Landleben mit Lasten

Zwei Stunden lang diskutierten Bürgermeister Martin Prey (links) und die Gemeinderäte Alfons Wittmann (von rechts), Herbert Laubmann und Josef Zeitler mit der Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder über Probleme im ländlichen Raum. Bild: weu
Lokales
Niedermurach
08.11.2014
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Bürgernähe ist für Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder kein bloßes Schlagwort, sondern Prinzip ihrer täglichen Arbeit. So ist es ihr ein Anliegen, alle neugewählten Bürgermeister im Wahlkreis zu besuchen. Auch bei Bürgermeister Martin Prey hat sie gefragt, "wo der Schuh drückt".

"Probleme haben wir genügend": Mit diesen Worten empfing Bürgermeister Martin Prey zusammen mit einigen Gemeinderäten die Bundestagsabgeordnete in seinem Haus in Niedermurach.

Sein scherzhaft vorgebrachter Wunsch "500 000 Euro zum Straßenbau wären wünschenswert" hat durchaus einen handfesten Hintergrund. Bei einer Straßenbegehung sei festgestellt worden, dass sich der Zustand der Straßen bis 2015 ändern müsse, sonst werde sich der beauftragte Winterdienst zurückziehen und die Gemeinde müsse selber dafür sorgen. Gemeinderat Josef Zeitler wies auf 56 Kilometer Gemeindestraßen hin, die sich auf 17 Ortsteile verteilen und für das Gewicht heutiger Fahrzeuge nicht ausgelegt sind. Bürgermeister Prey verdeutlichte die Problematik maroder Straßen. Diese könne man aber nicht oberflächlich sanieren, da auch die Kanäle im Laufe der Zeit zu erneuern seien.

Marianne Schieder war sich der Problematik schlechter Straßen auf dem Land bewusst. Sie meinte: "Die kleinen, weit verzweigten Gemeinden können das kaum schultern. Hier müsste seitens der Staatsregierung ein Sonderförderprogramm aufgelegt werden."

Internet ein Muss

Ein weiterer wunder Punkt wurde im Breitbandausbau gesehen. Man könne nicht nachvollziehen, dass manche Gemeinden wie Niedermurach 80 Prozent Förderung erhalten, andere aber 90 Prozent. Handy-Verbindungen seien derzeit nicht flächendeckend möglich, und ohne schnelles Internet sei kein Büro auf dem Lande handlungsfähig. "Breitband gehört zur Infrastruktur", stellte Zeitler fest. Schieder versprach, die Höhe des Fördersatzes und die Deckelung der Fördersumme nochmals anzusprechen.

Weg von den Zentren

"Warum legt man nicht Ämter aufs Land?", lautete die Frage von Bürgermeister Prey, die eine längere Diskussion in Gang brachte. Es sei doch nicht sinnvoll, alles in großen Städten zu zentrieren, wo es keine Parkplätze, weite Wege und teure Mieten gebe. Immerhin sei der Arbeitsplatz das wichtigste Kriterium für den Wohnort.

Nachdem noch weitere kleinere Probleme angesprochen wurden, war man sich einig: "Wir müssen lernen, die Vorteile des Landlebens darzustellen." Marianne Schieder versprach, sich der kleinen und großen Probleme anzunehmen und immer als Ansprechpartnerin zur Verfügung zu stehen. Bürgermeister Prey bedankte sich bei der Bundestagsabgeordneten für deren engagierte Arbeit und die fruchtbare Aussprache.
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