Der Weg in Richtung Glauben

Lokales
Niedermurach
07.05.2015
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"Sofa-Sonntag für Aufstehmuffel" - so heißt ein Türanhänger, den Christian Kalis bei seinem Referat "Lebe! In Fülle - Orientierungspunkte für die Jugendpastoral im Bistum Regensburg" seinen Zuhörern von der KLB Niedermurach vorstellte. Was steckt dahinter?

Es ist ein Anhänger für die Türklinke und für Jugendliche gedacht, die am Sonntag gerne den Gottesdienst besuchen und dazu von ihren Eltern geweckt werden wollen.

Wer es trotzdem nicht schafft, kann per QR-Code nachlesen, was er verpasst hat. Denn Christian Kalis, Ansprechpartner und Diözesanseelsorger der KLJB in der Diözese Regensburg stellt jeweils das aktuelle Evangelium und einige Gedanken dazu ins Internet.

Kalis brachte damit bei der Generalversammlung ein Beispiel für den geänderten Ansatz der Kirche vor, der es leichter macht, mit den veränderten Gewohnheiten der Jugendlichen umzugehen. Die besorgte Frage "Geht der Glaube ganz verloren?", beantwortete der Jugendseelsorger entschieden mit "Nein." Solange Jesus die Mitte bleibe, sei das in Ordnung. Jugendliche suchen nach wie vor Antworten auf Lebensfragen. Orientierungspunkt seien dabei die Eltern aber nicht mehr. Vielmehr wären es Gleichaltrige.

Breite Spanne

"Wie ticken Jugendliche?" Diese Frage versuchte der Seelsorger mit Hilfe der Sinus-Lebensweltstudie U18 zu beantworten, die die Lebensbedingungen und -welten Jugendlicher wissenschaftlich untersucht. Dabei reicht die Spanne vom "konservativ-bürgerlichen" bis hin zum "postmodernen" Jugendlichen. "Mit allen jungen Leuten haben wir es in der Kirche zu tun", so Kalis. Gerade auch mit solchen, die sich am unteren Rand befinden. Demnach setzt kirchliche Jugendarbeit gerade auf Partizipation, Kooperation und besonders Inklusion.

Jugendliche sollen sich an Gestaltungsprozesse beteiligen können und zusammenarbeiten. Gerade auch Jugendliche, die mit ihren Idealen von der gegenwärtigen Gesellschaft ausgeschlossen werden, brauchen Begleitung. Jugendpastoral braucht Personen, die die Jugendlichen ernst nehmen, ihnen Wertschätzung gegenüber bringen und sie wahrnehmen, wie sie sind. Nur so kann ein Gespräch oder Gemeinschaft gelingen. Liturgie und damit auch die Gottesdienstbesuche seien nur ein Bereich der Jugendarbeit. Neben dem liturgischem Wirken seien noch das katechetische wie auch diakonische Wirken notwendig. "Sie erleben Gemeinschaft, die sie annimmt, so wie sie sind. Das meint auch Kirche.", so der KLJB-Seelsorger. Aktivitäten, die oft nichts mit Kirche zu tun haben scheinen, bringen entsprechende Erfahrungen und damit einen Weg in Richtung Glauben.

Kein Patentrezept

Einige Strukturen und äußere Rahmenbedingungen braucht es aber dazu. Gerade das "personelle Angebot" sei von großer Bedeutung. Es braucht Menschen, die eine gute persönliche Beziehung zu den Jugendlichen aufbauen können und sie engagiert begleiten. Finanzielle Ausstattung sowie Räume und Begegnungsorte gehören ebenfalls dazu.

"Ich habe kein Patentrezept", so der engagierte Geistliche. "Den Jugendlichen auf Augenhöhe begegnen, in Verbindung stehen, vernetzt sein. Das ist die Zeit!" Zugleich stellt Christian Kalis, der mit Jugendlichen auch über Facebook arbeitet, fest: "Wenn man ihnen etwas bietet, nehmen sie es an. Der Glaube ist da."

Schon während seiner Ausführungen beteiligten sich die KLB-Mitglieder rege und interessiert am Gespräch und diskutierten auch danach noch weiter, so dass eine äußerst lebendige Veranstaltung entstand.
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