Bei realistischen Einsätzen gelernt

Es war schon ein hartes Stück Arbeit für die Jugendlichen, eine erwachsene "verletzte" Person aus schwierigem Gelände zu bergen.
Lokales
Niedermurach
23.10.2015
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Eine 24-Stunden-Übung hatte die Feuerwehr Niedermurach für ihre Jugendgruppe organisiert. Die sehr engagierten Feuerwehranwärter waren bei sechs anspruchsvollen und realistischen Einsätzen zu verschiedenen Tageszeiten gefordert.

So galt es einen Flächenbrand, simuliert mit ausgebreitetem und entzündeten Stroh, zu löschen. Rasch war eine Schlauchleitung mit Löschschaumzuführung vom Wasser mitführenden Feuerwehrauto aus verlegt. Mit einem Schaumteppich brachten die Jugendlichen das Feuer unter Kontrolle.

Unfall im Wald

Später erfolgte eine Alarmierung zu einem Unfall in einem Waldstück. Hier musste eine Person mit Schnittverletzungen durch eine Kettensäge versorgt und geborgen werden. Erste-Hilfe-Maßnahmen und Verletztenbetreuung waren hier vorrangig anzuwenden. Nach erfolgter Erstversorgung wurde der Verletzte auf der Trage angeschnallt und vorschriftsmäßig gesichert, damit er beim Transport nicht herunterfallen konnte. Die Bergung aus diesem schwierigen und steilen Gelände entpuppte sich als Aktion, die alle Kräfte forderte.

Ein weiterer Einsatz der Jugendgruppe am späten Abend führte zu einem Verkehrsunfall beim Friedhof. Nach einem Zusammenstoß eine Traktors mit einem Pkw war eine Person eingeklemmt. Hier musste die Unfallstelle ausgeleuchtet, Löschmittel für einen eventuellen Fahrzeugbrand bereitgestellt und der Unfall-Pkw gegen Wegrollen gesichert werden. Die Erkundung der Situation des Unfallopfers erfolgte zeitgleich. Stellvertretender Jugendwart Dominik Schießlbauer wies in diesem Zusammenhang darauf hin, die Verletztenbergung nur so weit voranzubringen, wie es die eigenen technischen Mittel ermöglichen. Ansonsten sei den Anweisungen von Notarzt, Rettungssanitätern oder der Stützpunktfeuerwehr absolut Folge zu leisten.

Weitere Einsätze betraf die Vorgehensweise bei Keller unter Wasser und die Beseitigung einer Ölspur. Letzterer erwies sich als Fehlalarmierung, was im "Feuerwehrgeschäft" ja nicht gerade selten vorkommt. Die Abschlussübung, zu der auch KBM Christian Weinfurtner gekommen war, bildete ein Einsatz nach einer Explosion mit Brandausbruch im Steinbruch Voggendorf und Suche einer vermissten Person. Dieser Einsatz erforderte eine größere Menge Löschwasser, welches durch Entnahme aus einem Pumptankwagen (Güllefass) gesichert werden konnte.

Lob und Anerkennung

Bei der abschließenden Besprechung lobte Dominik Schießlbauer den Einsatzwillen seiner Feuerwehranwärter, die viel neues aus der Praxis dazugelernt hätten. Jugendwart Gerald Bär dankte der Jugendgruppe für ihre motivierte Teilnahme und seinem Stellvertreter Dominik für dessen ausgezeichnete Vorbereitungsarbeit.

Kreisbrandmeister Christian Weinfurtner zeigte sich erfreut über die Leistungen der Jugendfeuerwehr und gab zu verstehen, dass die Teilnahme schon etwas Besonderes darstellte. Schließlich sei - angesichts der enormen Organisationsarbeit im Vorfeld und beim Ablauf - eine 24-Stunden-Übung nicht immer machbar.

Der KBM begrüßte es, dass der Funkverkehr von den Jugendlichen selbst ausgeführt wurde, was Berührungsängste mit der Zentrale abbaue. Bürgermeister Martin Prey freute sich über die Begeisterung und Motivation, mit der die jungen Leute dabei waren. Er sprach den Jugendlichen und den Organisatoren Dank und Anerkennung aus und wünschte sich, dass möglichst alle Heranwachsenden, vor allem auch Mädchen, in der Jugendfeuerwehr Fuß fassen.
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