In die Erde versunkener Altar, darunter Gebeine
Sagenhafte Kapelle

An der Walburgiskapelle, die an der Straße von Niedermurach nach Oberviechtach liegt, erzählte Mesnerin Renate Pflug von der sagenhaften Geschichte des Kirchleins. Bild: hfz
Lokales
Niedermurach
27.10.2014
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An einem sonnigen Herbsttag marschierten die Schüler der Grundschule mit ihren Lehrkräften Christina Graf, Andrea Edenharter und Ortrud Sperl zur Walburgiskapelle, die an der Straße von Niedermurach nach Oberviechtach liegt. Dort wurde die Gruppe bereits von Mesnerin Renate Pflug erwartet. Nachdem die Schüler im Kirchlein Platz genommen hatten, durfte ein Schüler am Strick der Glocke ziehen und läuten. Anschließend erklärte Frau Pflug den Grundschülern die sagenumwobene Entstehungsgeschichte der Kapelle.

Zu der Zeit, als von einer ersten Kapelle nur mehr verfallene Mauerreste zu sehen waren, bestellte der Bauer Schießl seinen in der Nähe des Kirchenhügels gelegenen Acker. Dabei beobachtete er den ganzen Vormittag eine Frau, die unermüdlich Steine und Erde aus der Ruine trug. Er holte die Nachbarsleute aus dem Dorfe herbei und auch sie konnten die fremde Frau arbeiten sehen. Schließlich kam man darauf, dass es die heilige Walburga selber sei.

Gerne halfen die Leute bei den Aufräumarbeiten und begannen mit dem Neubau der Kapelle. Dabei kam ein in die Erde versunkener Altar zum Vorschein, unter dem die Gebeine eines Menschen lagen. Am Walburgistag des Jahres 1718 wurde das neue Kirchlein eingeweiht. In dem Kirchlein befinden sich über dem Altar die Figuren der Heiligen Walburga und ihrer beiden Brüder Heiliger Willibald und Heiliger Wunibald. Die Kapelle war lange Zeit Ziel von Wallfahrten.
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