"Kunsthalle" zeigt Werke von Heimrad Prem
Anarchie und Armut

"Autobilder" nannte Heimrad Prem Werke wie diese Darstellung, die noch bis 30. November in der "Kunsthalle" Pertolzhofen ausgestellt ist. Bild: Bugl
Lokales
Niedermurach
28.10.2014
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Er hat es mit seinem Werk bis zu Weltelite bei der "documenta" in Kassel geschafft - und war am Ende seines Lebens doch bitterarm. An das Schaffen von Heimrad Prem erinnert jetzt eine Ausstellung mit dem Titel "Heimat deine Sterne" in der "Kunsthalle" von Pertolzhofen.

Für Heiko Herrmann, Vorsitzender des Pertolzhofener Kunstvereins, ist Prem nicht nur Lehrmeister, sondern auch "einer der wichtigsten Maler des 20. Jahrhunderts aus der Oberpfalz". Geboren 1934 in Roding schaffte Heimrad Prem nach einer Lehre als Dekorationsmaler den Sprung auf die Kunstakademie in München.

Seine größten Erfolge verbuchte er mit der Künstlergruppe "Spur", einer Künstler-Avantgarde, die ein Leben als Kunst propagierte. Werke von Prem wurden auf der "documenta III" 1964 ausgestellt, doch der Künstler galt auch als anarchischer Bürgerschreck. Er wurde mit Pornografie und Drogen in Verbindung gebracht. Dann war in den 70er Jahren Pop Art angesagt, auf Prem kamen magere Jahre zu. 1978 nahm sich der Vater von sieben Kindern das Leben.

"Ich denke, dass er manisch-depressiv war", meint Künstlerkollege Herrmann, der in den 70ern zusammen mit Prem in der Gruppe "Kollektiv Herzogstraße" aktiv war. Vor allem aber war der Maler ausgesprochen experimentierfreudig und versuchte sich beispielsweise an mit Schaumstoff unterlegten "Kissen-Bildern". Nur wenig lassen die bunten Bilder, die in der "Kunsthalle" zu sehen sind, in ihrer expressiven Farbigkeit auf den ersten Blick von der dunklen Seite des Künstlers ahnen. "Aber es ist schon komisch, dass die Figuren oft keine Gesichter haben", meint Künstlerkollege Herrmann.

Die Ausstellung in der "Kunsthalle", einem Container am Bayerisch-böhmischen Freundschaftsweg, dauert bis 30. November. Über Fenster sind die Werke rund um die Uhr einsehbar.
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