierte Jung den früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, der einmal gesagt habe: "Es ist normal, verschieden zu sein. Was im Vornherein nicht ausgegrenzt wird, braucht hinterher auch nicht mehr eingegliedert zu werden." Dass dies gelungen ist, konnten Irmgard Glaser für die Pfarrei und Bürgermeister Martin Prey bestätigen. Beide gratulierten zu diesem Jubiläum und der "gelebten Integration". Glaser hatte als Jubiläumsgeschenk einen Engel aus Holz mitgebracht.

Symbol für Inklusion

Bürgermeister Prey wartete mit dem Gemeindewappen auf. Es symbolisiere, dass diese Einrichtung und ihre Bewohner längst zu einem Teil der Gemeinde geworden sind, stellte er klar. Zum 25-Jährigen in der Loew'schen Einrichtung gab es Geschenkkörbe für Frank Winter, Christiana Tessmann, Christine Schumann, Michaela Schimming, Viola Rabe und Thorsten Kahoun. Mitarbeiterin Anna Lingl ist seit 25 Jahre der Arbeitsstelle treu, auch sie bekam ein Geschenk. Für 10 Jahre in der Einrichtung wurde Inge Löffelmann geehrt, für 5 Jahre wurden Katharina Tust, Silvia Lankes und Rebekka Galli ausgezeichnet.

Besondere Anerkennung erfuhr an diesem Nachmittag auch Tobias Kühn, ein Mitarbeiter, so Irena Jung, "ohne den gar nichts laufen würde". Sowohl für die Bewohner als auch für das Leitungsteam sei er von Beginn an ein großer Gewinn, da er sich als "Mann für alles, was eine Männerhand braucht" erwiesen habe. Die gesamte Einrichtung profitiere von ihm und seiner unermüdlichen Arbeit.

Nach Ende des "offiziellen Teils" freuten sich alle über Kaffee, Kuchen, Spiele, gute Unterhaltung. Die benachbarte Feuerwehr zeigte ihr neues Fahrzeug und bot "Spritzübungen" an, woran die Bewohner ihre Freude hatten.
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